Live bei Hamburg@work: Digitale Souveränität in KMU
Shownotes
Wir besprechen live, mit besonderen Gästen und vor Publikum, wie kleine und mittelständische Unternehmen ihren Weg in die digitale Unabhängigkeit finden können.
Am 05. Juni 2026 waren wir zu Gast bei Hamburg@work: Mit kleinem Publikum hat Volker mit Nadine Eibel, Gründerin und Geschäftsführerin von SECURAM Consulting, Andrej Bender, Student an der HAW Kiel und Gewinner des GI Sicherheit Hackathons in 2026, und mit Alexander Rosenthal, Projektleiter des DigitalHub.SH, gesprochen. Das Thema: Wie Open Source und digitale Souveränität im Einsatz in KMU zusammenhängen, welche praktischen Lösungen und Varianten es gibt und was auf dem Weg zu einer größeren digitalen Unabhängigkeit von KMU zu beachten ist.
Links
Andrej Bender, Hackathon GI Sicherheit 2026
Alexander Rosenthal, DigitalHub.SH
Bayerische Staatszeitung, Bayerns Verwaltung: 'Der Microsoft-Deal ist vom Tisch'
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Die Sicherheits_lücke ist ein Podcast der Hamburg Open Online University (HOOU).
Monina Schwarz, LSI Bayern
Volker Skwarek an der HAW Hamburg
Produktion und Musik: Christian Friedrich
Das in dieser Episode verwendete Bildmaterial steht unter der Lizenz CC-BY 4.0, Urheberin ist Anne Vogt.
Transkript anzeigen
Volker: Moin Moin und herzlich willkommen zum Podcast, die Sicherheitslücke.
Volker: Heute mit dem Thema digitale Souveränität und sichere Open Source Infrastrukturen
Volker: für kleine und mittlere Unternehmen.
Volker: Und das Besondere daran ist, mit einer Live-Aufzeichnung zu Gast bei Hamburg at Work.
Volker: Wir haben hier ein riesiges, naja, mittelgroßes Publikum sitzen.
Volker: Aber dass es euch gibt, zeigt doch einmal, dass ihr da seid.
Volker: Ja, das hört sich fast an wie eine Bahnhofshalle voller Zuhörerinnen und Zuhörer. Ja, Dankeschön.
Volker: Aber das Besondere ist, wir sind nicht nur zu Gast, sondern haben hier auch ein Panel mit Gästen.
Volker: Und mögt ihr euch einmal kurz vorstellen, wer ihr seid? Ich fange am besten
Volker: mal an mit Nadine, die mir hier gegenüber sitzt.
Nadine: Ja, hallo, moin moin. Nadine Eime mein Name.
Nadine: Ich bin die Gründerin und die Geschäftsführerin der Securam Consulting GmbH.
Nadine: Mit dem Sitz hier in Hamburg und wir beschäftigen uns mit allen Compliance-
Nadine: und Governance-Fragen rund um alle Sicherheitsstandards, die es so gibt und
Nadine: Cybersecurity-Themen.
Nadine: Und ich freue mich, hier heute als Gast dabei sein zu dürfen.
Nadine: Vielen Dank, lieber Volker.
Volker: Ja, und herzlichen Dank auch, dass du die Zeit gefunden hast, hier teilzunehmen.
Volker: Als nächstes haben wir dabei André
Volker: Bender und ja, was hast du mit Open Source, KMU und so weiter zu tun?
Andrej: Moin, moin. André, ich bin Student an der HAW Kiel und war an der GI Sicherheit,
Andrej: Konferenz im Studentenprogramm dabei und habe bei einem Hackathon über Open Source und,
Andrej: digitale Souveränität als Preis eine exklusive Einladung herbekommen.
Volker: Ja, sehr schön. Ihr habt auch eine wirklich wunderbare Arbeit abgeliefert.
Volker: Schade, dass wir hier keinen Videocast haben, aber ich schätze mal,
Volker: die können wir vielleicht sogar online stellen und auch mal ein bisschen verlinken,
Volker: denn ihr habt euch innerhalb von 24 schlaflosen Stunden, vielleicht habt ihr
Volker: zwischendurch auch mal geschlafen,
Volker: sehr gute Gedanken gemacht, wie KMU-Infrastrukturen aussehen könnten,
Volker: wenn die sich auf Open-Source-Tools nachher konzentrieren.
Volker: Und ganz zum Schluss habe ich noch Alexander Rosenthal. Alex, bitte.
Alexander: Ja, moin, Alex Rosenthal. Ich leite das Digital Hub des Landes Schleswig-Holstein.
Alexander: Und in Schleswig-Holstein können wir uns, glaube ich, stolz auf die Brust streiten,
Alexander: bei digitaler Souveränität in Europa und weltweit sehr, sehr weit vorne zu sein.
Alexander: Und auch das Thema Open Source in der Wirtschaft treibt uns um und ich freue
Alexander: mich, hier was beitragen zu können.
Volker: Ja, vielen Dank, dass du anwesend bist. Und gerade was das Thema Schleswig-Holstein
Volker: und Open Source angeht, kommen wir eigentlich unmittelbar fast sofort drauf.
Volker: Denn Open Source ist ja jetzt ein neuer Trend, nicht nur in der öffentlichen
Volker: Verwaltung, sondern auch bei, ja, ich sag mal, in der Wahrnehmung.
Volker: Dadurch, dass wir weltweit eben nicht mehr dieses Leben und Leben lassen,
Volker: dieses Kuschelfeeling zwischen befreundeten Partnern haben, sondern Freundschaften,
Volker: sind ja teilweise Call-based, was gewisse Präsidenten angeht.
Volker: Und dass heute der beste Freund morgen dann der X-Partner sein kann,
Volker: um ihn mal wüst zu beschimpfen.
Volker: Und interessant ist ja, dass die Wirtschaft quasi diese Fähnchen, Winde da alle mitmacht.
Volker: Und dazu hat dann zum Beispiel der NDR ganz gut einen Bericht gebracht.
Volker: Open-Source-Strategie in Schleswig-Holstein. Erst belächelt,
Volker: jetzt Vorbild. So, das ist die eine Headline. Werden wir euch verlinken in den Shownotes.
Volker: Es gibt eine EU-Open-Source-Strategie mittlerweile mit richtig dicken Bullet-Points
Volker: und kurz die Frage, da war irgendeine Summe mit Milliarden, zwei Milliarden,
Volker: 200 Milliarden. Ich weiß nicht, hast du die drauf?
Alexander: Ich habe sie nicht drauf, ehrlicherweise. Aber ja, wir reden über Milliardenbeträge
Alexander: und müssen trotzdem fairerweise sagen, wir haben immer noch weniger Investment
Alexander: in die Richtung als in proprietäre Systeme. Also da geht noch was.
Volker: Genau, aber ich glaube, das waren irgendwie 240 Milliarden, was allein EU-weit
Volker: nur in der Administration an Lock-In-Wender-Geldern, an Lizenzkosten rausgegeben wird.
Volker: Das sind europäische Steuergelder. Die können wir auch gut in Land oder in Europa behalten.
Volker: Und als letztes, und ich sage mal, das ist ja eigentlich der Adelsschlag für
Volker: Schleswig-Holstein, selbst Bayern.
Volker: Punkt, Punkt, Punkt. Lenkt ein. Da war eine Zeitung, ein Artikel in der Bayerischen
Volker: Staatszeitung. Ich wusste gar nicht, dass es die gibt, aber in der Bayerischen Staatszeitung am 3.6.
Volker: Der Microsoft-Deal ist vom Tisch und man orientiert sich jetzt auch ein Stück
Volker: weit redend mit Schleswig-Holstein, wie das funktionieren kann.
Volker: Und ja, jetzt einmal an euch so die Frage,
Volker: digitale Souveränität, KMU, passt das, geht das oder überfordern wir die möglicherweise
Volker: auch damit und die sollten, keine Ahnung, bei Google, Microsoft oder wem auch immer
Volker: lieber bleiben, kostet was, bietet aber auch Kuschelzone.
Volker: Bitte, was sagt ihr?
Alexander: Kuschelzone ist ja schön an der Stelle und sicherlich kann man auch mit proprietärer
Alexander: Software weitermachen. So ist es ja nicht. Die wird ja nicht morgen abgeschaltet,
Alexander: hoffentlich. Und genau das hoffentlich ist das, was uns besorgen sollte und auch im KMU.
Alexander: Während große Player vielleicht Backup-Strukturen aufbauen können und notfalls
Alexander: schnell handeln können, ist es für ein kleines Unternehmen schnell zu schwenken,
Alexander: glaube ich, kaum möglich für die meisten. Und das heißt, vorbereiten und Risikomanagement
Alexander: zu machen, das betrifft alle Prozesse, das betrifft alle Lieferanten.
Alexander: Und im Digitalen vernachlässigen wir das bisher sehr, sehr oft und haben da
Alexander: Abhängigkeiten. Also insofern, ja, da muss gehandelt werden und da sollte gehandelt
Alexander: werden und wir sollten das nicht nur den Großunternehmen, die das längst tun
Alexander: im Übrigen, überlassen, sondern jedes KMU sollte das für sich sehr,
Alexander: sehr zügig entscheiden.
Nadine: Ja, ich glaube tatsächlich, das bedeutet für mich nicht nur die vollständige
Nadine: Autarkie, sondern es ist am Ende ja auch so, dass die Fähigkeit,
Nadine: das zu erkennen, die Prozesse,
Nadine: die Wirtschaftlichkeit, die rechtlichen Anforderungen zu erkennen und eben halt
Nadine: auch mit zu berücksichtigen.
Nadine: Ich glaube, das ist eine große Herausforderung, gerade in dem Bereich KMU,
Nadine: aber da sollte man vielleicht auch gerade mit im Hinblick darauf,
Nadine: dass man sie eben unterstützt und da auch wieder das Thema Awareness und darüber spricht.
Volker: Ja, André, wie?
Andrej: Ja, auf jeden Fall. Es ist sehr sinnvoll. Neben den gerade erwähnten positiven
Andrej: Punkten natürlich auch ein finanzieller Punkt,
Andrej: der sich am Anfang vielleicht nicht zeigt, aber danach, nach fünf Jahren,
Andrej: nachdem man den Umstieg durchzogen hat, kumultiviert hat.
Volker: Ich finde das halt auch krass, ich sage mal, die Dreistigkeit,
Volker: mit der manche großen Hersteller auch vorangehen.
Volker: Einen, den ich jetzt nicht namentlich nennen will, weil es soll jetzt nicht
Volker: in irgendwelches Bashing gehen,
Volker: der hat in den 2000er Jahren für Industrie-Automatisierungstools,
Volker: da gibt es Einzelplatzlizenzen und es gibt Floating Licenses.
Volker: Also die können dann von mehreren Leuten nicht konkurrierend,
Volker: aber zumindest alternativ genutzt werden.
Volker: Man sollte erst mal meinen, warum ist eine Floating License teurer als eine
Volker: Einzelplatzlizenz? naja, eine Floating License ja sieben Leute nutzen könnten,
Volker: zwar nebeneinander und die müssen dann halt keine sieben Einzelplatzlizenzen
Volker: kaufen und deswegen kann man die ja für teurer verkaufen.
Volker: Finde ich schon mal ganz interessant, die Argumentation. Aber die haben dann.
Volker: Erhöht den Preis von dem Faktor 1,8 auf 2,3.
Volker: Und die Frage an das Unternehmen, warum, also von einem Großkonzern,
Volker: in dem ich damals noch gearbeitet habe, sag mal, warum macht ihr das?
Volker: Unsere Lizenzkosten steigen jetzt im Jahr für dieses Tool von 1,3 auf 1,7 Millionen Euro.
Volker: Ja, wir haben festgestellt, dass der Marktwert unserer Software eher diesem Faktor entspricht.
Volker: Das ist ein tolles Argument. Und das Gleiche, und da kann man jetzt mal Bashing
Volker: machen, Broadcom, weil das ja auch auf Wettbewerbsgerichtsverfahren auf Europaebene
Volker: geht, die jetzt hier VMware übernommen haben.
Volker: Ich weiß gar nicht, um wie viel die die Lizenzkosten von VMware erhöht haben,
Volker: aber die haben gesagt, ihr braucht ja eh drei bis vier Jahre,
Volker: bis ihr umsteigt auf ein anderes Tool. Und so lange machen wir oben irgendwie
Volker: Skimming und schöpfen mal die Sahne ab. Einfach für Virtualisierungstools, weil es geht.
Alexander: Aber das ist doch genau der Punkt an der Stelle, dass wir jetzt gerade in Bewegung
Alexander: bei ganz vielen KMUs, genau in diesem einen Case, um ihn zu nehmen,
Alexander: ist jetzt, um auch kein Bashing zu machen, trotzdem aber ein guter Case.
Volker: Also VMware.
Alexander: VMware, wie viel Bewegung wir jetzt zu offenen Lösungen da haben und wie viele,
Alexander: die jetzt umsteigen, die jetzt hektisch planen müssen, die nicht mit einem ruhigen
Alexander: Umstellungsprozess arbeiten können, die nicht sich vorbereiten können,
Alexander: sondern die jetzt sagen, hier geht es jetzt plötzlich um mein Geld, jetzt muss ich handeln.
Volker: Plötzlich geht auch Docker.
Alexander: Plötzlich geht ein Kubernetes-Cluster, plötzlich holt man über Proxmos irgendwelche Mox-Sachen rein.
Alexander: Aber das wird schnell sein. Wir haben das bei so vielen Krisen gesehen.
Alexander: Natürlich kann man die Krise auch lösen, wenn sie eintritt. Also natürlich,
Alexander: das ist der Feuerwehr-Modus. Aber Leben in der Lage ist jetzt nicht,
Alexander: das überlassen wir mal lieber, glaube ich, der Feuerwehr.
Volker: Ja, genau. Ja, habt ihr da auch Erfahrungen gemacht bei euren Beratungen?
Nadine: Also ich glaube tatsächlich ist die Motivation der Trigger. Also warum mache
Nadine: ich das? Also nur um Lizenzkosten einzusparen?
Nadine: Also ich meine, auch das ist nicht immer unbedingt der Gewinn daraus,
Nadine: sondern eine Open-Source-Software, die muss auch gepflegt werden,
Nadine: die muss gewartet werden, die brauchen Patch-Management, damit sie entsprechend sicher ist.
Nadine: Und ich glaube, dass in vielen Unternehmen die Problematik ist,
Nadine: die Motivation, oh, wir haben jetzt erstmal keine Lizenzkosten.
Nadine: Und da glaube ich, das ist der falsche Weg und das ist auch die Herausforderung.
Volker: Ich sehe es auch total kritisch an. Nehmen wir mal an, so ein Kleinunternehmen,
Volker: das von einem Inhaber, einer Inhaberin irgendwie mal als Hobbybetrieb,
Volker: als Passion gegründet wurde. Fünf Leute, sieben Leute, jetzt sind es 50.
Volker: Keine Ahnung, rein fiktiv, weltweiter Vertrieb von Spezialdichtungen für Ölplattformen
Volker: oder irgendwie so ein Ding.
Volker: Was würde jeniger haben? Der wird Technikkompetenz haben,
Volker: dann wird die Inhaberin einen Vertrieb haben, das ist aber eher Mund-zu-Mund
Volker: und also keinen so richtig aktiven Vertrieb, vielleicht Key-Customer-Management
Volker: oder sowas, eine Entwicklungsabteilung.
Volker: Und dann, ja, die Computer haben wir damals bei Aldi gekauft.
Volker: Ja, wir wissen, wir brauchen eine stabilere Lieferanten. Wir nehmen jetzt mal
Volker: einen Mediamarkt und danach schauen die mal, wie es weitergeht.
Volker: Ach Mensch, die sollten einen Virenscanner haben.
Volker: Wir brauchen jetzt nochmal einen ITler oder eine ITlerin. So entsteht sowas ja.
Volker: Und dann ist die Frage, wie kommt jetzt dazu, dass die selbst aktiv Open Source
Volker: sich irgendwie aus Repositories ziehen und dann warten und managen und so weiter.
Volker: Und jetzt, Alex, du kriegst schon gerade einen Herzinfarkt bei meiner Einleitung.
Volker: Schleswig-Holstein, Frohsinn oder Reue, ist das gut, was in Schleswig-Holstein
Volker: mit der digitalen Open Source Verwaltung gemacht wird oder wird es den Schwenk
Volker: zurück auf Microsoft spätestens im nächsten Frühjahr geben?
Alexander: Und zugegeben, wir haben Legislaturperiode, insofern ja, es stehen Wahlen an,
Alexander: aber ich sehe da keinen Wandel, dafür sind wir zu weit und auch ehrlicherweise
Alexander: stehen wir zu gut an der Stelle.
Alexander: Das funktioniert schon und ja, da gibt es Kinderschwächen und wir wollen jetzt
Alexander: auch nicht kleinreden, das war auch kein einfacher Weg. Also um Gottes Willen,
Alexander: dass jetzt nicht, dass jemand auf den großen roten Knopf gedrückt hat und morgen
Alexander: war Einhörner und Regenbögen und man ist irgendwie zwischen den Meeren irgendwie lang galoppiert.
Alexander: Das ist schon harte Arbeit. Viele Kollegen, die da viel, viel Blutschweiß reingesteckt haben.
Alexander: Aber das ist genau das Thema auch, was du angesprochen hast.
Alexander: Für Firmen, wie macht man es an der Stelle? Erstmal entscheiden ist richtig
Alexander: und dann sich Support holen. Deswegen der Herzinfarkt.
Alexander: Alleine, darum geht es ja gerade nicht. Es geht ja um Gemeinschaft,
Alexander: es geht um Partnerschaft. Es gibt ja eine Wirtschaft, die das Ganze unterstützt.
Nadine: Ja, aber der Weg ist das Ziel. Und also erstmal die Herausforderung anzunehmen
Nadine: ist ja schon mal das eine.
Nadine: Und das Bewusstsein auch in den Gremien, in Management, wenn ich jetzt im KMU-Bereich
Nadine: bleibe, ist ja das Thema.
Nadine: Und das anzugehen und diesen Prozess zu leben, das ist ja für jedes Unternehmen
Nadine: die Herausforderung. Und die Erkenntnis, es zu tun, ist das Wichtigste, denke ich.
Alexander: Und gerade im KMU mit dem Leadership-Level, mit immer ein kleines Unternehmen,
Alexander: in der Eigentümerhand, da muss halt ein Eigentümer eine Entscheidung.
Alexander: Und was tut der Eigentümer traditionell, wahrscheinlich seit Jahren,
Alexander: Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und seine Abhängigkeiten managen
Alexander: und sein Risiko, das ist nichts anderes.
Volker: Nochmal zurück zu Schleswig-Holstein. Gibt es da schon sowas wie eine Katerstimmung?
Volker: Gibt es Punkte, wo ihr sagt, hätten wir es vielleicht, also nicht so global,
Volker: aber hätten wir es da vielleicht lieber erstmal noch nicht gemacht?
Alexander: Ähm, Katerstimmung ist ein großes Wort. Das würde ich so nicht sehen.
Alexander: Learnings ist aber genau richtig. Also ja, es sind Erfahrungen gemacht worden.
Alexander: Und ja, wir würden, wie bei jeder Migration, mit jedem IT-Lammer,
Alexander: mit dem man spricht, immer sagen, hab mal was bei der letzten Migration gelernt. Ja, definitiv.
Alexander: Das sind Timelines, wo wir relativ sicher sind. Wir sind an einigen Stellen
Alexander: sehr, sehr straff durchmarschiert, hat den vortraumatisch schnelle Ergebnisse,
Alexander: aber das geht dann auch zu Lasten irgendwo der Strukturen.
Alexander: Das geht runter bis zu kleinsten technischen Dingen, wo einfach von menschlichen
Alexander: Versagen in Einzelprozessen das passiert.
Alexander: Wir haben aber am Ende eine laufende Struktur. Wir sind zu 100 Prozent auf Open
Alexander: Exchange in der entsprechenden E-Mail-Architektur. Das funktioniert,
Alexander: das ist belastbar. Die Kollegen in Zürich, die gerade die Probe für OpenDesk
Alexander: gemacht haben, sagen auch, das ist ein Tool, was völlig vergleichbar ist.
Alexander: Wir haben LibreOffice breit ausgerollt. Und ja, da sind aber noch Restelizenzen
Alexander: und wir sind auch noch auf dem Weg. Das muss man auch ganz klar sagen.
Alexander: Schleswig-Holstein ist noch nicht fertig und wir sehen das ganzheitlich.
Alexander: Wir sprechen ja heute auch viel über KMU.
Alexander: Wir möchten, dass die KMUs mitgehen, weil was nützt es uns, wenn die Verwaltung
Alexander: alleine weiter funktioniert? Unser Staat besteht aus weit mehr und das ist die
Alexander: Wirtschaft und nur um sie zu inkludieren, auch die Zivilgesellschaft.
Alexander: Auch da müssen wir daran denken, dass die dazugehört.
Volker: Wie ist das mit Schulen? Also da ist ja irgendwie oftmals IT ja Hobbybetrieb
Volker: von irgendeiner Lehrkraft, die dafür nicht mal Stundenentlastung kriegt.
Volker: Und wenn der oder die Lehrerin dann die Schule mal wechselt,
Volker: dann gibt es da die IT, die gar keiner mehr hostet. Hast du da eine Idee?
Alexander: Ich möchte es mal Abaddon IT nennen, die kennen wir aber auch an anderen Stellen,
Alexander: das im Übrigen auch bei den klassischen Kalkulationsprogrammen,
Alexander: die in jedem Unternehmen irgendwo die Templates liegen, die vor zehn Jahren
Alexander: ein Mitarbeiter gebaut hat und niemand fasst sie an, weil keiner mehr weiß,
Alexander: wie das Ganze gebaut wurde.
Alexander: Aber bei den Schulen, da müssen wir ran, natürlich. Also da gilt das Ganze umso
Alexander: mehr aus meiner Sicht, weil ich glaube…,
Alexander: Die Abhängigkeiten, die wir jetzt haben, die sind ja nicht spontan gestern entstanden.
Alexander: Das ist ja eine Entwicklung an der Stelle und wir können ja jetzt alles wieder
Alexander: umstellen bei uns in der Administration oder in jeder Firma,
Alexander: wenn wir bei den Schulen, den Universitäten die Leute nicht wieder auf den Weg bringen,
Alexander: das Verständnis wegzuschaffen von, ich nutze eine Softwarelösung und wurde auf
Alexander: der ausgebildet, hin zu, ich verstehe wie IT, wie Software funktioniert und
Alexander: nutze sie. Wir sprechen von Googlen anstelle von Suchen.
Alexander: Wir sprechen von Excel anstelle von einem Tabellenkalkulationsprogramm.
Alexander: Ich brauche niemanden, der Excel beherrschen kann. Ich brauche jemanden,
Alexander: der Tabellenkalkulation beherrschen kann.
Nadine: Das ist das Thema.
Alexander: Also schon im Wording haben wir da mittlerweile Fehler.
Volker: Ja, das stimmt. Nadine, wenn ihr Firmen und Unternehmen beratet,
Volker: das ist zwar eher eine sicherheitsorientierte Beratung, aber meistens ist es
Volker: dann ja doch so All-Inclusive mit Schwerpunkt auf Security.
Volker: Siehst du das genauso entspannt? So Dachdeckerbetrieb, fünf Personen,
Volker: schalt mal um auf deine Open-Source-Lösung?
Nadine: Nee, tatsächlich nicht, weil wie ich eingangs schon erwähnte,
Nadine: also man muss sich natürlich mit den Herausforderungen schon beschäftigen und
Nadine: ein Dachdecker unternehmen in allen Ehren.
Nadine: Ich denke, es kommt natürlich auch immer auf die Größe an, ist es so,
Nadine: dass sie vielleicht auch nicht die technischen Ressourcen haben,
Nadine: um das eben halt zu überblicken.
Volker: Den Gesellen beziehungsweise den Bei den Technikern.
Nadine: Also hat jetzt jeder Dachdeckerbetrieb, also ehrlich gesagt,
Nadine: im Dachdeckerbereich bin ich nicht ganz so viel unterwegs, aber hat jetzt jeder
Nadine: Dachdeckerbetrieb ITler und das entsprechende Know-how im Betrieb.
Nadine: Die Unternehmen haben die Herausforderung, das zu harmonisieren.
Nadine: Also erstmal den Überblick zu haben, den rechtlichen, den wirtschaftlichen und
Nadine: auch den prozessualen Überblick.
Nadine: Also ich komme ja in viele große Konzerne und ich kann euch sagen,
Nadine: es gibt die wenigsten Prozesslandkarten. Also man muss seine Assets kennen,
Nadine: weil nur das, was ich kenne, kann ich sicher gestalten. Und da ist schon die erste Hürde.
Volker: Das Asset-Management, ne?
Nadine: Genau.
Volker: Also die Perlen für unsere Zuhörerinnen und Hörer. Was sind meine Perlen im
Volker: Unternehmen, die ich jetzt schützen muss?
Nadine: Genau. Und nur wenn ich sie kenne, kann ich sie schützen. Und da ist das Problem,
Nadine: viele kennen sie gar nicht. Also ich kann wirklich aus den Konzerngrüßen jetzt,
Nadine: und KMU-Grüßen sprechen.
Nadine: Das ist tatsächlich nicht immer der Fall. Und erschreckend wenig der Fall, dass sie sie kennen.
Volker: Würden auch Unternehmen die E-Mail-Kommunikation als Kern, als Asset ansehen? Ja.
Volker: Okay. Ich hätte jetzt eher gedacht, da kommt immer als erstes so Vertrieb und
Volker: Backup meiner Entwicklungsunterlagen.
Nadine: Nee, das ist schon der Fall. Das sehen Sie schon. Aber da ist ja nur das Asset.
Nadine: Also wie gehe ich damit um?
Nadine: Also ich kann ja, wie gesagt, nur was ich kenne, kann ich schützen und dann
Nadine: muss ich Maßnahmen ergreifen. Aber welche Maßnahmen? Und da kommen ja auch die
Nadine: Sicherheitsstandards wieder ins Spiel.
Nadine: Wie beispielsweise ISO 27001 im BSI Grundschutz oder im Cloud, C5 BSI,
Nadine: das ist das zum einen zu interpretieren, das ist ein riesengroßer Interpretationsspielraum,
Nadine: und das dann in meine Infrastruktur zu harmonisieren und ja,
Nadine: das ist auch eine Herausforderung.
Nadine: Ja, wir müssen besser werden. Und ich finde, da seid ihr eine super Referenz.
Nadine: Also seid ihr ein tolles Beispiel und ich hoffe wirklich, dass da viele KMUs
Nadine: von lernen. Also finde ich großartig.
Alexander: Wir zeigen gerne, was wir da haben an der Stelle. Und weil du sagst,
Alexander: so schön, dass das Asset Management, das haben wir genauso. Man findet bei solchen
Alexander: Migrationen plötzlich seine Schatten-IT.
Alexander: Und ehrlicherweise viele dieser Schritte, die man dann macht,
Alexander: in jeder Migration im Übrigen, sind, dass man Dinge findet, die man längst loswerden
Alexander: wollte. Also Access-Datenbanken, jeder ITler weiß, dass er die eigentlich nicht
Alexander: im ganzen Haus verteilt haben wollte, jemals in den letzten Jahren.
Alexander: Das hat nichts mit digitaler Solidität zu tun. Man kann es aber schön mit erledigen.
Alexander: Also selbst solche Mitnahmeeffekte haben wir gesehen und sind da ganz natürlich.
Volker: André, bevor wir gleich auf den Hackathon zu sprechen kommen,
Volker: eine ganz praktische Frage an dich, aber auch eigentlich an euch beide hier auch mit dazu.
Volker: Die klassische kurzweilige Kommunikation ist ja heute auch über Messenger.
Volker: So, und das Erste ist so wie das Tempotaschentuch oder das Googeln.
Volker: Was ist so der Messenger stecht hin? Ja, WhatsApp natürlich.
Volker: Mal abgesehen davon, dass der ja nun sehr stark in monopolistischer Firmenhand
Volker: ist, würdet ihr Geschäftsgeheimnisse über WhatsApp austauschen?
Volker: Also es soll ja durchaus auch Signal-Chats gegeben haben, die sicherheitsrelevante
Volker: Informationen mit Reportern geteilt haben, aber die lassen wir nochmal aus.
Volker: Falls ihr das nicht würdet, was würdet ihr stattdessen nutzen und den Unternehmen
Volker: für Messaging empfehlen?
Andrej: Ja, ein hauseigenes Messaging oder ein Messaging, wo man, was jetzt auf einer
Andrej: Open-Source-Software zum Beispiel basiert, wo man weiß, okay,
Andrej: da ist niemand im Hintergrund, kein Konzern, der,
Andrej: eventuell meine Daten abgreifen könnte.
Andrej: Das heißt, alle Nachrichten liegen auf dem Server bei uns in der Firma und das
Andrej: ist alles End-zu-End verschlüsselt.
Volker: Bei uns in der Firma heißt das aber nicht bei dir in der Firma,
Volker: sondern in der KU-Firma.
Andrej: Genau, wenn ich jetzt KMU hätte.
Volker: Wie geht sowas, so ein eigenes Messaging? Also muss ich da richtig dick was
Volker: konfigurieren oder kriege ich das, keine Ahnung, in einem Schuhkarton out of the box?
Andrej: Out of the box nicht, aber groß konfigurieren ist immer die Frage,
Andrej: was das Unternehmen braucht, was es haben will.
Andrej: Es ist nicht so einfach wie Microsoft 365, dass man das installiert und man
Andrej: wird von der Hand begleitet.
Andrej: Aber dafür gibt es ja dann auch
Andrej: IT-Unternehmen, die einen KMU dabei unterstützen bei der Installation.
Andrej: Und es gibt diverse Softwarelösungen, die das Unternehmen nutzen kann,
Andrej: die auch bewiesen sicher sind, wenn sie richtig konfiguriert sind.
Andrej: Das ist natürlich immer die Frage mit dem Netzwerk und so weiter.
Andrej: Aber grundsätzlich ist die Software ja sicher meistens.
Volker: Die Frage an dich jetzt mal, beschreibt mal so ein bisschen diesen Hackathon,
Volker: diese Aufgabe, die ihr hattet und wie ihr da rangegangen seid und was ihr so
Volker: ganz allgemein als Lösung erarbeitet habt. So mal ganz kurz,
Volker: ohne PowerPoint, ohne Präsentation.
Andrej: Ja, bei dem Hackathon ging es darum, dass wir einen 50-Personen-KMU hatten,
Andrej: welches sich auf spezialisierte Elektronik,
Andrej: die Elektronikherstellung konzentriert hat.
Andrej: Und da waren große Punkte Microsoft 365, SAP und Spezialsoftware.
Andrej: Da muss man halt immer differenzieren, was kann man wie umsetzen.
Andrej: Unser Weg, unser Konzept, was wir im Unternehmen oder während des Hackathons
Andrej: dann ausgearbeitet hatten, hat eine Teilmigration oder eine laufende Migration,
Andrej: hat sich da durchgesetzt.
Andrej: Das heißt, wir setzen nicht direkt alles, das heißt nicht Microsoft 53 sofort
Andrej: weg, sondern man muss gucken, Testphasen machen, gucken, wie die Mitarbeiter
Andrej: das annehmen, ob das funktioniert und dann langsam alles umstellen.
Volker: Womit habt ihr angefangen? Hattet ihr da so einen Plan, womit ihr anfangen würdet
Volker: oder war das aus dem Scope?
Andrej: Mit Microsoft 365, weil es ist die einfachste Umsetzung von den drei Sachen, die man hinbekommt.
Andrej: Und für Microsoft 365 gibt es aktuell einen sehr guten Konkurrenten in Open-Source-Abteilung.
Andrej: Nextcloud ist ein bewiesenes Tool, was auch das Land Schleswig-Holstein benutzt,
Andrej: und auch viele weitere große Unternehmen.
Andrej: Und das ist so ein Baukasten, da kann man dann alles Mögliche wie 365 sich zusammenstellen.
Volker: Aber kann Nextcloud auch E-Mail?
Andrej: Per se nicht. Nextcloud hat an sich selber keinen E-Mail-Client,
Andrej: keine E-Mail-Server-Funktion, aber darin scheint Nextcloud auch seine Vorteile.
Andrej: Man kann andere Open-Source-Produkte in Nextcloud integrieren.
Andrej: Da gibt es dann zum Beispiel Dovcot Pro, das sind so Produkte,
Andrej: das ist jetzt nicht zu spezifisch, aber es funktioniert.
Andrej: Aber es ist halt immer eine Konfiguration nötig.
Andrej: Es ist keine Out-of-the-Box-Lösung.
Volker: Okay. Ja, gibt es denn allgemein Out-of-the-Box-Lösungen für sowas?
Volker: Also ich sage mal nicht die große, dann hätten wir wieder ein Login.
Volker: Aber muss ich jetzt für meine 20 Anwendungsszenarien in Unternehmen,
Volker: muss ich mir 17 Einzellösungen bauen?
Volker: Oder gibt es vielleicht die drei großen Lösungen, die ich zusammenflanschen kann?
Volker: So ein bisschen Gas auf Wasser, Gardena und noch eine, keine Ahnung,
Volker: Vagoklemme da dran und dann hält das.
Volker: Und das ganz Spannende bei euch nochmal, auch in der Aufgabe,
Volker: es war ja sogar ein Konzern, der im Prinzip Dual-Use-Güter hat.
Volker: Das heißt, der braucht also wirklich noch einen hochgeschützten, geheimen Bereich.
Volker: Das ist ja die europäische Microsoft Cloud.
Volker: Okay, schon ein kleines Lächeln bei. Alex und der Herzinfarkt bei Nadine.
Volker: Aber ja, was sagt ihr zu solchen Anforderungen? Also erstens out of the box,
Volker: zweitens Geheimnisschutz für sehr, sehr empfindliche Bereiche.
Alexander: Wir schauen uns beide an. Also grundsätzlich glaube ich, gerade bei den Lösungen,
Alexander: genau wie es angelang, ob es die Nextcloud ist, ob es die Produkte der Highline
Alexander: Group oder andere sind. Also wir haben eine Reihe von Produkten,
Alexander: die schon sehr, sehr viel bündeln an Komponenten.
Alexander: Und das ist ja längst zum Glück nicht alles irgendwie im Keller von irgendwelchen
Alexander: Hobbystudenten, Anwesende, selbstverständlich nicht kritisch gemeint,
Alexander: entwickelt, sondern wir reden über Industry-Produkte, die bewährt und funktionieren.
Alexander: Wahrscheinlich das eine Plug-and-Play, genau wie du es selbst im Nebensatz dann
Alexander: erwähnt hast, würde ich gar nicht suchen. Weil warum sollte ich,
Alexander: also wir machen Open Source und wir wollen Souveränität, dann müssen wir nicht
Alexander: in die nächste Abhängigkeit. Dann können wir es uns auch wirklich sparen, das ist dann auch egal.
Alexander: Und bei der Sicherheit und Verschlusssachen, also wir sitzen auf staatlichen
Alexander: Daten, vorsichtig gesagt, da wollen wir auch nicht, dass alles draußen ist.
Alexander: Das kann man schon sicher lösen. Man muss sich dann damit beschäftigen und sicherlich
Alexander: je nachdem, du sprichst von Dual Use, gibt es sicherlich nochmal höhere Anforderungen.
Alexander: Das macht das Ganze komplexer, aber es gibt ja entsprechende Berichte,
Alexander: Analysen von BSI, von anderen.
Alexander: Per se ist da sehr, sehr viel möglich und bei manchen Dingen muss man natürlich
Alexander: trotzdem sagen, dann muss das ganze Airgap ablaufen.
Alexander: Also um es transparent zu machen, eine unserer Nextcloud ist Airgap,
Alexander: weil wir sagen, nee, also bei aller Absicherung, die möglich ist,
Alexander: gibt es dann einen Punkt, wo man sagen muss, hier kommt man in einen anderen
Alexander: Bereich und das ist trotzdem lösbar.
Volker: Da an dich, Nadine, die Frage. Würdest du sagen, Sicherheit sollte eher eine
Volker: Frage der Software sein oder ist das eigentlich die Infrastruktur?
Volker: Also brauche ich eigentlich verschlüsselte Server, doppelte Firewalls,
Volker: demilitarisierte Zonen und sowas und dann ist die Software schon wieder fast
Volker: nebensächlich, was da drin läuft?
Nadine: Also ich glaube, das kann man gar nicht so pauschal sagen. Ich bin mir ziemlich
Nadine: sicher, dass man das nicht so pauschal sagen kann. Ich denke,
Nadine: es ist ein Zusammenspiel aus vielen. Also zum einen ist es natürlich die Software
Nadine: und da hatte ich ja eben auch schon mal ein paar Standards erwähnt.
Nadine: Da macht man jetzt ja auch ein bisschen was.
Nadine: Software, also Stichwort CAA, also der Cyber Resilience Act,
Nadine: der macht ja auch schon mal ein bisschen und hilft ja auch gerade den KMU-Unternehmen,
Nadine: dass das eine und das andere ist, dass natürlich die Prozesse spielen eine ganz,
Nadine: ganz wichtige Rolle und natürlich am Ende der Faktor Mensch.
Nadine: Ist auch ein ganz großes Thema und auch da muss man eine Menge tun.
Nadine: Also ich glaube, es ist ein Zusammenspiel
Nadine: aus vielen Faktoren und diese Harmonisierung dieser Faktoren. Und,
Nadine: das ist wie überall im Grunde genommen das Wichtigste. Und gerade die Prozesse,
Nadine: hatte ich ja eben auch schon mal erwähnt, ist ein ganz großes Thema,
Nadine: was eben halt unterschätzt wird.
Volker: Und da sind wir jetzt auch schon tatsächlich bei einem wichtigen Thema,
Volker: wo ich dich mal ein bisschen zu ausquetschen wollte.
Volker: Ihr baut und beratet Sicherheitslösungen. Also ihr baut nicht selbst,
Volker: sondern setzt zusammen mit und für Unternehmen.
Volker: Ist Open Source Software sicherer? Das ist ja so dieses allgemeine Mythos-Ding.
Volker: Jede Codezeile, also da liegen 100 Millionen Zeilen Code. Die einen sind bei
Volker: Microsoft im Tresor. Die sind per se unsicher, weil das ja nur Microsoft kennt.
Volker: Und die anderen 100 Millionen Zeilen liegen bei GitHub.
Volker: Yeah, die kann sich jeder angucken.
Volker: Ich weiß nicht, kennt ihr jemanden, der sich diese 100 Millionen Zeilen Code
Volker: mal angeguckt hat auf Sicherheitslücken?
Volker: Und sind die sicherer, die Open-Source-Softwaren?
Nadine: Naja, ich glaube, ich hatte es vorhin schon gesagt. Also sicher ist,
Nadine: auch da ist ein Zusammenspiel. Also es ist so, dass ich alles,
Nadine: was ich in mein Unternehmen hole und nicht reguliere oder nicht sicher gestalte
Nadine: mit verschiedenen Maßnahmen, ist nicht zwingend sicher. Ja,
Nadine: also wir müssen uns ja mal vielleicht die Herkunftsfrage, also Open Source,
Nadine: die These ist ja, viele Leute gucken drauf, deswegen muss es sicher sein.
Nadine: Also viele Bugs werden gefunden und dadurch wird es sicher.
Nadine: Das ist das eine und dann das Lizenzthema, was wir ja auch schon hatten,
Nadine: ist ein Thema und ich glaube, man kann es sicher gestalten.
Nadine: Es ist nicht von Haus aus sicher, nur weil es eine Open Source Software ist.
Nadine: Oder das hat ja auch wieder was mit der Motivation und mit dem eigenen Umgang im Unternehmen zu tun.
Nadine: Und man kann es sicher gestalten, auf jeden Fall, aber da gehört auch eine Menge
Nadine: zu und den Weg habt ihr ja auch durchlaufen und so ein bisschen Schmerz ist auch dabei,
Nadine: aber daraus lernt man und wenn man die Lehren zieht und das erkennt und der
Nadine: Mensch auch mitmacht, also dann glaube ich, kann man das sehr, sehr sicher gestalten.
Volker: Was müssten denn Unternehmen machen, Jetzt mal abgesehen von einer guten Beratung,
Volker: die Sie wahrscheinlich schon brauchen als mittelständisches Unternehmen,
Volker: denn mit größter Wahrscheinlichkeit haben Sie nicht die komplette Eigenkompetenz, um sowas zu machen.
Volker: Das wird bei größten Unternehmen schon ganz anders aussehen,
Volker: die euch wahrscheinlich gar nicht brauchen würden, weil sie viel besser wissen, was sie brauchen.
Volker: Aber gerade ein KMU, 50 Personen, zwei Leute in der IT, nein,
Volker: zwei Vollzeit-Äquivalente in der IT verteilt auf sieben Personen in drei Schichten.
Volker: Was müssen die jetzt machen,
Volker: um Open Source sicher zu werden? Brauchen die eine eigene Vollzeit-Kraft für Open Source?
Nadine: Ja, nein.
Volker: Wahrscheinlich irgendwie schon.
Nadine: Das finde ich jetzt auch ein bisschen schwierig. Aber ich sage mal so aus der
Nadine: Beratungssicht, sage ich mal, Sie brauchen eine gute Guidance.
Nadine: Sie müssen wirklich wissen, erst mal muss man natürlich sich mit dem Unternehmen
Nadine: beschäftigen, mit den Prozessen beschäftigen, mit der Infrastruktur beschäftigen,
Nadine: mit dem, was ich haben will.
Nadine: Und da kann ich vielleicht auch noch einen Nebensatz zu sagen,
Nadine: das Problem, das sehe ich bei allen Unternehmen heute, ihr kennt bestimmt noch
Nadine: aus unserer Historie immer diese Lastenhefte, also wirklich zu wissen,
Nadine: was brauche ich eigentlich, was,
Nadine: brauche ich wirklich und was ist ein Must-Have, was ist ein Nice-to-Have und
Nadine: das ist so verloren gegangen.
Nadine: Die sagen einfach, Mensch, ich brauche hier was und aber warum sie es brauchen
Nadine: und in welchem Ausmaß und welchen Umfang sie es brauchen,
Nadine: wird wenig erarbeitet und ich glaube, da müssen wir anfangen,
Nadine: wir müssen anfangen zu wissen, was brauche ich, was will ich damit erreichen, was ist das Ziel damit,
Nadine: und dann kann ich damit anfangen, was habe ich und was kann ich in meine Infrastruktur
Nadine: einbetten und was macht es sicher.
Nadine: Also ich muss weiter vorne anfangen und ich habe jetzt auch einen Kunden,
Nadine: da wird immer gesagt, ja, ich brauche jetzt dies, ich muss das, ich muss das.
Nadine: Und dann sage ich immer, was willst du damit erreichen? Was ist denn dein Ziel
Nadine: mit dieser Software? Brauchst du sie wirklich?
Nadine: Und ich finde dieses typische, also aus meiner Anfangszeit, da gab es noch richtige
Nadine: tolle Lastenhefte, Pflichtenhefte.
Nadine: Das ist so vielleicht auch abgedroschen, aber ich finde es einfach,
Nadine: für mich ist das ein wichtiges Instrument und ein wichtiges Werkzeug für die Basis.
Volker: Heute braucht man das nicht mehr, heute machen wir agil.
Volker: Jetzt brauchen wir alle keine Anforderungen mehr, wir machen Scrum.
Volker: Manche laufen ja tatsächlich so durch die Welt und wissen gar nicht,
Volker: dass ich auch für agile Prozesse mindestens eine User-Story brauche,
Volker: aus der ich dann sukzessive Anforderungen ableite.
Nadine: Genau.
Volker: Und einfach mal zu sagen, jetzt komme ich wieder auf, keine Ahnung,
Volker: den Metzgerbetrieb. Ja, wir haben jetzt hier unser Kassensystem.
Volker: Cool ist den Kassensystem. Da war auf dem vorletzten, also auf dem 38C3, auf dem CCC-Kongress,
Volker: hat, glaube ich, eine Uni vorgestellt, wie sie eigentlich versehentlich im eigenen
Volker: Netzwerk, nicht versehentlich, sie haben mit ihrem Security-Lehrstuhl im eigenen Netzwerk mal geguckt.
Volker: Was es da so gibt.
Volker: Und da haben sie irgendwie so Point of Sale, so ein Ding gefunden.
Volker: Das erste Coole war, das Mensa-Kassensystem war völlig offen zugänglich, im Uninet zugreifbar.
Volker: Aber das war noch nicht das Schlimme.
Volker: Wer was von OWASP weiß, das ist so eine Projektgruppe international,
Volker: die sich um Websicherheit kümmern. Und da gibt es immer so ein OWASP Top Ten.
Volker: Die zehn wichtigsten Sicherheitslücken des letzten Jahres waren alle in dieser Software.
Volker: Und nachdem sie dann neun disclosed haben, haben sie gesagt,
Volker: aber wir haben ja zehn, also diese Uni, die das dann präsentiert hat,
Volker: und haben dann gezeigt, und guck mal, die zehn, da haben wir ja auch noch Kunden.
Volker: Das war richtig cool. Das kann natürlich passieren, wenn der Meskerbetrieb jetzt
Volker: anfängt, ein elektronisches Point-of-Sale-System mit seiner Excel-Tabelle über
Volker: eine Access-Datenbank zu verbinden. Und ganz plötzlich sind seine Lieferantendaten
Volker: öffentlich im Internet abgreifbar.
Nadine: Ja, und dann noch irgendwie so ein Laptop aus dem Mediamarkt.
Volker: Genau.
Alexander: Den der Sohn irgendwie am Vorabend
Alexander: nochmal kurz für den Vater eingerichtet hat. Genau, das ist wichtig.
Volker: Das Ding ist sicher, weil es ist wie ein Scanner drauf.
Alexander: Ja, auf jeden Fall, auf jeden Fall.
Volker: Seht ihr sowas in Unternehmen?
Nadine: Ja, leider ja. Und ehrlich gesagt auch in dem Bereich, den du gerade angesprochen
Nadine: hast, so in diesem Retailer-Point-of-Sale, tatsächlich da ist das weit verbreitet,
Nadine: würde ich mal fast sagen.
Volker: Ja, das heißt, digitale Souveränität braucht mehr als nur eine Willenserklärung,
Volker: sondern wir kommen nachher auch noch auf den Digital Independence Day ganz kurz zu sprechen.
Volker: Genau und was da getan werden kann, aber es ist halt eben nicht nur der Wille
Volker: da oder nicht nur erforderlich, sondern wir brauchen mehr.
Volker: Wir brauchen tatsächlich ein bisschen Passion. Also so wie der Metzgerbetrieb
Volker: eben für seine Currywurst schwärmt, muss er dann auch für Digital Independence schwärmen.
Volker: Helft ihr Unternehmen? Also du vertrittst ja das Digital Hub des Landes.
Volker: Seid ihr auch für Unternehmen da?
Alexander: Absolut.
Volker: Wie seid ihr einzusortieren in so eine Landeshierarchie-Struktur?
Alexander: Genau, wir sind direkt an die Staatskanzlei des Landes, in unserem Fall das
Alexander: Digitalministerium, angedockt und wenn wir von Schleswig-Holstein sprechen,
Alexander: dann ist immer die Leuchtturmwirkung, ist immer die Landesverwaltung,
Alexander: die umstellt und da sind wir auch stolz drauf und das ist das,
Alexander: worüber alle berichten.
Alexander: Am Ende machen wir das Ganze, wie ich vorhin schon mal gesagt habe,
Alexander: nicht nur für die Landesverwaltung.
Alexander: Wir wollen, dass unsere Wirtschaft diesen Weg geht und wir wollen,
Alexander: dass Vereine diesen Weg gehen und die brauchen diese Hilfe, die brauchen diese
Alexander: Beratung und manchmal diesen Anschub.
Alexander: Und das ist neben anderen Rollen etwas, was wir als Digital Hub genau tun,
Alexander: diesen Anschub geben. Ich kann nicht alle KMUs in Schleswig-Holstein persönlich
Alexander: umstellen. Es tut mir leid, wer das jetzt von mir erwartet. Ich kann einen Linux-Rechner
Alexander: aufsetzen, aber so viele schaffe ich nicht.
Nadine: Wir sind ja auch noch da.
Alexander: Und genau das ist es.
Volker: Diese Studenten hat die HAW Kiel.
Alexander: Da können wir einiges schaffen. Ja, gar keine Frage. Aber ich glaube genau,
Alexander: das ist der richtige Punkt. Es gibt ja Akteure, die das können.
Alexander: Und da den Richtigen zu finden und ein bisschen zu helfen und auch die Ängste
Alexander: und die Fragen, weil ich verstehe jeden, um jetzt zum Beispiel zu mit einem
Alexander: Metzger, der sagt, ich kenne hier das beste Rezept für eine Bratwurst,
Alexander: aber ich habe halt so ein Laptop und das muss seinen Job tun.
Alexander: Und ich weiß doch auch nicht, da zu helfen und zu sagen, okay,
Alexander: wir zeigen dir den Weg, wir zeigen dir die Lösung, was es gibt,
Alexander: was ist sicher, damit du nicht irgendwie,
Alexander: auf GitHub gehen musst mit der Aussage, Irgendwo hier findest du Code der Papua
Alexander: Neuginea von jemand, das kann ja vielleicht hilfreich sein, vielleicht ist da
Alexander: die spezielle Metzgersoftware, die ich jetzt gar nicht kenne.
Alexander: Aber es gibt ja Dinge, die viel greifbarer sind und so ein bisschen Wegweiser hilft.
Alexander: Und um das auch zu sagen, auch das Land im Übrigen wird relativ zeitnah jetzt,
Alexander: ohne dass ich den Termin jetzt schon sagen kann, die eigene Blaupause veröffentlichen.
Alexander: Also einmal, wie ist die Migration gelaufen? Was haben wir gelernt?
Volker: Auch für Bayern?
Alexander: Für jeden, der es nachnutzen möchte. Unter Creative Commons,
Alexander: wir stehen für Offenheit, dann müssen wir es auch da sein. Und natürlich haben
Alexander: wir Dinge gelernt und jeder, der dem folgen mag, jetzt ist sicherlich eine Landesarchitektur
Alexander: mit zehntausenden von Mitarbeitern für einen Metzger ein bisschen overdone in der Struktur.
Alexander: Aber genau darum geht es ja. Was passt für mich? Was ist eine Lösung?
Alexander: Nehme ich eine Nextcloud? Nehme ich irgendwie LibreOffice? Nehme ich OnlyOffice?
Alexander: Es gibt ja viele Möglichkeiten und da kann man Hilfe finden und nicht nur bei uns im Übrigen.
Nadine: Ja, ich finde das ein gutes Stichwort und ich finde auch und du hattest eben
Nadine: auch das Wort die Ängste und Angst.
Nadine: Ich nehme das immer ganz gerne den Leuten. Erstmal sage ich immer,
Nadine: ich habe da richtig Bock drauf.
Nadine: Und ich werde dafür sorgen, dass du auch Bock hast, weil es macht Spaß.
Nadine: Es macht wirklich Spaß und man muss es nur verstehen, man muss es wollen und
Nadine: ich finde, damit kann man schon eine Menge erreichen, einfach,
Nadine: dass man da nicht so ganz steif dran, es ist zum Teil ja ein recht steifes Thema,
Nadine: muss man ja auch ehrlich sagen,
Nadine: aber wenn man das auch anders gestaltet und auch die Leute motiviert und inspiriert,
Nadine: da was machen zu wollen und dass sie es verstehen und die Guidance direkt an
Nadine: die Hand gibt und gerade im KMU-Bereich, dann glaube ich, kann man da viele mitziehen.
Volker: Aber macht Spaß. Okay, Digital Independence Day. Wer kann dazu was sagen?
Alexander: Ja, absolut. Macht Spaß. Gerade der Digital Independence Day.
Volker: Was ist das?
Alexander: Der Digital Independence Day ist ja eine Initiative aus dem Umfeld vom Chaos
Alexander: Computer Club mit dem Impuls zu sagen, Mensch, wenn du das Ganze nicht von heute
Alexander: auf morgen umstellen willst, dann jeden ersten Sonntag stell doch eine Sache
Alexander: um. Nimm dir eine Abhängigkeit.
Volker: Und zwar dazu, das Plus Eins.
Alexander: Genau, korrekt. Also nicht jeden Sonntag dieselbe. Das wäre zugegebenermaßen etwas abenteuerlich.
Alexander: Und die Wechselrezepte, also kann ich jedem nur empfehlen, einfach mal auf die.date
Alexander: zu gehen und sich anzuschauen. Einfache Wechselrezepte, Dinge,
Alexander: die man in ein paar Minuten machen kann. Und ich nehme da immer das Beispiel
Alexander: und meine Mutter wird mich irgendwann dafür schlagen, dass ich sie gerade auf
Alexander: Signal umgestellt habe.
Alexander: Und sie kommt klar. Es funktioniert. Es ist völlig schmerzfrei gegangen.
Volker: Auch mit ihren WhatsApp-Partnerinnen?
Alexander: Es sind noch nicht alle, sie nutzt es noch parallel. Aber seien wir ehrlich,
Alexander: wer hat denn heutzutage auf seinem Handy eine App installiert?
Alexander: Den möchte ich bitte sehen. Und ob da jetzt zwei, drei oder vier sind,
Alexander: zugegeben, wenn es an die 10.000 geht. Es gibt irgendwo Grenzfälle,
Alexander: aber das ist doch überhaupt kein Problem.
Volker: Würdest du mir abnehmen, wenn ich sage, dass auf meinem Smartphone nun das Betriebssystem ist?
Alexander: Ich wäre gespannt, was du dann damit machst. Also telefonieren offensichtlich
Alexander: vielleicht noch, wobei ist das ein Betriebssystemkomponent wahrscheinlich.
Volker: Ich habe eine App, ich habe die Wählscheiben-App.
Alexander: Ah, ja, ja, makes sense, makes sense. Schauen wir mal, wo wir damit hinkommen.
Alexander: Das fehlt uns im Übrigen der D-Day. Ich glaube, das ist was,
Alexander: was mich in den letzten Wochen so ein bisschen umtreibt. Eine D-Day-Initiative für Firmen.
Alexander: Das ist ja nichts Kompliziertes, aber natürlich ist jetzt nur auf Signal umstellen
Alexander: für eine Firma, das ist vielleicht ein bisschen, selbst für einen Metzgerbetrieb zu klein gedacht.
Alexander: Vielleicht ist das der nächste Schritt, dass wir da mal irgendwie Angebote schaffen,
Alexander: die genauso einfach mal Firmen und KMUs erklären.
Alexander: Hey, das kannst du tun. Das sind die einfachen Wechselrezepte.
Volker: Wäre das nicht eine Möglichkeit, wo ihr tatsächlich auch aus räumlicher Nachbarschaft,
Volker: zum Beispiel mit der HW Kiel, zum Beispiel mit Leuten wie André zusammen Initiativen
Volker: ausrollen könntet in Schleswig-Holstein?
Volker: Du sagst, du kannst nicht jedes einzelne Notebook umstellen und das könnt ihr
Volker: sicherlich auch nicht, aber ihr könntet ja gemeinschaftlich Schulter an Schulter
Volker: den Unternehmens-DI-Day ins Leben rufen.
Alexander: Absolut. Bin ich sehr offen. Ich bin Montag bei unserer WN Kiel.
Alexander: Also vielleicht kriegen wir noch ein paar mehr Studenten dazu.
Alexander: Und ich kann sagen, wir haben digitale Knotenpunkte für die Zivilgesellschaft.
Alexander: Wir haben eine Kollegin aus Tarp mittlerweile überzeugt, die da ist was wirklich
Alexander: Cooles. Und die Dame kommt nicht aus der Digitalisierung, sie wird mir nicht böse sein.
Alexander: Ich brauche jemanden mit Hilfe. Ich brauche jemanden, der kommt und der sich
Alexander: mal neben uns sitzt und das supportet.
Volker: Ist du Montag Zeit?
Andrej: Ja, absolut. Ich finde das Thema total cool. Auch im persönlichen Umfeld,
Andrej: wie man weg von Hyperscalern, Big Data kommt.
Andrej: Persönliches Anliegen zum Beispiel, wo so meine Fotos und meine Videos.
Andrej: Sowas zum Beispiel ist recht leicht umzusetzen zu Hause. Wenn man einen alten
Andrej: Laptop, einen PC noch rumfliegen hat, kann man ein bisschen Technikaffinität,
Andrej: so einen Homeserver aufsetzen.
Andrej: Und ich glaube, da gibt es genügend Studenten, ne?
Andrej: Vielleicht übertrieben, aber ordentlich ein paar Studenten, unter anderem ich,
Andrej: die gerne bei sowas mitmachen würden, wenn es die Initiative gibt,
Andrej: auch zu lernen als Student.
Andrej: Warum nicht? Es ist ja ein offenes Angebot.
Volker: Das ist ja quasi so eine Triple-Win-Situation. Zum einen, ihr als Studierende
Volker: könnt euer Wissen verbessern, nach außen bringen und erweitern,
Volker: indem ihr auch die Realität lernt.
Volker: Ihr seid, ohne das jetzt irgendwie groß vermarkten zu wollen,
Volker: aber doch durchaus günstiger als eine IT-Fachkraft, solange ihr noch studiert
Volker: und ihr als Hiwi irgendwo mit angestellt werdet und ist ja auch erstmal fair,
Volker: weil ihr noch stark in der Ausbildung seid.
Volker: Und Unternehmen, die sich das nicht unbedingt so richtig gut leisten können,
Volker: haben aber zumindest temporär eine günstige Einstiegsmöglichkeit für sowas.
Volker: Würdet ihr euer Hackathon-Konzept, das ja in einer schlaflosen Nacht entstanden
Volker: ist, würdet ihr sowas ausrollen wollen oder ist das dann doch,
Volker: naja, war halt ein Hackathon?
Andrej: Wenn man sich nochmal dransetzen würde und nochmal intensiv mit den Unternehmen
Andrej: in Kontakt treten könnte, was bei uns ja nur ein fiktives Unternehmen war,
Andrej: wo wir nur eine halbe Seite,
Andrej: hatten, wo drauf stand so und so und so, bestimmt auf jeden Fall.
Andrej: Vielleicht sollte man dann noch jemand haben, der einem über die Schultern schaut
Andrej: oder im Nachhinein genau einmal ein Check-up macht.
Andrej: Wichtig ist, dass dann auch dokumentiert worden ist, was gemacht worden ist,
Andrej: und ich denke, dann ist sowas umsetzbar auf jeden Fall.
Volker: Wer hilft noch? Also Unternehmen, Geld, Hilfe.
Volker: Also andererseits die, ich sage jetzt mal so diese Digital Hubs,
Volker: die es überall gibt, die Industrie- und Handelskammern, wer hilft noch?
Volker: Auch die Studierenden, wobei das ist ja eben eher eine unfassbare Masse,
Volker: es sei denn, da gibt es dann wieder Initiativen von euch mit Hochschulen, die da was machen.
Volker: Wie kriegen wir das Ganze auf den Boden?
Nadine: Also ich glaube, man kann sich mittlerweile viel auch vom BSI tatsächlich,
Nadine: die bieten wirklich sehr, sehr viel und man kann da… Also Bundesamtssicherheit.
Volker: Informationstechnik, genau.
Nadine: Genau, die bieten da wirklich viel und da kann man sich gut belesen und da kann
Nadine: man sich viel Hilfe und Unterstützung holen.
Nadine: Und ich finde auch, wenn wir jetzt rein auf den Sicherheitsstandard,
Nadine: also wie ich eben auch schon erwähnt, die ISO 27001, das ist natürlich eine reine Anforderung.
Nadine: Da gibt es natürlich auch Umsetzungshilfen, aber das BSI ist da schon weit vorne,
Nadine: das ist das eine, aber das BSI ist natürlich auch immer sehr auf Deutschland,
Nadine: fokussiert, also wenn man jetzt international irgendwie, aber,
Nadine: dann muss man natürlich umsteigen, aber grundsätzlich BSI, es hilft tatsächlich auch,
Nadine: hier in Hamburg ist das BKA, was auch viel berät und hilft.
Volker: Die helfen?
Nadine: Die helfen und auch tatsächlich kostenfrei, man will es nicht glauben, aber es ist wirklich so.
Volker: Aber 110 anrufen ist da jetzt nicht.
Nadine: Nee, das ist glaube ich nicht so angebracht. Aber da gibt es wirklich tatsächlich
Nadine: Online-Seiten und die kommen auch zur Beratung.
Nadine: Und ach, ich glaube, das gibt eine Menge. Also Unternehmen, klar.
Nadine: Aber das ist vielleicht auch ein Thema.
Nadine: Sowas kostet natürlich Geld. Es geht nicht ohne Geld. Es geht nicht ohne Budget.
Nadine: Es geht nicht ohne Ressourcen. Und da kommen wir wieder zum Thema Management.
Nadine: Das muss einfach mitgehen.
Volker: Also wollen wir das. Und mein Lieblingsbeispiel ist immer, heute kein Mensch
Volker: würde sagen, wir machen ein Auto billiger, indem wir einfach mal nur eine Bremse einbauen.
Volker: Kriegst du gar nicht auf der Straße zugelassen, sondern du brauchst die Pedalbremse
Volker: und du brauchst irgendeine Form von Notfallbremse, Handbremse, wie auch immer.
Volker: Für jedes Licht, das wir haben, haben wir ein Ersatzlicht. Wir haben zwei Scheinwerfer
Volker: und wenn einer ausfällt, hast du dann nochmal dein Reservelicht in dem einen Scheinwerfer.
Volker: Anders kriegen wir es nicht zugelassen. Aber,
Volker: eine Fritzbox auf einem Aldi-Rechner ohne
Volker: Virenscanner und darauf das Unternehmensmanagement-System laufen lassen.
Volker: Und da gibt es keinen, der einem auf die Finger haut. Irgendwie komisch.
Nadine: Ja. Komisch.
Alexander: Wir haben da halt alt hergebracht. Also wir haben irgendwie versucht,
Alexander: Dinge in den Softwareraum zu übertragen und irgendwie passieren da Dinge,
Alexander: die an vielen Stellen ja unreguliert sind. Das merken wir ja in jeder Debatte über Digitalisierung.
Alexander: Da muss sicherlich mehr passieren. Gar keine Frage.
Alexander: Gleichzeitig nimmt das ja nicht dem Einzelnen. Gerade wenn wir über Unternehmen
Alexander: reden, möchte ich wirklich darauf warten, dass mich da jemand reguliert,
Alexander: bevor ich vor die Wand fahre, weil die Bremse nicht eingebaut ist.
Alexander: Ja, dann sind wir in der Kostendebatte vielleicht und jemand sagt,
Alexander: das Risiko nehme ich hier, das zehnte Auto meiner Mitarbeiter fährt gegen einen Baum.
Alexander: Aber den Geschäftsführer möchte ich sehen, der diese Einstellung wirklich real trägt.
Volker: Und ist das nur das Auto des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin,
Volker: die gegen einen Baum fährt oder sitzt da noch einer drin?
Alexander: Ja, absolut. Womöglich wer anders, nämlich mein Kunde. Und dann habe ich langfristig
Alexander: ganz andere Überlegungen. Und das ist, glaube ich, das, was mal auch jeder in
Alexander: seinem Unternehmensalltag sich frei die Frage stellt. Was ist denn mit meinen
Alexander: Lieferanten? Was ist denn mit meinen Partnern?
Alexander: Da sind ja meine Daten, da sind meine Abhängigkeiten. Es geht ja nicht nur um
Alexander: das eigene Unternehmen, sondern die wenigsten Unternehmen handeln autark von der restlichen Welt.
Alexander: Also vielleicht auch mal die Kollegen fragen. Genau, die Lieferkette mal beobachten
Alexander: und mal hinterfragen, was macht denn mein Kollege da drüben?
Alexander: Und schon ist man mit dem Problem vielleicht auch zu zweit, zu dritt oder zu
Alexander: viert zum Thema, wer kann helfen?
Alexander: Naja, manchmal hilft es ja auch schon einen Freund zu finden im Nachbarunternehmen,
Alexander: der sagt, ich habe jetzt auch keine Lösung, aber jetzt sind wir schon mal zwei.
Alexander: Vielleicht finden wir irgendwann in einem Netzwerk eine Struktur.
Volker: Das sind auch so interessante Diskussionen, die man führt mit gerade kleinen
Volker: und mittelständischen Unternehmen bei IT-Absicherung. So nach dem Motto,
Volker: ja komm, ist ein Kostenfaktor.
Volker: Ein Kostenfaktor ist ein Risikofaktor und ein Risikofaktor ist irgendwas,
Volker: was ich im Geschäftsmodell eigentlich mit abbilden kann. Theoretisch.
Volker: Ransomware-Attacker, drei Exit-Modi.
Volker: Glück gehabt, weil ist nichts passiert, hat nicht funktioniert,
Volker: ich hatte ein Backup oder irgendwie sowas.
Volker: Ransom gezahlt und ich konnte irgendwie, also immer noch Geschäftsfaktor,
Volker: und das Dumme ist Versicherungen, also sobald man eine Cyberversicherung abgeschlossen hat,
Volker: hat die sich üblicherweise per Geschäftsbedingungen das Entscheidungsrecht ausbedungen,
Volker: weil die nämlich gesagt haben, Aufsetzen kostet eine Million,
Volker: oder 10 Millionen, Ransom kostet eine Million, also haben wir 90% Gewinnchance,
Volker: also zahlen wir, also Ransom zahlen.
Volker: Oder das dritte, das haben sehr viele gar nicht vor Augen, Totalverlust, Crash, Insolvenz.
Volker: Und das ist, glaube ich, ein Geschäftsmodell, das lässt sich nicht finanziell,
Volker: in Gewinnabsichten einkalkulieren, oder?
Alexander: Absolut nicht. Und jeder, der sagt,
Alexander: das passiert ja nicht, muss ja nur die einstiegigen Listen mal durchgehen.
Alexander: Und ich komme gerade von einer Verwaltungsdigitalisierungsveranstaltung,
Alexander: wo die Kollegen aus Witten berichtet haben, was bei ihnen passiert ist,
Alexander: als mal so eine komplette Verwaltung stillstand und sie genau diesen Attacken unterlegen sind.
Alexander: Und das erleben wir jeden Tag in Deutschland und das betrifft jedes Unternehmen.
Alexander: Also da reden wir nicht über geopolitische Bedrohungslagen.
Alexander: Das sind ganz konkrete Themen, mit denen man sich beschäftigen muss.
Alexander: Und ich verstehe jeden kleinen, also niemand hat eine Zimmerei aufgemacht,
Alexander: um sich mit Digitalisierung zu beschäftigen. Den Punkt sehe ich.
Alexander: Aber es ist nun mal immanent. Jeder muss sich damit beschäftigen.
Alexander: Ich muss auch Buchhaltung machen. Es nützt dir nun mal nichts.
Volker: Also mach es selbst oder gib es ab, aber mach nicht die Augen zu.
Alexander: Genau, nicht die Augen zu.
Nadine: Genau.
Volker: Was kostet uns das? Also Nadine, ich weiß, Summen immer hängt davon ab und kommt
Volker: drauf an, aber 10-Personen-Unternehmen, das,
Volker: ist nicht, was ihr kostet, sondern wo ihr sagt, Mensch, die sollen sich mal
Volker: digital souverän sicher aufstellen.
Volker: Was würdest du dem sagen, so als Hausnummer, wo müssen die rechnen?
Nadine: Das ist jetzt eine gemeine Frage. Das ist ja Open Source Software.
Nadine: Das ist ja Open Source Software, wir haben keine Lizenzen, aber die Pflege und
Nadine: die Verwaltung und die Steuerung und so, das kostet ja auch ein bisschen was.
Nadine: Du musst ja schon Leute haben, die das können und das kostet ein bisschen was.
Nadine: Also ich finde das so, man kann, also vielleicht auch nochmal da,
Nadine: es gibt ja jetzt, also erstmal kann man den Skop relativ klein halten.
Nadine: Ist schon mal, man erreicht sein Ziel und man hat nicht so einen riesen Berg vor sich.
Nadine: Also ich finde immer erstmal sagen, lass uns mal echt gucken,
Nadine: was ist das Wichtigste, was du schützen musst.
Nadine: Und dann kann man klein anfangen. Und dann muss es nicht immer so viel Geld
Nadine: sein. Dann kann man sich jemanden holen, der von Ahnung hat und die sagen kann,
Nadine: pass mal auf, du hast den und den Server, du hast das und das Netzwerk.
Nadine: Lass uns das mal vielleicht nochmal irgendwie ein anderes WLAN,
Nadine: deine wichtigsten Informationen packen und dann kann man das auch relativ klein
Nadine: und schlank halten. Wenn wir auf 10-Mann-Betrieb Jetzt mal so ganz salopp gehen.
Nadine: Das ist das eine. Das andere ist, also Scope-Kleinheiten.
Nadine: Wir haben, auch weil wir gerade nochmal über Wer hilft noch,
Nadine: wir haben ja die NIS II, jetzt das Umsetzungsgesetz.
Nadine: Das ist ein tolles Instrument, das ist ein super Werkzeug für KMU-Unternehmen,
Nadine: die was tun wollen und auch tun müssen. Also da ist das Müssen im Vordergrund,
Nadine: wer damit von betroffen ist.
Nadine: Und auch da sich fokussieren. Also ich habe Gespräche, aus der Realität,
Nadine: ja Mensch, wir wollen an einer großen internationalen Ausschreibung teilnehmen,
Nadine: die verlangen eine ISO 27001 Zertifizierung.
Volker: Machen wir mal eben.
Nadine: Machen wir eben, genau. Also der eine Gedanke ist, ja ihr müsst doch hier alle
Nadine: Dokumente haben, da könnt ihr auch unseren Namen drüber schreiben. Und wer lebt das?
Nadine: Da scheitern wir schon dran. Also nur ein wirksames System kann gelebt werden
Nadine: und ist nachweisbar. Das ist Nummer eins. Nummer zwei ist, wenn dann die Frage
Nadine: kommt, ja okay, was ist denn euer Scope?
Nadine: Ja, wir machen gleich mal alles. Und dann sage ich, da bin ich raus.
Nadine: Sag ich ganz ehrlich, da habe ich keine Freude dran, da habt ihr keine Freude dran.
Nadine: Und wenn wir so in ein Geschäft reingehen oder in ein Projekt reingehen,
Nadine: dann gehen wir da noch so auch raus. Und das wollen wir nicht.
Nadine: Also Scope klein halten, fokussieren und wirklich das Ziel vor Augen haben.
Volker: Also was ich ganz gut finde, das BSI hat zusammen mit anderen Unternehmen so
Volker: einen Dienstback gearbeitet für einen Digitalcheck.
Volker: Da werden auch Unternehmen, also Beratungsunternehmen, kostenlos,
Volker: ich sag mal formal auf das Prozedere ausgebildet. Also keine Ahnung,
Volker: ist so eine Halbtagesfortbildung, die jetzt auch digital stattfinden soll und,
Volker: Die hat eigentlich zwei Zwecke. Das eine ist, dass diese Unternehmen,
Volker: diese Beratungsunternehmen das kostenlos weitergeben. Natürlich ist es ein Türöffner
Volker: für alle weiteren Aufträge, aber man kommt da erstmal kostenlos rein,
Volker: ist ein Aufwand von vier Stunden oder so.
Volker: Und das zweite, da ist glaube ich irgendeine Förderung auch mit angeschlossen,
Volker: dass Unternehmen, die diese Checkliste
Volker: vorlegen können, dann irgendwie 50% Förderung für irgendwas kriegen.
Volker: Gibt es da Förderung? Wisst ihr da was?
Nadine: Absolut, da gibt es einen riesen Topf, wo muss ich nur nutzen.
Volker: Okay, keine Ahnung, ich bin kein Unternehmen, erklärt mir mal.
Alexander: Definitiv, also bei uns gibt es die DKU-Förderung für Digitalisierung,
Alexander: die im Übrigen auch für Souveränität zu nutzen ist in anderen Ländern.
Alexander: Also wir haben auf Bundesebene Dinge, wir haben auf dem Landeslevel normalerweise
Alexander: Angebote für Digitalisierungsdingen.
Volker: Was ist das so, Größenordnung, sind das 50 Prozent oder 5000 Euro?
Alexander: It depends ist da leider die Antwort, weil es ein bisschen darauf ankommt,
Alexander: wo man jetzt in welchem Land welches konkrete Angebot nimmt.
Alexander: Aber an der Stelle kann ich nur sagen, die Wirtschaftsförderungen der Länder
Alexander: sind da immer kostenlos für eine Beratung zu haben.
Alexander: Also jeder, der sagt, ich möchte nur mal eine Frage stellen und rausfinden,
Alexander: was kann ich nutzen, möge da einfach zum Hörer greifen und kriegt das passende
Alexander: Angebot, um Dienstleistungen günstiger zu kriegen.
Alexander: Und die meisten Firmen, die so etwas verkaufen, kennen das auch.
Alexander: Selbst die kann man häufig fragen und sagen, Mensch, kann man dein Angebot irgendwo
Alexander: fördern? Hast du da Ideen?
Volker: Lohnt sich die Förderung? Also ich kann es aus dem akademischen Bereich jetzt
Volker: sagen, es gibt da so eine Institution, die gerne genutzt wird,
Volker: da schreibt man dann 15-seitige Anträge für 5000 Euro, wo du dann noch mal 20
Volker: Seiten Abrechnung einreichen musst.
Volker: Wo man dann sagt, okay, 5000 Euro sind zwar Geld, aber Freizeit ist so viel
Volker: mehr wert. Lohnt sich diese Förderung?
Nadine: Ja, also es ist natürlich eine Riesenformalie, das ist ganz klar.
Nadine: Also da muss man sich auch ein bisschen durchwurschteln, aber ich denke,
Nadine: wenn man sich damit einmal beschäftigt hat, dann geht das, lohnt sich das? Hältst du dabei?
Nadine: Da haben wir Partner. Also wir selber jetzt, also wir können so ein bisschen
Nadine: darauf hinweisen und sagen, Mensch, guck mal, da gibt es Förderung,
Nadine: aber nee, das ist jetzt nicht unser Kerngeschäft tatsächlich,
Nadine: aber es lohnt sich auf jeden Fall.
Nadine: Also das würde ich auf jeden Fall unterschreiben.
Alexander: Ich glaube, es ist auch der Anreiz vor Stärker einfach. Wenn man noch zögert,
Alexander: ist es vielleicht der kleine, kleine Switch. Aber wenn ich eine kaufmännische
Alexander: Entscheidung treffe für mein eigenes Unternehmen, dann sollte ich die nicht
Alexander: aufgrund einer Förderung treffen. Das ist per se der falsche Ansatz,
Alexander: glaube ich, an der Stelle.
Alexander: Im staatlichen Handeln sagen wir auch, Verteidigungspolitik und ähnliches.
Alexander: Wir können auf eine Art damit Geld verdienen und die wollen wir nun wirklich nicht sehen.
Alexander: Trotzdem fragen wir nicht, ob wir das gerade tun müssen oder nicht.
Alexander: Und auch im kaufmännischen Prozess, natürlich muss ich dafür Geld ausgeben.
Alexander: Und ob ich dann mir den Benefit noch hole und sage, naja gut,
Alexander: das ist ein bisschen leichter und ähnliches.
Alexander: Ich glaube auch für 5000 Euro, dann ist der Aufwand meistens nicht so gerechtfertigt.
Alexander: Aber das ist dann wieder, wie groß schneide ich meine Stückchen?
Alexander: Lohnt sich das für mich oder nicht?
Alexander: Bin ich halt wirklich der kleine Laden? Und bei den Kosten, wenn ich wirklich
Alexander: klein bin, vieles geht selbst.
Volker: Ist Open Source vielleicht sogar noch günstiger im Long Run als Login-Lösung?
Volker: Also auch wenn ich eine Person mehr einstellen muss und auch als KMU.
Volker: Sagen wir mal, ich muss von fünf Leuten wirklich auf sechs, weil ich meinen
Volker: ITler doch jetzt langsam brauche.
Volker: Habe ich vielleicht, oder ist die Chance auf einen Return on Invest allein dadurch
Volker: vielleicht schon gegeben?
Alexander: Ich sage klar ja. Also in aller Ehrlichkeit, fairerweise muss man sagen,
Alexander: Long Run ist schon richtig. Also jeder, der sagt.
Volker: Long heißt Unternehmensgeneration.
Alexander: Für uns zum Beispiel, vier, fünf Jahre sagen wir, sind ja bei uns und wir reden
Alexander: über sehr große Migrationskosten im Millionenbereich.
Alexander: Aber für mich ist da der wichtige Punkt, jeder kann ja mal seine letzten Lizenzaufschläge
Alexander: sich anschauen bei einem beliebigen Tool.
Alexander: Also wo die 40 Prozent sind. Und ich sage auch immer bei meinen Vorträgen,
Alexander: wenn ich irgendwo bin, Leute, wenn ihr euch in den nächsten zehn Jahren jedes
Alexander: Jahr 40 Prozent Anstieg eurer IT-Kosten leisten könnt, dann bleibt doch eine
Alexander: Abhängigkeit. Viel Spaß da drüben.
Alexander: Nicht clever, aber ist ja eure Entscheidung, aufmännisch das zu tun.
Alexander: Ich glaube, das lohnt sich schon und ehrlicherweise auch.
Alexander: Je mehr Akteure wir in dem System haben, desto besser wird das ja irgendwann.
Alexander: Also natürlich sind jetzt einige Dinge noch da ein bisschen ungleichgemäß und,
Alexander: wir hören das, wir hatten vorhin das Thema Bildungsbereich, da ist es natürlich
Alexander: so, dass Studenten noch zugeworfen werden mit günstigen Microsoft-Produkten,
Alexander: weil der erste Schuss jedes Dealers günstig ist. Das ist halt an der Stelle so.
Volker: Auch die Hochschulen ist leider zum Teil auch in Hamburg noch die Strategie, dass man sagt, Mensch.
Volker: Und wir müssen doch unsere Studierenden, wir müssen ihnen doch zeigen,
Volker: dass man Präsentationen auch mit nicht PowerPoint machen könnte. Und was tun wir?
Volker: Ja, Microsoft 365 ist halt eben warm und kuschelig.
Nadine: Das ist das, was wir kennen, Mensch und Veränderung. Aber ich würde das gerne nochmal untermauern.
Nadine: Ich sage auch klar ja, allerdings nur, wenn ich es richtig mache. Sonst wird es teurer.
Volker: Ja, genau.
Alexander: Und ich muss auch den Schmerz, also den Punkt muss man natürlich sehen,
Alexander: Migration kostet immer erst mal mehr Geld.
Alexander: Das muss man schon ganz objektiv und zwar in jede Richtung. Also jeder,
Alexander: der auch in 365 mal rein migriert ist, hat auch einen Change-Prozess durchgemacht.
Alexander: Also mir kann keiner erzählen, dass in einem System zu bleiben oder jeder ITler,
Alexander: der zuletzt in SAP HANA ganz viel Spaß hatte.
Alexander: Ich habe nicht gehört, dass die alle schmerzfreist günstig durch diesen Prozess
Alexander: gegangen sind, nur weil sie bei derselben Lösung geblieben sind.
Volker: Ich glaube auch Spaß macht es nicht, ne? Nee. Veränderungsprozesse nerven.
Alexander: Also jeder meiner Veränderungen mehr Sport. Ja, Freunde, das war super.
Alexander: Das gilt hier genauso. Das ist eine Gewöhnung. Aber ich werde halt nicht schlank,
Alexander: wenn ich keinen Sport mache.
Alexander: Es hat Konsequenzen, wenn ich Dinge nicht tue.
Nadine: Ich würde hier an dieser Stelle auch gerne nochmal, also an fast jeder Stelle,
Nadine: aber hier auf jeden Fall spätestens mal das Wort risikobasierter Ansatz nochmal
Nadine: einfließen lassen. Das ist ganz wichtig. Und,
Nadine: darauf kann ich schon echt bauen und da kann ich auch vieles mit richtig machen und ableiten.
Volker: Mit Sport habt ihr ein gutes Stichwort gebracht, weil wir immer so als Konzept haben...
Volker: Ein Podcast-Episode sollte nicht länger sein als ein Dauerlauf, den ich machen kann.
Volker: Und wir zwingen unsere Zuhörerschaft jetzt gerade schon von 10 Kilometern in den Halbmarathon.
Volker: Alles kein Ding. Aber meine Frage, um so langsam auch so zum Ende zu kommen.
Volker: Ihr dürft Unternehmen jetzt mal mit einem Satz, das darf auch ein Politikersatz
Volker: ohne Punkt und Komma sein,
Volker: mal empfehlen, was sollen sie jetzt tun?
Volker: Digitale Souveränität, Software umstellen.
Volker: Nadine, du darfst anfangen. Was ist dein Statement?
Nadine: Ja, digitale Souveränität auf jeden Fall.
Nadine: Ich sag mal, ich muss es richtig machen, was ich eben schon sagte und ich darf
Nadine: nicht vollständig denken, dass das damit alles erledigt ist.
Nadine: Ich muss mir wirklich die Prozesse angucken, ich muss mir die Fähigkeit aneignen,
Nadine: die wirtschaftlichen, rechtlichen Themen und Aspekte damit zu berücksichtigen und dann, ja, feel free.
Volker: André, aus Studierendensicht, aus Hackathon-Gewinner-Sicht, was sagst du,
Volker: digitale Souveränität?
Andrej: Ja, auf jeden Fall. Wenn das Unternehmen die Möglichkeit hat,
Andrej: die Zeit als Unternehmer sich dazu informieren, auch wenn es kostenlos ist,
Andrej: gerade wenn es kostenlos ist, diesen ersten Schritt zu gehen,
Andrej: ist, glaube ich, immer der schwerste.
Andrej: Und wenn man dann in einer Umgebung ist, die einem hilft...
Andrej: Wird es auch schneller, einfacher. Aber man darf natürlich nie die Risiken überschauen.
Andrej: Also überschauen im Sinne von überfliegen. Man sollte immer alles risikobewusst machen.
Volker: Haben wir vielleicht jetzt sogar eine neue Initiative geboren zwischen Digital
Volker: Hub Schleswig-Holstein und HW Kiel Studierenden der Digital,
Volker: Independence Day für Unternehmen?
Alexander: Finde ich gut, nehme ich auf jeden Fall mal mit, ob das dann mit Studierenden
Alexander: oder mit Community und allen zusammen. Ich glaube, da geht was.
Alexander: Und zu dem abschließenden Impuls würde ich sagen, also in aller Ehrlichkeit,
Alexander: wenn die Europäische Kommission gerade große Beschlüsse und das ist nun wahrlich
Alexander: eine komplexe Organisation, die lange für Dinge braucht, aus gutem Grund auch
Alexander: ehrlicherweise, dann kann ein kleines Unternehmen diese Entscheidung weit schneller
Alexander: treffen und der erste Schritt ist viel schon tun.
Alexander: Und wenn das nicht gleich das Office-Produkt ist, ist es auch in Ordnung.
Alexander: Dann nimmt man erstmal eine Nextcloud für den Datenaustausch oder eine Foto-App
Alexander: oder whatever, eine Sache schon mal identifizieren, wo man sagt,
Alexander: da können wir schnell ins Handeln kommen und dann auch den eigenen ITlern,
Alexander: den eigentlichen Verantwortlichen sagen, du kommst mir nicht mit Ausreden weg, mach.
Volker: Vielen Dank an euch und auch an unsere Hörerinnen und Hörer,
Volker: dass ihr so wieder geduldig und gespannt zugehört habt.
Volker: Ich hoffe, ihr habt einige Dinge mitgenommen, dass wir euch empfehlen,
Volker: macht es, macht es schrittweise.
Volker: Also nehmt erstmal das Plus Eins, also schaltet nicht gleich ab,
Volker: sondern nehmt was dazu, stellt um,
Volker: seid euch dessen bewusst, es wird Geld kosten, es wird auch ein bisschen Unbehagen
Volker: bereiten, aber es gibt Beratung, es gibt Förderung und der Return on Invest.
Volker: Ist höchstwahrscheinlich, dass ihr auch schon über eine absehbare Zeit von vier,
Volker: fünf Jahren dort sehr positive Effekte seht, selbst wenn ihr IT-Mitarbeitende einstellen musstet.
Volker: Und damit sind wir jetzt auch schon am Ende unseres Podcasts.
Volker: Das war die Sicherheitslücke live bei Hamburg at Work.
Volker: Und ihr könnt die Sicherheitslücke überall da finden, wo es Podcasts gibt.
Volker: Und natürlich auf unserer Webseite Sicherheitslücke.fm.
Volker: Der Link zu unserer Webseite und die weiterführenden Informationen,
Volker: die findet ihr in den Shownotes und genau wie in unseren sozialen Medien natürlich
Volker: auch Mastodon, ist klar.
Volker: Empfehlt unseren Podcast gern weiter, bewertet ihn auch dort,
Volker: wo ihr ihn hört, damit andere ihn leichter finden und die Sicherheitslücke ist
Volker: ein Podcast, finanziert durch die Hamburg Open Online University, die Kapitelbilder,
Volker: die schönen, die ihr hier auch als Sticker findet, Leider nicht,
Volker: für die Zuhörenden, sondern nur für unsere Gäste hier.
Volker: Kommt von der tollen Anne Vogt und die Produktion im Hintergrund auch mithörend
Volker: remote über den Christian Friedrich. Vielen Dank an euch, Anne und Christian.
Volker: Und wir verabschieden uns hier von euch. Bis zur nächsten Folge. Volker Squarek.
Alexander: Alexander Rosenthal.
Andrej: André Bender.
Nadine: Nadine Eibel.
Volker: Vielen Dank.
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