(Un)responsible disclosure von 8 sensiblen Windows-Lücken
Shownotes
Achtung, Nerd Content! Monina Schwarz und Volker Skwarek besprechen die acht Sicherheitslücken, die von Sicherheitsforscher*in MSNightmare zum Zeitpunkt der Aufnahme gefunden und veröffentlicht wurden. Wir beschreiben ihre Funktionsweise und diskutieren, ob und wie Responsible Disclosure bei diesen Schwachstellen überhaupt möglich war oder gewesen wäre.
Links zu dieser Folge
Datum der Aufzeichnung: 19.06.2026
Die Namen der heute besprochenen Sicherheitslücken:
- BlueHammer: CVE-2026-33825, CVSS 7.8. Patched April 14, 2026 (Patch Tuesday)
- RedSun: CVE-2026-41091. Patched out-of-band May 21, 2026.
- UnDefend: CVE-2026-45498. Patched out-of-band May 21, 2026.
- YellowKey: CVE-2026-45585. Patched June 09, 2026 (Patch Tuesday).
- GreenPlasma: CVE-2026-45586. Patched June 09, 2026 (Patch Tuesday).
- MiniPlasma: CVE-2020-17103 (per researcher attribution, an incomplete 2020 fix comprehensively addressed). Patched June 09, 2026 (Patch Tuesday).
- RoguePlanet: CVE-2026-50606 assigned. No patch available.
- GreatXML
Bluehammer: Windows-Defender-Zero-Day (Hacking Passion)
RedSun-Zero-Day-Analyse (Cyderes / Howler Cell)
RoguePlanet: Windows-Defender-0-Day-Exploit (Cybersecurity News)
Anatomie des NightmareEclipse-Defender-Zero-Days (Picus Security)
Nightmare-Eclipse-Intrusion (Huntress)
Microsoft-Dokumentation: Opportunistic Locks
NTFS Hard Links, Junctions und Symbolic Links erklärt (2BrightSparks)
GitHub sperrt Sicherheitsforscher:in (it-daily)
Microsoft MSRC: Coordinated Vulnerability Disclosure (aktualisiert 27.05.2026)
CERT/CC: Guide to Coordinated Vulnerability Disclosure (SEI, Carnegie Mellon)
BSI: Umgang mit IT-Schwachstellen
BSI: Leitlinie für Coordinated Vulnerability Disclosure (CVD)
MiniPlasma-Zero-Day im Detail (Picus Security)
NightmareEclipse veröffentlicht MiniPlasma-Schwachstelle (Borncity)
NightmareEclipse-Zero-Days – Hintergrund und Motiv (Barracuda)
CVE-2026-45586 (GreenPlasma) im NVD (NIST)
CVE-2026-45586 (GreenPlasma) in der SentinelOne-Schwachstellendatenbank
Was YellowKey und GreenPlasma über das Vertrauen in native Windows-Security verraten (ThreatLocker)
CVE-2026-45585 (YellowKey) im NVD (NIST)
YellowKey: BitLocker-Bypass (CVE-2026-45585, SOC Prime)
GreatXML: Angriff auf die WinRE-Vertrauensgrenze hinter BitLocker (ThreatLocker)
GreatXML: Windows-Zero-Day-Analyse (Cyderes / Howler Cell)
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Die Sicherheits_lücke ist ein Podcast der Hamburg Open Online University (HOOU).
Monina Schwarz, LSI Bayern
Volker Skwarek an der HAW Hamburg
Produktion und Musik: Christian Friedrich
Das in dieser Episode verwendete Bildmaterial steht unter der Lizenz CC-BY 4.0, Urheberin ist Anne Vogt.
Transkript anzeigen
Volker: Moin Moin und herzlich willkommen zum Podcast die Sicherheitslücke.
Volker: Wir zeichnen heute am 19.06.26 um 14.45 Uhr auf
Volker: mit den Themen acht schwerwiegende Sicherheitslücken in Microsoft Windows und
Volker: deren Veröffentlichungsprozess auch Coordinated Vulnerability Disclosure oder
Volker: CVD, beziehungsweise kurz Responsible Disclosure genannt.
Volker: Ausnahmsweise haben wir heute auch mal den Aufzeichnungstermin wirklich mit
Volker: eingesprochen, Da gerade so eine Art Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Researcher, der diese ganzen,
Volker: Sicherheitslücken entdeckt hat und publiziert, entsteht und Microsoft,
Volker: die dann irgendwelche Bugfixes.
Volker: Ausrollen mit ihren Security-Patches.
Volker: Und dann gerade passiert wieder ein Tag nach diesem Patch, das ausgerollt wird,
Volker: zu einem gepatchten Fix wieder ein neuer Exploit von dem Security-Researcher kommt.
Volker: Daher also bitte, falls nach 14.45 Uhr des heutigen Tages irgendetwas passieren
Volker: sollte, vielleicht gibt es da noch mal eine Update-Folge.
Volker: Grundsätzlich geht es darum, dass ein Sicherheitsforscher, der unter mehreren
Volker: Pseudonymen agiert, Nightmare Eclipse ist ein GitHub-Handle,
Volker: das mittlerweile gelöscht wurde von GitHub.
Volker: Aber auch Chaotic Eclipse und Dead Eclipse sind in seinem Blog als Namen hinterlegt.
Volker: Und seit neuestem, seitdem als Nightmare Eclipse gelöscht wurde,
Volker: hat er sich dann nach MS Nightmare, also Microsoft Nightmare oder auch Mr.
Volker: Nightmare umbenannt. Also nicht Mr. Nightmare, sondern der Bezug auf Mr.
Volker: Nightmare und hat dann acht erhebliche Sicherheitslücken und zwar in Kern-Sicherheitsfunktionen.
Volker: Das ist ja gerade noch das Spannende von Microsoft Windows gefunden,
Volker: darunter im Wesentlichen Microsoft Defender und BitLocker.
Volker: Einmal kurz aufgezählt, damit die Leute, die unter unseren Zuhörern und Zuhörerinnen,
Volker: in Rechenzentren oder irgendwie verantwortlichen Positionen für Bugfixes arbeiten,
Volker: werde ich jetzt einmal kurz die CVE-Nummern nennen, die sich ja im Wesentlichen
Volker: immer nur den letzten fünf Ziffern unterscheiden.
Volker: Aber ganz kurz, es geht um Bluehammer. Das ist CVE 2026-33825.
Volker: Könnt ihr auch in unseren Shownotes nachgucken.
Volker: Das ist schon gepatcht und zwar seit dem 14. April.
Volker: Es gibt Red Sun, das ist die letzte Nummer 41091, auch gepatcht am 21. Mai.
Volker: Undefend CVE 45498, gepatcht am 21. Mai.
Volker: Yellow Key 45585, gepatcht am 9. Juni über ein reguläres Patch.
Volker: Dann gibt es Green Plasma 45586, auch gepatcht am 9. Juni mit einem regulären Patch.
Volker: Dann gab es Mini Plasma, das mit 17103 unvollständig gepatcht wurde 2020.
Volker: Und daraufhin hat der Forscher dann wieder aufgesetzt. Das wurde auch wiederum gepatcht.
Volker: Und dann gibt es jetzt noch als Neueste das Rogue Planet und das ist die Nummer 50606.
Volker: Das ist von ihm eine Reaktion auf den Patch von Blue Hammer und da ist wiederum
Volker: kein Patch bisher verfügbar, weil Microsoft noch nicht so weit ist,
Volker: dass sie diese Sicherheitslücke fixen konnten.
Volker: Das Besondere an diesen Sicherheitslücken und das ist erstaunlich wie auch aufregend,
Volker: also aufregend im Sinne von verärgernd zugleich, diese Sicherheitslücken wurden
Volker: von dem Nightmare Clips oder Mr.
Volker: MS Nightmare herausgegeben und mit Proof of Concepts, also POCs hinterlegt und.
Volker: Ohne Microsoft vorher die ausreichende Chance zu geben, diese zu fixen.
Volker: Das heißt, sie sind jetzt in the wild, im Feld schon als Exploits festzustellen.
Volker: Jetzt sage ich aber mal dazu, so ist die Story dahinter.
Volker: Wie viel Zeit Microsoft wirklich für irgendwas hatte.
Volker: Das wird auch von Microsoft nicht wirklich offengelegt, denn
Volker: es gibt auch die andere Seite der Story, wo nachher gesagt wird,
Volker: diese Lücken wurden durchaus Microsoft rechtzeitig angekündigt,
Volker: aber aufgrund von Personalreduktion von Microsoft,
Volker: wurde es dann so gemacht, dass bestimmte Prozesse verschärft wurden.
Volker: Und eine mehr oder eine Geschichte lautet nun, es müssen jetzt auch Video-Proof-of-Concepts
Volker: reingebracht werden, damit die Sicherheitsforscher bei Microsoft nicht originär
Volker: nachprüfen müssen, ob dieser Quellcode funktioniert.
Volker: Viele der Sicherheitsforscher haben aber keine Lust darauf, jetzt nochmal wieder
Volker: ein Video aufzunehmen und möglicherweise wurden jetzt die Videos nicht hochgeladen,
Volker: sodass dann dieser Prozess als unvollständig angenommen wurde und diese Sicherheitslücken
Volker: einfach ignoriert wurden, weil ein Microsoft-Prozess verletzt wurde.
Volker: Und das ist jetzt die Abwägung, die wir auch nachher noch diskutieren werden,
Volker: zwischen wann darf ein Sicherheitsforscher, eine Forscherin die Informationen
Volker: einfach dann publizieren, weil das Unternehmen nicht agiert.
Volker: Und wann ist es so gefährlich, dass es vielleicht doch nicht gemacht werden soll?
Volker: Dazu werden wir auch keine Lösung präsentieren, aber zumindest durchaus ein paar Argumente.
Volker: Aber ich würde jetzt sagen, also wir, herzlich willkommen erstmal.
Volker: Wir, das sind heute nur Volker Skwarek von der HAW Hamburg und.
Monina: Monina Schwarz vom LSI.
Volker: Und leider nicht Ingo Timm, der heute leider verhindert ist.
Volker: Aber er wird sicherlich uns aus der Ferne zuhören, wenn dieser Podcast publiziert wird.
Volker: Ich würde sagen, Monina, starte du erstmal mit deinen Sicherheitslücken,
Volker: also für die Zuhörenden.
Volker: Wir haben so die acht Sicherheitslücken ein bisschen unter uns aufgeteilt,
Volker: ein bisschen geklastert und daraus so vier Abschnitte gemacht,
Volker: wo wir die vorstellen mit Mechanismen, Gefährdung und so allgemeinem Vorgehen
Volker: in der Sicherheitslücke.
Volker: Und Monina fängt auch erstmal an mit ihren beiden, oder?
Monina: Nachdem, glaube ich, du Blue Hammer hast und das ja einer der Ersten war und
Monina: auch der namensgebend sehr Bekannte, dann fang du doch mal an erst mal.
Volker: Alles klar. Naja, okay. Wer kann da schon widersprechen? Überredet.
Volker: Ich erkläre jetzt erstmal am Blog die drei Sicherheitslücken Blue Hammer,
Volker: Red Sun und Undefendant.
Volker: Und diese drei Lücken sind alles drei Verwundbarkeiten von Microsoft Defender.
Volker: Und sie sind in der Lage, diesen MSD, also Microsoft Defender,
Volker: kurz MSD, in seiner Funktion vollständig auszuhebeln.
Volker: Das Ding läuft und der Researcher hat sogar noch den Nachweis gebracht,
Volker: nee, den hat er nicht gebracht, den wollte er nicht disclosen.
Volker: Er hatte für sich den Nachweis gebracht, dass er sogar das Display,
Volker: dass die User-Anzeige über die Funktionsfähigkeit von Microsoft Defender
Volker: so täuschen kann, dass Microsoft Defender anzeigt, dass er funktioniert,
Volker: aber zum Beispiel ein Update, ein Signatur-Update nicht gefahren hat.
Volker: Das darf eigentlich gar nicht passieren.
Volker: Aber ich fange mal an, also bevor ich mich jetzt hier aufrege,
Volker: ich fange mal an mit Blue Hammer, dem ersten und ältesten Exploit.
Volker: Am 2. April wurde er veröffentlicht und am 3. April wurde quasi der vollständige
Volker: Code für den Proof of Concept und genau für den Exploit veröffentlicht.
Volker: Und wir greifen hier, es ist kein Fehler des Systems, Es ist kein Shell-Code,
Volker: kein Memory-Corruption oder was auch immer man so kennt.
Volker: Da wurde irgendwas falsch gemacht. Es wird die Grundfunktionalität von Windows
Volker: genutzt, nur in einer anderen Reihenfolge, als sie von Microsoft vorgesehen war.
Volker: Und das ist genau das Kritische an allen diesen Sicherheitslücken, die wir vorstellen.
Volker: Denn sie sind eigentlich nicht detektierbar. Also eigentlich, natürlich.
Volker: Es gibt immer irgendwelche Indicators und so weiter. Aber die sind so filigran,
Volker: dass, wir haben es ja schon gesehen, der Sicherheitsforscher,
Volker: sobald ein Patch rausgebracht wurde, gleich wieder in der Lage ist,
Volker: dieses Patch auszuhebeln in einer anderen Reihenfolge.
Volker: Also es geht hier tief ins Betriebssystem und deswegen müssen wir euch so ein
Volker: bisschen erklären, warum wir, oder dass wir da so ein bisschen technischer werden,
Volker: damit ihr versteht, was da passiert und wo ihr euch schützen müsst.
Volker: Also beispielsweise Bluehammer nutzt fünf Komponenten in einer bestimmten Reihenfolge.
Volker: Wir benutzen den Defender als
Volker: Kern, als Betriebssoftware. Wir benutzen den Volume Shadow Copy Service.
Volker: Das heißt, der legt also ein virtuelles Laufwerk oder ein Schattenlaufwerk an,
Volker: in dem dann der Defender arbeitet, quasi als eine geschlossene Sandbox.
Volker: Wir benutzen die Cloud-Files-API, weil wir so tun, als ob wir auf einem Netzwerk
Volker: irgendwas machen, so wie bei OneDrive oder, keine Ahnung, bei Dropbox oder sowas.
Volker: Und diese API nutzen wir, um bestimmte Aktionen auszuüben, die nur wir ausüben
Volker: können als Angreifer und damit das System stilllegen.
Volker: Wir benutzen die sogenannten Opportunistic Logs. Das heißt, wir durch bestimmte
Volker: Aktionen als Angreifer machen eine Sperre auf eine Datei,
Volker: die Microsoft Defender gerade lesen will und lieb wie Microsoft Defender ist,
Volker: wartet es halt, bis die Sperre aufgehoben ist.
Volker: Und sowas nennt man dann auch klassisch Race Condition oder auch mit Fachbegriffen
Volker: TalkTo, also T-O-C-T-U-U, Time of Check, Time of Use.
Volker: Die Nachprüfung eines Rechts oder einer Existenz einer Datei und die Verwendung
Volker: einer, was auch immer, Handles, Datei, Rechts, sind zeitlich getrennt.
Volker: Und wenn ich in die Mitte reinkomme und dann das, was gerade geprüft wurde,
Volker: verändere und das, was nachher getan wird, dann mit dem geänderten gemacht wird.
Volker: Das ist hier diese Race Condition, die immer wieder provoziert wird.
Volker: Der Ablauf ist folgendermaßen, bei dem Blue Hammer zum Beispiel,
Volker: wenn ein neues Update für Defender kommt, wird dieses Volume Shadow Copy angelegt.
Volker: Das heißt, es wird so ein Schattenlaufwerk erzeugt.
Volker: Und in diesem Schattenlaufwerk gibt es eine ganz blöde Eigenschaft,
Volker: nämlich das, was im Betriebssystem komplett für den Fremdzugriff gesperrt wird,
Volker: das SAM, das Security Administration Module, die Datenbank mit den Passworten,
Volker: die ist da drin, damit dieses Shadow Drive funktionieren kann.
Volker: Als nächstes, also das wird angelegt von Microsoft Defender, wenn ein Update kommt.
Volker: Als nächstes registriert Bluehammer, die böse Software, sich als ein Cloud-Serve-File-Provider,
Volker: also als OneDrive oder so.
Volker: Also nicht namentlich sowas, sondern in der Funktion, ich stelle Dateien auf
Volker: einem Netzwerklaufwerk zur Verfügung.
Volker: Und jetzt wird Defender dazu gebracht.
Volker: Eine Datei von diesem Laufwerk zu lesen. Einfach indem ich die zum Beispiel
Volker: öffne, also virtuell fiktiv öffne und jetzt macht Defender einen Check dieser Datei.
Volker: Ich als Service kann aber, also ich als Network-Service kann jetzt aber sagen,
Volker: stopp, die Datei ist gerade gesperrt,
Volker: weil es ist ja mein Netzwerk, mein Netzwerk-Service und der,
Volker: den ich gerade als Angreifer angelegt habe, der kann sagen, warte mal bitte
Volker: mit Zugriff auf die Datei, die nutzt gerade jemand anders.
Volker: Und Defender, gut erzogen wie er ist, liest dann erstmal nicht.
Volker: Und jetzt haben wir die Race Condition.
Volker: Defender hat gerade angefangen, eine Datei zu lesen, also greift gerade auf
Volker: eine Datei zu, ich mache einen Log drauf und jetzt muss Defender warten, bis das Log weg ist.
Volker: Ich habe also quasi alle Zeit der Welt, um jetzt diese Datei,
Volker: die Defender gerade angefasst hat, in etwas anderes zu verwandeln.
Volker: Blue Hammer liest in der Zeit einfach das Security Administration Module aus, liest die Passworte,
Volker: entschlüsselt das mit dem Bootkey, dass ihm mit diesem Shadow Drive auch noch
Volker: gerade mitgeliefert wird und loggt sich als Administrator ein,
Volker: stiehlt Hashes und hat aber dadurch, dass dieses Shadow Drive eine,
Volker: Systemfunktion ist, hat der Admin, dessen Passwort er gerade geklaut hat und
Volker: dessen Passwort er neu angelegt hat, und hat er jetzt Systemrechte.
Volker: Der hat also nicht nur Admin-Rechte, der hat komplett Systemrechte. Mehr geht nicht.
Volker: Ja, also komplizierter Angriff. Und was man dagegen tun kann,
Volker: ist verlinkt in den Shownotes.
Volker: Aber grundsätzlich ist es so, dass wir gucken müssen, ob niedrig privilegierte Prozesse,
Volker: in Windows Service abfragen, die Blue Hammer mit Systemrechten nutzt.
Volker: Das heißt also, ist der User A, B, C, konnte der gerade etwas ausrufen oder
Volker: ausführen, was Systemrechte hat, was nie sein soll.
Volker: Also das ist eigentlich so der Kern dessen, was hier gemacht werden soll.
Volker: Weitere Dinge haben wir hinterlegt in den Shownotes, wobei ich auch da sage,
Volker: das ist eigentlich nicht die Aufgabe einer Administration, das muss ein Endpoint Protection System.
Volker: Übernehmen, das heißt also irgendwelche Virenscanner oder Probes oder sonst irgendwas.
Volker: Der nächste ist spannenderweise Red Sun und im Prinzip funktionierte ähnlich wie Blue Hammer.
Volker: Statt fünf Prozessschritten nutze nur vier.
Volker: Hier ist der Punkt, der nutzt die Links, die symbolischen Links.
Volker: Ich kann unter Windows drei Arten von Links auf Dateien anlegen.
Volker: Link bedeutet, dass ich halt nicht die Datei selbst benutze,
Volker: sondern mir irgendwie ein Dummy anlege, das auf die Datei verweist.
Volker: Und wenn ich dieses Dummy-Ding jetzt starte, dann wird eigentlich die Datei,
Volker: gestartet. Und diese Form von Links, die hier genutzt werden,
Volker: das sind, oder nicht hier, sondern generell, wir unterscheiden zwischen Hard
Volker: Links, Junctions und Symbolic Links.
Volker: Hier werden die Junctions genutzt. Junctions sind Umleitung von Verzeichnissen.
Volker: Das bedeutet also, es wird keine eigene Datei hier angelegt,
Volker: sondern es wird gleich ein gesamtes Verzeichnis neu verlinkt.
Volker: Und ohne den Angriff jetzt unnötig kompliziert machen zu wollen,
Volker: funktioniert das ungefähr folgendermaßen.
Volker: Die Malware RedSun schmuggelt das offizielle IK-Antivirus-Test-File ein.
Volker: Und zwar, indem es verkehrt herum im Speicher abgelegt wird.
Volker: Dadurch kann erst mal Memory Scan unmittelbar nicht funktionieren,
Volker: weil halt dieses Pattern von diesem File erst mal so nicht erkannt wird.
Volker: Und jetzt ist das also auf dem Rechner drauf.
Volker: Und wenn die Datei ausgeführt wird, wird dieser String umgedreht.
Volker: Also jetzt ist sozusagen dieses völlig harmlose Antivirus-Test-File auf dem
Volker: Rechner aktiv, weil vorher würde es vielleicht schon von einer Firewall geblockt werden.
Volker: Jetzt ist es aktiv und Microsoft Defender sieht jetzt erstmal,
Volker: oh, da ist eine Datei, die muss ich untersuchen und würde jetzt sofort anschlagen.
Volker: Ja, jetzt machen wir wieder dieses TalkTo.
Volker: Das heißt, wir überprüfen oder Time of Check, Time of Use und die Zeit dazwischen,
Volker: die nutzen wir nun, um das Verzeichnis, in dem wir diese Datei abgelegt haben, umzubenennen.
Volker: Wir merken uns aber noch diesen Verzeichnisnamen, damit er nicht verloren ist,
Volker: setzen einen symbolischen Link auf diesen gemerkten Verzeichnisnamen ohne weitere Dateien jetzt drin,
Volker: und verlinken den zum Beispiel auf Windows System 32.
Volker: Da sind alle möglichen Systemdateien drin abgelegt und wir überschreiben nun,
Volker: also nicht wir, sondern das System,
Volker: überschreibt nun eine Datei in diesem Windows System 32 Folder.
Volker: Und durch diesen Symbolic-Link wird die Virus-Datei, die er gerade überprüfen
Volker: wollte, die wir ihm weggeklaut haben, mit einem Symbolic-Link versehen haben,
Volker: auf das Windows 32-Verzeichnis verschoben und dort eine beliebige Datei ausgeführt.
Volker: Also beliebig heißt eine, die wir gerne hätten.
Volker: Und das Coole ist, und wenn ich diese Datei vorher mit etwas überschrieben habe,
Volker: was ich gerne ausgeführt haben möchte, nämlich eine echte Malware,
Volker: dann ist mein Rechner mit Systemrechten dieser Malware quasi in fremder Hand.
Volker: Tja, was kann man da wieder dagegen tun? Zum Beispiel, wenn jemand von falschen,
Volker: Pfaden, das ist immer dieser Temp, das Working Directory, das hier genutzt wird.
Volker: Wenn von einem Temp-Directory dann auf System32 zugegriffen wird,
Volker: dann ist das offensichtlich ein solcher Link, weil ich lese das Temp-Directory und lande im System32.
Volker: Das müsste eigentlich ein Endpoint-Detection-System unterbinden.
Volker: Tja, muss man reinprogrammieren, dann geht das. Nur irgendwann denkt sich dann
Volker: der Hacker irgendeine andere Sicherheitslücke aus oder eine andere Schwachstelle,
Volker: weil es ja einfach ein legitimes Verfahren ist, wie man unter Windows arbeiten kann.
Volker: Das letzte ist dann das Undefend, also wir haben gerade gesprochen von Blue
Volker: Hammer, Red Sun und der dritte ist Undefend und hier wird im Prinzip mit einem ähnlichen Mechanismus,
Volker: das Definition Update, also Microsoft Defender Definition Update und die Key
Volker: Signaturen, also die Filesignaturen werden gehemmt.
Volker: Das bedeutet, Microsoft Defender möchte jetzt auf seine File-Signaturen zugreifen,
Volker: um ein Update einzuspielen.
Volker: Ich packe da ein Log drauf mit den Mechanismen, die ich da gerade beschrieben
Volker: habe, weil ich habe gerade beschrieben, wie ich ein Verzeichnis übernehmen kann
Volker: und wie ich eine Datei übernehmen kann.
Volker: Und das, was Microsoft Defender jetzt macht, ist ja nichts anderes,
Volker: als dass er in einem Verzeichnis eine Datei überschreiben will mit neuen Signaturen.
Volker: Und dieses unterbinde ich ihm jetzt durch genau die vorher beschriebenen Mechanismen
Volker: und das bedeutet, dass Microsoft Defender nicht mal mehr neue Signaturfiles runterladen kann.
Volker: Das bedeutet, was wir jetzt gemacht haben, wir haben ihm Nutzer-Datenbanken geklaut,
Volker: wir haben das System dazu gebracht, Dateien auszuführen mit Systemrechten,
Volker: die ich gerne hätte, diese Dateien,
Volker: und wir verhindern, dass Microsoft Defender jetzt auch noch System-Updates hinterher
Volker: spielen kann, um zum Beispiel meine Signaturen, die ich alle hinterlassen habe,
Volker: wie zum Beispiel dieses I-Card-Test-File,
Volker: als Signatur zu hinterlegen, falls sowas detektiert wird.
Volker: Ja, kann er gerne hinterlegen. Er kommt nur leider an seine eigene Datei nicht
Volker: ran, wo er das reinschreiben möchte.
Volker: Ich möchte jetzt nicht in Ehrfurcht ausbrechen, sondern es ist natürlich super
Volker: kritisch, was da detektiert und gefunden wurde und exploitet werden kann.
Volker: Aber ich finde die Genialität, solche Prozesse zu durchschauen und in anderer
Volker: Reihenfolge als bösartig dann zu benutzen, schon, boah,
Volker: ich will es nicht verharmlosen, aber irgendwie doch schon bewundern oder anerkennenswert.
Volker: Ich kann es leider nicht anders sagen.
Volker: Ich übergebe dann mal an Monina mit ihren Sicherheitslücken.
Monina: Ja, dann kommen wir zu zwei weiteren, die sich auch insofern ändern,
Monina: dass das beides Privilege Escalations sind, also rechte Ausweitungen,
Monina: die bewirken, dass man als normaler
Monina: Benutzer danach mit Admin-Rechten eine Command-Line hat oder dergleichen.
Monina: Wir haben zwei und die erste ist insofern interessant, da sie eigentlich auf
Monina: einer alten Schwachstelle beruht.
Monina: Die Mini-Plasma-Schwachstelle, die hebelt die rechte Verwaltung von Windows
Monina: 11 aus und gewährt Angreifern unbefugten Systemrechte mit einer Race Condition.
Monina: Das Ganze beruht auf einer alten Sicherheitslücke von 2020 von einem anderen
Monina: Sicherheitsforscher namens James Forshaw von Google Project Zero.
Monina: Und da gibt es so ein bisschen die Geschichte, dass der Sicherheitsforscher,
Monina: über den wir hier eigentlich sprechen.
Monina: Mal aufgefordert wurde, da reinzuschauen oder mal reingeschaut hat und dann
Monina: sehr überrascht war, dass diese Sicherheitslücke noch funktioniert.
Monina: Weil die damals eigentlich gepatcht worden war, 2020, nachdem sie damals offiziell bekannt wurde.
Monina: Entweder wurde der Patch irgendwann zurückgerollt oder der Patch hat es nicht
Monina: ganz behoben. Jedenfalls funktioniert das scheinbar immer noch.
Monina: Und das Ganze beruht auf den Cloud-Fileschreibern, also einer Kernkomponente
Monina: von Microsoft Windows, die dafür verantwortlich ist, wie Cloud-Speicherdienste,
Monina: mit Files interagieren.
Monina: Zum Beispiel OneDrive, wenn OneDrive in einem Ordner Files anzeigt,
Monina: die aber noch nicht lokal auf dem System gedownloadet sind, sind das Platzhalter
Monina: und erst wenn man diese Dateien benutzen möchte, werden die quasi gedownloadet.
Monina: Der Exploit nutzt die Art und Weise aus, wie dieser Cloud-Treiber jetzt mit
Monina: der Erstellung von Registry-Keys umgeht.
Monina: Es wird hier ausgenutzt, dass eine Funktion des Cloud-File-Drivers umgeht,
Monina: dass geprüft wird, ob ein Benutzer überhaupt berechtigt wäre,
Monina: eine Datei an einem Ort abzulegen.
Monina: Und er nutzt auch wiederum aus.
Monina: Dass wenn der User-Hive auf den zugegriffen werden soll von dem Benutzer,
Monina: von dem aus das Ganze getriggert wird, dass wenn der nicht existiert,
Monina: dass der Default-Benutzer wiederum der System-Hive ist.
Monina: Das heißt, ich bin hier dann von dem Benutzer-Kontext plötzlich in dem System-Kontext
Monina: genandet, was so ohne eine Prüfung nicht möglich sein sollte.
Monina: Dazu wird unter anderem auch ausgenutzt, dass wenn ich einen Token-Impersonating
Monina: in Windows machen kann, also sprich, dass ich aus meinem eigenen Kontext von
Monina: meinem Benutzer auf einen Gastbenutzer wechseln kann,
Monina: den Token für eine gewisse Zeit benutze. Ja.
Monina: Dieser Token hat dann keinen eigenen Hive zugeordnet, wodurch der Hive ja gar
Monina: nicht existent ist, was wiederum oben beschrieben den Default auslöst,
Monina: dass ich in dem System Hive mich befinde.
Monina: Dadurch wird hier ein Registry-Key mit einem Symbolic-Link versehen,
Monina: der uns wiederum dazu bringt, dass wir eine Shell gespawnt bekommen im System-Kontext.
Monina: Das ist jetzt auch tatsächlich die Neuerung.
Volker: Was heißt gespawnt, Monina?
Monina: Also, dass sie gestartet wird, Verzeihung. Das ist auch die Neuerung zu der
Monina: alten Schwachstelle, die damals verkündet worden ist, dass der PioC jetzt beinhaltet,
Monina: dass eine Shell am Ende gespawnt wird.
Monina: Ansonsten ist das, soweit ich das zumindest verstanden habe,
Monina: relativ ähnlich oder relativ gleich zu der alten CVE, die es damals gab.
Monina: Ich glaube, du hattest vorhin die CVE auch vorgelesen. Das ist,
Monina: glaube ich, immer noch die 2020er.
Volker: Ja, ich habe da zumindest keine Neue gekriegt. Die wurde scheinbar nicht aktualisiert,
Volker: sondern es ist weiterhin dieselbe.
Monina: Ja, wenn das dieselbe Schwachstelle ist, dann ist das ja auch immer noch entsprechend das Gleiche.
Monina: Die andere Bridge Escalation-Schwachstelle ist Green Plasma.
Monina: Die funktioniert auch wieder wie CTF-Mann, was auch wieder ein Windows-eigener
Monina: Prozess ist. Das ist ein Windows-Hintergrundprozess, das ist ein ausgesprochen
Monina: Windows Collaborative Translation Framework Monitor.
Monina: Das organisiert Textverarbeitung, Texteingaben, Spracherkennung und läuft normalerweise
Monina: im Sicherheitskontext des Benutzers.
Monina: Der Exploit besteht aus zwei Teilen. Eine Objektmanager-Simlink-Platzierung
Monina: auf ein CTF-Session-Objekt, also von diesem CTF-Mon, diesem Tool.
Monina: Und einen anschließenden Registry-Link-Abuse über die Cloud-Files-Richtlinien-Infrastruktur.
Monina: Es werden also Objektmanager-Permissions manipuliert, um ein Objekt in einer
Monina: Art und Weise nur vom System beschreibbaren Bereich abzulegen.
Monina: Und danach wird CTF-Mon dazu gebracht, damit zu interagieren.
Monina: Genau, dadurch haben wir jetzt zwei Privilege Escalation Schwachstellen,
Monina: die bestehende Windows-Prozesse und Windows-Tools da ausnutzen,
Monina: um sich von einem Benutzerkontext in einem Systemkontext zu begeben und dort etwas zu machen.
Monina: Prinzipiell auch hier, wie auch bei den anderen Lücken, die wir bisher genannt
Monina: haben, ist es notwendig, dass wir als Angreifer in irgendeiner Form einmal den
Monina: Nutzer dazu bringen, irgendwas auszuführen oder eine Datei zumindest runterzuladen.
Monina: Das ist bei zwei weiteren Schwachstellen, die noch kommen, anders.
Monina: Die würde ich auch gleich noch vorstellen. Aber Volker, möchtest du dazwischen
Monina: nochmal, dass ich nicht so lange am Stück rede?
Volker: Ja, klar. Wir haben hier draußen gefühlte 35 Grad im Schatten,
Volker: wenn man welchen findet. und die Kehle trocknet schneller aus,
Volker: als man Wasser nachkippen kann.
Volker: Hier auch wieder eine Privilege Escalation von mir.
Volker: Das ist, wie ich hatte ja eben vorgestellt, Blue Hammer und alles das,
Volker: was mit Microsoft Defender gemacht wird und ein paar weiteren Sicherheitslücken.
Volker: Als Blue Hammer gepatcht wurde, hat der liebe Microsoft Nightmare die nächste
Volker: Sicherheitslücke zu Blue Hammer, Also in einer kleinen Variante gebracht.
Volker: Wir erinnern uns, Blue Hammer war das Klauen von Systemrechten,
Volker: indem ich einfach einen nicht privilegierten Nutzer auf Systemrechte anhebe.
Volker: Und jetzt haben wir die Sicherheitslücke Rogue Planet und diese Sicherheitslücke
Volker: macht eigentlich das, was Microsoft Defender machen soll.
Volker: Es soll Sachen überprüfen und mit allen größten Rechten,
Volker: und jetzt wisst ihr schon, worauf es rausläuft, mit allen Rechten,
Volker: die auf einer Maschine zur Verfügung stehen, Dateien lesen, schreiben,
Volker: überprüfen, möglicherweise verändern.
Volker: So, wenn ich das aber kann, mit allen Rechten, dann sind ja keine Dateien vor mir sicher.
Volker: Sollen ja auch nicht vor Microsoft Defender. Ist ja der Gute.
Volker: Und ganz kurz gesprochen, das System funktioniert wieder so,
Volker: dass ich die Zeit zwischen ich lese etwas und ich tue etwas.
Volker: Dass ich die nutze, um das, was ich gerade gelesen habe, also zum Beispiel.
Volker: Eine Datei, die jetzt ausgeführt werden soll, durch eine andere Datei zu ersetzen.
Volker: Das bedeutet, ich lasse das System eine gutartige Datei anlesen.
Volker: Sage ihm jetzt, nein, das halte mal kurz an, also über eine Race Condition,
Volker: schiebe dann über einen symbolischen Link einfach unter dem Namen dieser Datei,
Volker: eine andere Datei da rein, die bösartig ist, aber gerade eben wurde ja diese
Volker: Datei als gutartig bezeichnet.
Volker: Und dann wird durch den Doppelklick auf die gutartige Datei und das Anlesen
Volker: der gutartigen Datei die bösartige Datei ausgeführt.
Volker: Ist eine Weiterentwicklung des Blue Hammer und dazu gab es Stand vor zwei Tagen,
Volker: vor zwei Tagen oder vor drei, gab es noch nicht mal eine CVE.
Volker: Das heißt, Microsoft selbst hat das Ganze noch nicht mal als Sicherheitslücke,
Volker: registriert, anerkannt, wie auch immer und geschweige denn ein Patch.
Volker: Und hier ist auch das Schwierige, wo wir dann nachher darauf zu sprechen kommen,
Volker: Diese ganzen Sicherheitslücken, die wir erwähnen, sind mittlerweile in the wild,
Volker: also im freien System, in der freien Laufbahn, sind sie gefunden worden und ausgenutzt worden.
Volker: Und wie wir schon gesagt haben, ihr könnt euch nicht dagegen wehren.
Volker: Das sind reguläre Windows-Funktionen, nur in einer anderen Reihenfolge ausgeführt.
Volker: So, das war die Lücke von Rogue Planet und jetzt käme Munina noch wieder mit einer.
Monina: Mit zwei sogar. Wir haben hier nochmal zwei Bitlogger, zwei Bitlogger-Umgehungslücken.
Monina: Bitlogger hatten wir schon mal in der vorherigen Folge erwähnt.
Monina: Und dient im Prinzip eigentlich dazu, also hier TPM-Only-Bitlogger,
Monina: relevant, dass man die Festplatte nicht einfach benutzen kann,
Monina: wenn man als Angreifer jetzt einen Laptop in die Hand bekommt.
Monina: Also wenn ich jetzt meinen Laptop in der U-Bahn vergesse oder sonst wo oder
Monina: er mir geklaut wird, kann ein Angreifer erstmal nicht auf die Daten auf meinem
Monina: Laufwerk zugreifen. Dafür soll Bitlogger dienen und man kann das mit Preboot-Pin machen.
Monina: Der würde hier vermutlich den Angriff oder die beiden Angriffe verhindern.
Monina: Vermutlich insofern, dass die POCs sich nur auf Bitlockern ohne den Preboot-Pin beziehen.
Monina: Aber laut Eigenaussage des Sicherheitsforschenden hier geht das wohl auch mit.
Monina: Aber zumindest, wie gesagt, der POC lässt nur oft das ganze TPM-Only-Mode schließen.
Volker: Aber Preboot-PIN heißt, es ist ein Boot-Passwort, das ich eingeben muss oder sowas.
Monina: Ich muss nochmal, bevor ich überhaupt starte und bevor ich überhaupt zu meinem
Monina: Windows komme, einen PIN eingeben, dass ich überhaupt das ganze System benutzen darf.
Monina: Genau, das ist noch nicht die Regel, dass das benutzt wird, weil das natürlich
Monina: nochmal zusätzlich umständlich für die Benutzer ist, deswegen wird das oft nicht
Monina: gemacht, würde aber wie gesagt hier vermutlich diesen Angriff unterbinden oder beide.
Monina: Genau. Was ist jetzt Yellow Key?
Monina: Das ist ein Fehler in der Wiederherstellungsumgebung rund um Bitlogger,
Monina: die mit physischem Zugriff dem Angreifer erlaubt, die Schutzmaßnahmen zu umgehen
Monina: und auf das betroffene System zuzugreifen und zwar unverschlüsselt,
Monina: also auf die Daten unverschlüsselt zuzugreifen.
Monina: Da wird die Windows-Wiederherstellungsumgebung ausgenutzt, also die Windows-Wiederherstellungsumgebung,
Monina: und es werden sogenannte FSTX-Dateien benutzt.
Monina: Das sind Transactional-NTFS-Dateien, also das sind atomare Aktionen auf dem NTFS-File-System.
Monina: Atomar bedeutet schlicht und ergreifend, entweder sie funktionieren komplett oder sie scheitern.
Monina: Also Atom ist der Teil der Wahrheit, also entweder es ist im Kompletten oder auch nicht.
Monina: Die sind prinzipiell dazu da, um eine gewisse Stabilität in das System reinzubringen.
Monina: Die werden hier ausgenutzt. Wir müssen als Angreifer hier einen USB-Stick mitbringen
Monina: mit dem vorbereiteten System Volume Information FSTX.
Monina: Und das den Laptop oder das System haben, auf das wir zugreifen wollen.
Monina: Dann stecken wir als Angreifer das Ganze ein und kommen damit auf unser System drauf.
Monina: Beziehungsweise haben eine Shell und können zugreifen.
Monina: Das heißt, als Angreifer stecken
Monina: wir unseren USB-Stick ein, starten das System, gehen in Recovery Mode.
Monina: Und haben dann eine Shell mit unbeschränktem Zugriff auf das eigentlich vom
Monina: Bitlocker geschützte Laufwerk anstelle der Windows-Recovery-Umgebung.
Monina: Das sollte bei Windows 11 und Windows Server 2020, so wie 25 oder bis 25 funktionieren.
Monina: Und das ist der Angriff Yellow Key.
Monina: Wie gesagt, funktioniert nicht, wenn man oder kann man auch umgehen,
Monina: indem man einen Preboot-Pin setzt.
Monina: Die GreatXML-Bitlocker-Schwachstelle funktioniert grob ähnlich oder targetet derselben Kontext.
Monina: Für die Durchführung des Angriffes müssen spezifische Dateien auf das T-System übertragen werden.
Monina: Der Programmcode erfordert das Kopieren einer XML-Datei sowie eines separaten
Monina: Wiederherstellungsordners, der eine weitere XML-Datei enthält,
Monina: in das Stammverzeichnis der Wiederherstellungspartition des Computers.
Monina: Anschließend muss das System in den Wiederherstellungsmodus versetzt werden,
Monina: den wir vorhin schon mal hatten, durch das Gedrückthalten, der Shift-Taste beim
Monina: Klicken auf die Neustartfläche.
Monina: Nach dem Hochfahren erhält der Angreifer dann oder die Angreiferin unbeschränkten
Monina: Zugriff auf das eigentlich durch Bitlogger geschützte Laufwerksvolumen.
Monina: Die Ausnutzung dieser Schwachstelle erfordert, dass die Offline-Suchfunktion
Monina: von Microsoft Defender irgendwann mal aktiv war oder vom Angreifer vorher gezielt gestartet wurde.
Monina: Das Relevante an dem Angriff hier ist, dass ich davor als Angreifer sogar schon
Monina: Admin-Rechte haben muss und überhaupt hier meine Partition zu mounten,
Monina: in der ich dann etwas ablegen möchte, was später passiert.
Monina: Benutzt wird, aber es ist ein sozusagen Post-Compromise-Tool,
Monina: ich kann es als Angreifer benutzen, wenn ich bereits auf dem System bin und
Monina: Atembenrechte habe, was ja schon eine relativ hohe Hürde ist,
Monina: dafür bin ich dann an dem System so weit verewigt, dass ich auch selbst nach credentialverlust,
Monina: oder nach Verlust meiner eigentlichen Remote-Zugriff-Methode,
Monina: die ich ja scheinbar schon habe an dem Punkt,
Monina: trotzdem ich das System hier physikalisch in die Hände bekomme,
Monina: einfach so auf das System darauf zugreifen kann und am Bitlogger vorbeikomme.
Volker: Hier ist ja das Spannende, dass Microsoft angeblich gesagt hat,
Volker: naja, das ist ja gar keine Sicherheitslücke, da muss derjenige ja komplett im
Volker: Besitz des Systems sein und so weiter und dann ist es ja noch eine Windows-Funktion.
Volker: Also das ist ja so, wie es gewollt ist, plus ich muss manuellen,
Volker: physischen, alleinigen, eskalierten Zugriff auf das System haben.
Volker: Und dass Microsoft, ja, möglicherweise können sie in ihrer Grundmentalität da recht haben.
Volker: Nur ich widerspreche da vehement, weil wir ja gerade eben oder mit Blue Hammer,
Volker: nee, mit Red Sun, Entschuldigung, gesehen, nee, Blue Hammer,
Volker: Blue Hammer war es, gesehen haben, wie ich Nutzerrechte eskaliere.
Volker: Ich kann also über ein Defender-Manipulation auf das SAM.com mir einen Administrator-User
Volker: anlegen, der Systemrechte hat.
Volker: Und das mache ich einfach per Remote, indem ich da einfach irgendwo,
Volker: eine Spam-E-Mail hinschicke mit klicken Sie bitte hier, dann wird derjenige
Volker: gefischt, lädt das runter, die Software ist auf seinem System,
Volker: auf ihrem System, wie auch immer und startet das ganze Ding.
Volker: So, diese Software ist self-running, das heißt völlig interaktionslos,
Volker: einmal Doppel geklickt und das ist kompromittiert das System und im zweiten
Volker: Schritt mache ich dann schön dieses BitLocker-Bypass und,
Volker: habe jetzt sogar vollen Zugriff auf allverschlüsselte.
Volker: Partitionen. Und ich finde das so cool, weil das erinnert mich an so einen Angriff,
Volker: der auf den Chaos Communication Congress vorgestellt wurde, mit wie sich die,
Volker: BitLocker, wie sich BitLocker umgehen lässt, indem ich BitLocker im Recovery-Modus
Volker: dann starte oder das System im Recovery-Modus und dort dann anhalte,
Volker: dann habe ich nämlich die Recovery-Partition ohne BitLocker,
Volker: allerdings mit allen Systeminformationen, die halt so eine Partition braucht.
Volker: Und da wurde dann, ich habe diesen Angriff nicht komplett verstanden,
Volker: deswegen klingt er jetzt so ein bisschen dahingestolpert,
Volker: aber der hier ist ja so ähnlich und ich finde das,
Volker: richtig genial, also genial nicht im Sinne von kriminellen Energie,
Volker: sondern genial im Sinne von intellektuellen Fähigkeiten, einen Angriff so weiterzuentwickeln, dass er,
Volker: im Prinzip Microsoft Windows in seinem Herz berührt.
Volker: Und das finde ich schon ziemlich krass.
Monina: Es ist vor allem auch die Fülle an Angriffen, die hier so beeindruckt sind.
Monina: Also ich meine, jeder Angriff ist im Prinzip ein Puzzleteil in der Toolbox von einem Angreifer.
Monina: So, was habe ich für Systeme, die vor mir liegen?
Monina: An was komme ich ran? Komme ich physisch ran? Kann ich dem Nutzer irgendeine Datei unterschieben?
Monina: Bin ich auf dem System schon drauf, möchte aber höhere Rechte und dieser Sicherheitsforscher
Monina: oder die Sicherheitsforscherin, ich glaube, es ist ein Forscher, oder?
Volker: Vermutet zumindest. Man weiß es nicht. Man kennt das Original dazu nicht,
Volker: man kennt nur die Pseudonyme.
Monina: Also diese Person liefert so dermaßen viele Puzzleteile, die so tiefgreifend,
Monina: wie du sagtest, in Windows einschneiden und sich einfach relativ gut zusammenpuzzeln lassen.
Monina: Eventuell auch mit anderen Angriffen, aber auch alleine mit diesen acht Angriffen
Monina: schon, um wirklich grundlegend ranzukommen an alles, was man so als Angreifer
Monina: irgendwie haben möchte.
Monina: Das ist schon eine beeindruckende Leistung.
Volker: Da sind wir jetzt auch bei diesem klassischen Thema Responsible oder Unresponsible Disclosure.
Volker: Eigentlich immer wieder so ein Dauerbrenner. Wie funktioniert eigentlich die
Volker: Responsible Disclosure?
Volker: Und das muss man sagen, ist ein Prozess, der nur dann funktioniert,
Volker: wenn beide Parteien, also Sicherheitsforscher als auch die betroffene Firma,
Volker: aktiv mit dem Willen, es zu lösen, voranarbeiten.
Volker: Also es gibt dafür Prozesse, wir haben was verlinkt vom BSI,
Volker: wir haben was verlinkt vom amerikanischen CISA.
Volker: Es gibt auch unternehmensinterne Prozesse, die sind jetzt nicht alle irgendwie
Volker: groß standardisiert oder sowas.
Volker: Aber da ist es einfach so, sobald einer der beiden Player keine Lust mehr hat,
Volker: sich an diesem Prozess zu halten, dann haben wir ein Problem.
Volker: Entweder weil ein Unternehmen dieses nicht als Sicherheitslücke anerkennt,
Volker: Das ist die eine Variante. Da gäbe es meines Wissens nach in Deutschland,
Volker: ich habe das Dokument jetzt nicht voll gelesen, aber.
Volker: Ich könnte mich zum Beispiel ans BSI wenden, wobei das BSI immer sagt,
Volker: aber vorher muss es bitte an den Hersteller gemeldet worden sein.
Volker: Gut, ich melde es an den Hersteller, der Hersteller reagiert nicht,
Volker: ich melde es jetzt dem BSI.
Volker: Damit ist aber wieder Zeit vergangen. So, das ist so auf der einen Seite.
Volker: Auf der anderen Seite ist das, was der Sicherheitsforscher jetzt gemacht hat,
Volker: ich haue das einfach mal raus.
Volker: Wenn mir die zu blöd kommen, dann publiziere ich es einfach. So, was tun? Monina?
Monina: Ich muss auch sagen, man hatte ja die Argumentation, ja, man muss doch als Sicherheitsforscher
Monina: hier verantwortungsvoll damit vorgehen und das Ganze veröffentlichen.
Monina: Aber man muss auch davon ausgehen, wenn ich als Person eine Schwachstelle finden
Monina: kann, kann das auch jede andere Person, theoretisch. Klar gibt es jetzt Leute,
Monina: die das System besser verstehen und Leute, die es schlechter verstehen.
Monina: Aber ich würde prinzipiell davon ausgehen, dass wenn eine Schwachstelle gefunden
Monina: wird, auch schon andere potenzielle Angreifer auf diese Schwachstelle drauf Zugriff haben.
Monina: Das heißt, jeden Moment, den ich diese Schwachstelle nicht der Öffentlichkeit
Monina: bekannt gebe, ist ein Moment, in dem vielleicht jemand anders sie bereits ausnutzt,
Monina: aber niemand davon weiß.
Monina: Und das ist fast noch gefährlicher, als zu wissen, dass es eine Schwachstelle
Monina: gibt und man vorsichtig sein muss, aber der Patch noch nicht draußen ist.
Monina: Insofern, was ist verantwortungsvoller oder verantwortungsloser,
Monina: wenn ich die Schwachstelle monatelang für mich behalte, in dem Wissen,
Monina: dass sie vielleicht schon ausgenutzt wird, weil das Unternehmen,
Monina: dem ich die melde, nicht reagiert, aus welchen Gründen auch immer,
Monina: oder nicht reagieren kann.
Monina: Ob ich das jetzt falsch abgegeben habe bei dem Unternehmen oder was auch immer, sei dahingestellt.
Monina: Oder ist es verantwortungsvoll, dann zu sagen, das ist so wichtig,
Monina: weil das relativ tiefgreifend ein System eingreift, dass ich das lieber der Community sofort gebe,
Monina: damit das Unternehmen auch gezwungen ist, möglichst bald ein Patch nachzuliefern,
Monina: damit Analyse-Techniken für Antivirenhersteller und dergleichen rausgebracht
Monina: werden, die eventuell erkennen können, wenn jemand versucht,
Monina: diesen Angriff auszunutzen.
Monina: Also ich finde, es ist tatsächlich an dem Punkt schwierig, das abzuwägen.
Monina: Was ist hier das bessere Vorgehen? Gerade wenn ein Unternehmen nicht kooperativ
Monina: ist und dann über Monate hinweg das nicht veröffentlicht wird.
Volker: Ja, also ich sehe hier tatsächlich beide Seiten. Und an der Stelle kann sein,
Volker: dass ich meine Meinung in drei Minuten wieder ändere. Aber an der Stelle würde
Volker: ich jetzt im Moment sagen, bin ich so ein bisschen gegen den Sicherheitsforscher.
Volker: Ich bin jetzt nicht für Microsoft, um Gottes Willen, sondern ich bin gegen das
Volker: Vorgehen des Sicherheitsforschers, denn,
Volker: er ist so tief in die Basis des Betriebssystems eingestiegen,
Volker: dass er benutzt ja nur legitime Vorgänge. Und,
Volker: das kann Microsoft ja nicht gerade mal so, möglicherweise gar nicht ändern.
Volker: Man kann darum einen Zaun bauen, dass man ein bisschen höher springen muss,
Volker: aber diesen Prozess kann man einfach nicht wegnehmen, weil dann das,
Volker: so 20 Jahre oder 30 Jahre gehegte und geliebte Betriebssystem plötzlich so komplett
Volker: angegriffen ist, dass man es neu schreiben müsste. Das ist ja undenkbar.
Monina: Was man am besten ja an der Schwachstelle sieht, die 2020 eigentlich schon rausgekommen
Monina: ist und immer noch existiert scheinbar.
Volker: Ja, genau. Also nur in der Variante. Also sie wurde gepatcht und dann einfach,
Volker: wir drehen mal zwei Zeilen Code um und schon geht's wieder.
Volker: Ja, das ist dann aber auch einem Sicherheitsforscher bewusst oder einer Forscherin.
Volker: Und ich finde das in der Art und Weise, das ist ja jetzt nicht irgendwie so
Volker: ein Buffer-Overflow oder irgend so ein Kram, der irgendwo gelaufen ist,
Volker: sondern das sind ja Maßnahmen und Methoden, die da ergriffen wurden.
Volker: Und die, ich würde jetzt erst mal sagen, genau eine Person auf der Welt kann,
Volker: vielleicht auch 10, vielleicht auch 50, aber diese eine Person auf der Welt,
Volker: die weiß das auch, dass das nicht jeder hinkriegt und dann darf sie gefälligst
Volker: auch mal die Klappe halten.
Monina: Aber weiß sie das? Ich finde das mir ein bisschen schwierig.
Monina: Einerseits ist es genau wie in einem Streit zwischen Leuten,
Monina: die man nicht gut kennt, einzugreifen.
Monina: Man weiß nicht, was hinter welcher Seite noch steht, was gesagt wurde,
Monina: was tatsächlich noch irgendwie ausgetauscht wurde an Kommunikation.
Monina: Wir haben ein Bild von beiden Seiten, die sich gegenseitig ordentlich angegangen sind.
Monina: Und es ist verständlich, dass hier beide Seiten relativ verschnupft reagieren.
Monina: Was die Wahrheit dahinter ist, werden wir wahrscheinlich so auch nie komplett
Monina: rausfinden, ob es jetzt wirklich gerechtfertigt war, weil selbst nach mehrfachen
Monina: Versuchen diese Schwachstellen nicht offengelegt wurden.
Monina: Das lässt sich schwer sagen, aber ich würde auch prinzipiell davon ausgehen,
Monina: dass dieser Sicherheitsforscher vermutlich auch der Meinung ist,
Monina: dass wenn er das finden kann, dass auch andere können.
Monina: Und dann steht ja, wie gesagt, im Raum, wenn das andere finden können,
Monina: es gibt durchaus auch Programme, wo Leute für viel Geld solche Schwachstellen
Monina: entweder an hohe Bundesbehörden, angeblich zumindest, verkaufen können oder
Monina: zumindest an irgendwelche,
Monina: Angreifer von irgendwelchen großen Organisationen, von irgendwelchen großen
Monina: Angreiferorganisationen.
Volker: Da kriegen die wahrscheinlich viel Geld. Vielleicht sind die da sogar schon
Volker: hingekauft von anderen und jetzt ärgern sich diese Geheimdienste,
Volker: dass sie für jede Schwachstelle 10 Millionen Dollar bezahlt haben.
Volker: Und die werden jetzt von Microsoft geschlossen. Also überleg mal den volkswirtschaftlichen
Volker: Schaden, den der Hacker damit angerichtet hat.
Monina: Ja genau, aber wenn jetzt der Hacker, das können wir ja schwer sagen.
Volker: Wie die Person denkt.
Monina: Aber wenn die Person davon ausgeht, dass das der Fall ist, dann ist das Verhalten
Monina: wiederum, oder dann wäre das Verhalten in dem Fall wieder eher verantwortungsvoll.
Monina: Und das ist, finde ich, super schwierig, deswegen von unserem Standpunkt aus
Monina: zu argumentieren, was die Beweggründe dahinter waren für die Veröffentlichung.
Monina: War das reine Rache gegenüber Microsoft oder war das wirklich der Wunsch,
Monina: dass Systeme sicher werden? Es gibt ja viele Leute in der Sicherheitscommunity,
Monina: die tatsächlich noch sehr viele Hoffnungen hegen, dass es irgendwann besser
Monina: wird mit der Sicherheit von Produkten und selbst wenn es Windows ist.
Monina: Das war ein vieler Nachsatz. Ich würde der Person unterstellen,
Monina: dass ich vielleicht auch tatsächlich einfach keine schlechten Gründe oder keine
Monina: schlechten Beweggründe für die Gesellschaft in dem Sinne hatte.
Volker: Ja, also wir werden es nur spekulativ beziehungsweise gar nicht auflösen können,
Volker: weil es irgendwie hieß auch,
Volker: dass diese Person auch irgendwie über Microsoft interner verfügt,
Volker: sei es, dass es ein alter Forscher, also ein vorheriger Forscher war oder dass
Volker: die schon miteinander interagiert haben oder,
Volker: ein beauftragter Mitarbeiter oder sonst irgendwas.
Volker: Also ich muss nach wie vor sagen, ich finde irgendwann hat Responsible Disclosure auch ein Ende.
Volker: Wenn, ja, wenn wirklich nicht erwartbar ist, oder andersrum, ich sage es mal so,
Volker: in Deutschland haben wir das BSI, das sich hier anbietet, nachdem du es der
Volker: Firma gemeldet hast, kannst du es auch uns melden.
Volker: Das heißt, es müsste eigentlich staatliche Aufsichtsbehörden geben,
Volker: die diesen Prozess anbieten.
Volker: Richtig gut begutachten und überwachen. Und wenn dann eine Firma nicht reagiert,
Volker: dass diese Sicherheitslücke dann weitergemeldet wird, solange es jetzt nicht
Volker: so ein Ding ist wie Log4J oder sowas,
Volker: die das nachher auch vom Skript-KD ausgenutzt werden kann und sofort 80 Millionen
Volker: Server auf dieser Welt, Remote-Executable, sofort hackbar sind. Okay.
Volker: Wobei selbst da, selbst da muss man sich fragen, Und kann so ein Ding dann nicht
Volker: bei einer staatlichen Aufsichtsbehörde landen?
Volker: Und diese staatliche Aufsichtsbehörde zwingt das Unternehmen dazu,
Volker: Ressourcen bereitzustellen. Und wenn die es nicht machen, dann stellt man Dienstleister
Volker: auf deren Kosten ein, die volle Code an sich kriegen müssen, um dieses Ding zu fixen.
Volker: Also das wäre aus meiner Sicht ein guter Schritt in Richtung Responsible Disclosure.
Monina: Das klingt sehr schön. Ich sehe da ein paar große Schwierigkeiten.
Monina: Das eine ist, wenn jetzt mal jemand mal schnell spontan den Code von Windows
Monina: offenlegt und jemandem sagt, prüft das mal auf Schwachstellen oder auf die Schwachstelle.
Monina: Das ist immer noch massiv komplex.
Volker: Ich meine nicht prüfen, ich meine tatsächlich jetzt schließen.
Volker: Aber ja, du hast recht, es ist massiv komplex, aber die können nicht sagen,
Volker: ich habe keine Ressourcen.
Volker: Die haben dann plötzlich Zwangsressourcen, die ihnen auf eigene Kosten gestellt werden.
Monina: Das Unternehmen, ja, aber die Bundesbehörde beispielsweise, die das prüfen muss,
Monina: wenn du dir jetzt vorstellst, dass das vielleicht viele Sachen innerhalb kurzer
Monina: Zeit sind, gerade jetzt momentan an wird doch der Tatsache, dass wir durch KI
Monina: unterstützt sowohl richtige als auch falsche Schwachstelleninformationen mit einer Flut haben,
Monina: die ja mittlerweile, glaube ich, sogar kleine Maintainer von Open-Source-Projekten
Monina: dazu gebracht hat, zu sagen, wir machen mal eine Pause mit Bug-Bounty-Programm,
Monina: weil wir es nicht mehr schaffen, mit dieser Flut an,
Monina: eingereichten Schwachstellenberichten hinterherzukommen,
Monina: sage ich mal, ist das schwierig.
Monina: Ich glaube, dass es so einfach, so schön, dass es in der Theorie klingt,
Monina: auch nicht machbar wäre oder machbar ist.
Volker: Ja, naja. Du, ich glaube, wir kommen da auch irgendwie nicht zu einer ordentlichen Lösung.
Monina: Es gibt keine.
Volker: Ja, wir haben über Prozesse gerade gesprochen. Wir haben infrage gestellt,
Volker: ob Microsoft richtig gehandelt hat. Wir wissen es alles nicht.
Volker: Und ja, selbst wenn wir über Sanktionen dann reden, zum Beispiel wurde das Konto
Volker: des Forschers jetzt, also nicht mal gesperrt, es wurde eliminiert aus GitHub. Ja, ist cool.
Volker: Einmal veröffentlicht, 50.000 Mal kopiert, teilweise auf persönliche Repositories.
Volker: Das heißt, keine, also auch das war wieder nur eine Verzweiflungstat,
Volker: dass man jetzt sagt, ach, jetzt dämmen wir das Ganze mal ein und als nächstes
Volker: haben wir ja dann auch, dass der Forscher sich jetzt statt Mr.
Volker: Nightmare plötzlich MS Nightmare genannt hat, also einen neuen Account angelegt.
Monina: Es ist halt von beiden Seiten ein Feuer ins Öl gießen und kein sinnvoller Problemlösungsprozess
Monina: mehr. Also das sind zwei Seiten, die sich im Streit befinden, der sehr verhärtet ist.
Volker: Bis hin zu, dass Microsoft auf öffentlichen Seiten dann diesen Forscher auch
Volker: noch wieder beschimpft oder bloßstellt.
Volker: Wir haben euch dazu einen Link von der Microsoft-Seite zur Verfügung gestellt,
Volker: in der Hoffnung, dass der noch länger existiert, wo konkret,
Volker: über Disclosure-Programme gesprochen wird mit Bezug auf diesen Forscher,
Volker: dass das ja einfach nicht toll war und nicht toll im Rahmen der gemeinsamen Zusammenarbeit.
Monina: Was wiederum ja auch bei der kompletten Forschungskommunity,
Monina: glaube ich, ziemlich einen Zwiespalt auslöst.
Monina: Es gibt die, die definitiv auf der Seite von Responsible Disclosure sind,
Monina: aber es gibt auch einen Haufen Leute, die sich jetzt natürlich,
Monina: solidarisieren mit dem Sicherheitsforscher oder der Sicherheitsforschenden,
Monina: die diese Schachstellen rausgebracht hat, weil sie sagen, wir machen die Arbeit
Monina: für diese großen Unternehmen, müssen darum betteln, dass unsere Arbeit dann,
Monina: die wir in unserer Freizeit machen, unentgeltlich,
Monina: in irgendeiner Form honoriert wird und vielleicht sogar bezahlt. wird.
Monina: Wir haben die Arbeit ja schon geleistet, aber wenn wir Glück haben,
Monina: wird sie auch bezahlt. Das wäre eigentlich der Job dieser großen Unternehmen.
Monina: Und dann werden wir auch noch dumm angemacht. Das kann es ja wohl nicht sein.
Monina: Also ich verstehe diesen Zwiespalt, den das Ganze erzeugt.
Monina: Bin ich gespannt, wo das noch hinführt.
Volker: Böse Zungen behaupten ja sogar, dass es da so Machtgeflechte geben soll,
Volker: wie das GitHub gar nicht unabhängig von Microsoft gehandelt hat,
Volker: in seiner Aktion den Account zu sperren,
Volker: sondern dass GitHub natürlich eine Microsoft-Tochter ist oder ein Microsoft-Sub-Unternehmen
Volker: und damit auch im Interesse von Microsoft den Account gesperrt hat.
Volker: Also da wird es auch verdammt schwierig, wieder bei diesen üblichen Big Five
Volker: oder lass es Big Ten sein, unabhängige Instanzen zu finden.
Volker: Und deswegen bin ich der Meinung, irgendwie BSI, sicherlich hören uns einige
Volker: Leute zu oder meinetwegen auch vom LSI, dem BSI in Bayern.
Volker: Leute, es macht was, dass dieses Responsible Disclosure vernünftig funktioniert.
Monina: Und respektiert eure Sicherheitsforscher, die euch Sachen melden.
Volker: Ja, weil die Sachen müsst ihr nicht selbst suchen, was ihr eigentlich solltet.
Volker: Das ist viel teurer. Ja, Monina, haben wir noch was?
Monina: Ich glaube, wir können uns in ewigen Diskussionen über dieses Thema verlieren,
Monina: aber ich glaube, es ist einmal alles gesagt, wir haben einen groben Überblick
Monina: über diese Schwachstellen geliefert. Ich bin gespannt, ob noch mehr kommen.
Monina: Die Person scheint ja wirklich, also alleine eine Zero-Day-Schwachstelle zu
Monina: finden, ist eine Leistung und acht, ja, das ist schon Wahnsinn.
Monina: Bin gespannt, was da noch kommt oder wie dieser Streit weitergeht und was dafür
Monina: Auswirkungen haben wird.
Monina: Aber ansonsten ist von meiner Seite hier alles gesagt.
Volker: Gut, dann fasse ich nochmal ganz kurz zusammen, dass wir ganz kurz nochmal die
Volker: Schwachstellen nennen. Also es ging um Blue Hammer, Red Sun und Undefended,
Volker: die direkt auf Microsoft Defender zielen.
Volker: Eine Weiterentwicklung von einer von Blue Hammer ist dann die Sicherheitslücke
Volker: Rogue Planet, also vagabundierender Planet.
Volker: Dann hat Monina noch Yellowkey, GreatXML und, ach Mensch, Monina hilft mir doch
Volker: mit den anderen Sicherheitslücken.
Monina: Mini Plasma und Green Plasma.
Volker: Green Plasma, genau. Ich bin mit Yellowkey und Green Plasma irgendwie durcheinander
Volker: gekommen, die im Wesentlichen so in Richtung Bitlocker und so weiter gehen.
Volker: Ja, Monina, es wäre wieder an dieser Stelle dein Platz für den Abspann.
Monina: Genau, das war die Sicherheitslücke. Heute zum Thema Sicherheitslücken.
Monina: Ihr könnt uns überall dort finden, wo ihr Podcasts hört und auch auf unserer
Monina: Webseite www.sicherheitslücke.fm Den Link zu unserer Webseite und zu weiterführenden
Monina: Inhalten dieser Folge findet ihr in den Shownotes, genau wie die Links zu unseren Social Media Seiten.
Monina: Empfehlt den Podcast gerne weiter und bewertet uns dort, wo ihr uns hört,
Monina: damit auch andere uns leichter finden können.
Monina: Die Sicherheitslücke generell ist ein Podcast der Hamburg Open Online University
Monina: und die Kapitelbilder kommen wie immer von der fantastischen Anne Vogt.
Monina: Und die Produktion übernimmt Christian Friedrich. Vielen Dank und viel Spaß
Monina: beim Schneiden. Wir verabschieden uns und bis zunächst Folge Monina Schwarz.
Volker: Und Volker Skwarek.
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