Digitale Souveränität: philosophische Sackgasse?

Shownotes

In dieser Folge nehmen Volker Skwarek und Ingo Timm das Thema digitale Souveränität auseinander. Sie diskutieren, warum Office 365, PowerPoint und Outlook so erfolgreich sind, wo Lock-in-Effekte wehtun und wieso Migrierbarkeit und offene Formate wichtiger sein könnten als der Versuch, eine eigene europäische Cloud zu bauen. Themen sind unter anderem der CLOUD Act, die Sperrung des Mail-Accounts von IStGH-Chefankläger Karim Khan, die Bundeswehr-Cloud bei Google, KI-Souveränität, Apertus, Mistral und der „Digital Independence Day". Am Ende die These: Trennung von Daten und Programmen ist der eigentliche Hebel

DI.DAY

Markdown (Wikipedia)

Strafgerichtshof: Microsofts E-Mail-Sperre als Weckruf für digitale Souveränität (heise)

BSI-Blog: Digitale Souveränität

Souveräner Arbeitsplatz (BMDS)

[ZenDiS — Zentrum für Digitale Souveränität](

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Die Sicherheits_lücke ist ein Podcast der Hamburg Open Online University (HOOU).

Monina Schwarz, LSI Bayern

Ingo Timm beim DFKI

Volker Skwarek an der HAW Hamburg

Produktion und Musik: Christian Friedrich

Das in dieser Episode verwendete Bildmaterial steht unter der Lizenz CC-BY 4.0, Urheberin ist Anne Vogt.

Podcast Design: Anne Vogt

Transkript anzeigen

Volker: Hallo und herzlich willkommen zur Sicherheitslücke. Heute mal eine Aufzeichnung

Volker: im kleinen Kreis, weil irgendwie nur Ingo heute Zeit für uns hatte.

Volker: Ja, Monina ist gerade irgendwie abwesend.

Volker: Christian, unser lieber Host, hat gesagt, ach, die Technik kriegt er auch ohne

Volker: uns hin. Schauen wir mal.

Volker: Und wir, Ingo und ich, werden uns heute alleine mal dem Thema digitale Souveränität

Volker: widmen. Ja, moin Ingo, hallo, wie geht's?

Ingo: Moin Volker, ich finde, das ist ein super Thema und es fordert uns auch mal

Ingo: wieder technisch, dass wir hier die Aufnahme hinkriegen, also ein guter Start für so eine Folge.

Volker: Ja, spannend, also ich glaube, die Intro lassen wir lieber weg,

Volker: denn im Moment haben wir uns, glaube ich, mehr darum gekümmert,

Volker: dass die Aufnahme irgendwie läuft.

Volker: Das dürfen wir Christian, ach ne, der hört ja zu, okay, das dürfen wir Christian

Volker: eigentlich gar nicht sagen, aber der wird sowieso lachen, egal.

Ingo: Ja, immer keine Outchecks, wir nehmen das direkt.

Volker: Ja, ganz genau. Christian, bitte nicht rausschneiden, wir stehen dazu.

Volker: Ja, alles klar. Dann Thema digitale Souveränität ist ja auch ein Stück weit

Volker: natürlich durch unsere kleinen Verwerfungen,

Volker: die wir gerade international erfahren haben, Aber auch durch den letzten Chaos

Volker: Computer Kongress in aller Leute im Munde geraten,

Volker: indem wir da einfach diesen digitalen Unabhängigkeitstag ins Leben gerufen haben,

Volker: wo wir, heißt eben der Chaos Computer Club,

Volker: wo wir versuchen, den ersten, was war das, Sonntag oder Montag im Monat,

Volker: ein neues Tool einzuführen.

Volker: Also ein neues Tool im Sinne von, wir selbst beherrschen unsere Daten,

Volker: unsere Schnittstellen und lassen uns nicht von den großen fünf oder wieviel

Volker: es dann auch sein mögen vorgeben, welche Tools wir zu nutzen haben.

Volker: Und ja, wen könnte man natürlich da als kompetenteren Experten gegenüber sitzen

Volker: haben als Ingo, der sich vor allem um Wirtschaftlichkeit kümmert und sagen mal,

Volker: Ingo, meine erste Frage an dich,

Volker: warum haben wir eigentlich solche Login- und Vendoreffekte oder bilden wir uns

Volker: das eigentlich alles nur ein?

Ingo: Das ist eine Frage, die ich mir auch immer wieder stelle, also ob wir uns Dinge

Ingo: einbilden, ob sie wirklich so sind.

Ingo: Wir haben natürlich immer die Möglichkeit, ein beliebiges System zu nehmen,

Ingo: das eben nicht einer speziellen Firma gehört.

Ingo: Also ich kann genauso mit einem anderen Telefon telefonieren,

Ingo: mit einem iPhone telefonieren, ich kann mit einem Mac arbeiten,

Ingo: ich kann mit PC arbeiten, mit Linus arbeiten. Das spielt alles keine große Rolle.

Ingo: Wir haben Möglichkeiten zu wechseln. Wir tun es nur nicht so richtig und wir

Ingo: haben an vielen Stellen sehr gleichartige Software, die wir nutzen.

Ingo: Und das hat natürlich viele Vorteile. Auf der einen Seite, wenn ich in einem

Ingo: Unternehmen eine spezielle Software nutze für Textverarbeitung,

Ingo: eine vielleicht Open-Source-Software und in einem anderen Unternehmen eine andere,

Ingo: dann muss ich meine Mitarbeiter, wenn die mal von einem Unternehmen zum anderen wechseln, schulen.

Ingo: Der Vorteil von diesen großen Softwaren ist, ich lerne darauf,

Ingo: ich kann überall, wo ich sowas benutze, dann damit arbeiten.

Ingo: Das ist erstmal so ein erster Schritt, das heißt die Einheitlichkeit der Benutzungsschnittstellen,

Ingo: Vereinfachung dessen, was uns zur Verfügung steht, einfachere Angebote in der

Ingo: Ausbildung, einfachere Angebote in der Nutzung.

Ingo: Also das ist so einer der Punkte, die natürlich immer zu einer gewissen Konformität in Systemen führt.

Volker: Ja, ich finde aber auch, dass die Schnittstellenfrage, also es hört sich gerade

Volker: so an, als ob wir pro Login-Effekt gerade reden wollen, aber keine Angst,

Volker: liebe Nutzerinnen und Nutzer, bevor wir jetzt endlich mal eine Feedback-Mail von euch bekommen,

Volker: wir werden natürlich noch umschwenken.

Volker: Nee, aber der Vorteil sind natürlich auch Schnittstellen.

Volker: Also wenn ich mir jetzt mal diese gesamte Office, zum Beispiel 365 Lösungen

Volker: angucke, mit der ich dann täglich arbeite, da muss man schon neidvoll anerkennen,

Volker: das geht eine ganze Menge.

Ingo: Auf jeden Fall geht Kooperation. Das ist ja eine der Sachen,

Ingo: die solche Software einfach in den Mittelpunkt schiebt.

Ingo: Also ich habe angefangen, mich dazu hinreißen zu lassen, zu sagen,

Ingo: in meiner Gruppe machen wir alle Folien mit PowerPoint,

Ingo: weil wenn wir sie alle mit PowerPoint haben, können wir sie beliebig nutzen.

Ingo: Wir können sie zusammenschneiden und tun.

Ingo: Wenn der eine in Tech die Folien macht und der nächste vielleicht in PDF und

Ingo: Word oder so etwas, dann sich die Folien macht oder eben auch dann Open Source

Ingo: nimmt, hat man nachher nicht die Möglichkeit zu sagen, gib mir mal schnell die

Ingo: Folie rüber, dann mache ich daraus einen schönen neuen Vortrag.

Ingo: Also Wiederverwendbarkeit, Zusammenarbeit, Kollaboration ist so ein Thema,

Ingo: für das wir natürlich eine Einheitlichkeit brauchen auf einer bestimmten Ebene.

Ingo: Und das, was die Bestrebungen in den letzten Jahren geschafft haben,

Ingo: ist nun, dass wir in dieser 365er,

Ingo: Welt, Hölle oder wie auch immer du sie bezeichnen möchtest, die Zusammenarbeit funktioniert.

Ingo: Also im Gegensatz zu manchen Open Source Offices, wo man dann teilweise auch

Ingo: mal sich gegenseitig Änderungen überschreibt.

Volker: Also das Spannende ist hier auch, es gibt ja sogar Workarounds,

Volker: also beispielsweise um in der,

Volker: anders, wir haben gerade so nebenbei ein Projekt laufen, wo wir mit verschiedenen

Volker: Akteuren, die keine gemeinsame Plattformbasis haben können,

Volker: außer wir kaufen uns halt eine, aber so per se haben wir erstmal nichts,

Volker: versuchen wir eine gemeinsame Präsentation hinzubekommen.

Volker: Naja, was liegt erstmal nahe?

Volker: PowerPoint. Ah, benutzen nicht alle.

Volker: Okay, dann haben wir uns überlegt, gut, dann nehmen wir doch Nextcloud.

Volker: Ah, Nextcloud ist ein bisschen hakelig für einen zu bedienen.

Volker: Also haben wir dann überlegt, Google.

Volker: Nee, Google wollen nicht alle.

Volker: Dann haben wir überlegt, da macht doch jeder das, was er möchte und wir fassen

Volker: das nachher in LaTeX zusammen.

Volker: Und da hat jemand einen coolen Workaround gebaut, in dem jeder sein eigenes

Volker: Tool verwendet, wir die Folien als PDF exportieren, er die PDFs in LaTeX einbindet

Volker: und dann mit so einem Fortschrittsbalken und Vor- und Rücknavigation versieht.

Volker: Das ist doch ein cooles Kollaborationstool, oder?

Ingo: Ja, aber ist es massentauglich? Kannst du das auch mit Menschen benutzen,

Ingo: die kein Informatiker sind?

Volker: Haben wir tatsächlich, also dieses Sozialexperiment haben wir noch nicht gestartet.

Volker: Keine Ahnung, ich weiß nicht.

Ingo: Es ist sehr spannend, wir kommen ja aus einer Zeit, in der vieles nicht ging

Ingo: und man vieles improvisiert hat.

Ingo: Also wenn ich mich an meine Zeit der Diplomarbeit zurück erinnere,

Ingo: da war das Office 97 knallfrisch auf dem Markt.

Ingo: Und damals hat das WIRT Probleme gehabt, Überschriften zu nummerieren.

Ingo: Also ich habe die Überschrift auf Ebene 1 war 1, die Überschrift auf Ebene 2

Ingo: war 2, die Überschrift auf Ebene 3 war 3 und so ging das weiter.

Ingo: Also die Überschriften waren unabhängig von jener Ebene, in der sie eingeordnet

Ingo: waren, einfach durchnummeriert.

Ingo: Daraufhin habe ich das weggeschmissen und habe gesagt, ich nehme jetzt Latex

Ingo: und habe damit meine Diplomarbeit geschrieben. War auch viel besser.

Ingo: Aber ich hatte früher WIRT geschult. Also insofern war ich schon einer,

Ingo: der, glaube ich, wusste, wie man eigentlich mit WIRT arbeitet.

Ingo: Und da dachte ich, das würde ganz gut funktionieren.

Ingo: Das ist ja heute weg. Heute hast du ja bessere Aufzählungen.

Ingo: Wir benutzen immer noch, das

Ingo: ist natürlich das Latex, für alle Arten von wissenschaftlichen Dokumenten.

Ingo: Und ich finde insbesondere ab 30 Seiten Latex Spaß.

Ingo: Weil du keinerlei Verzögerungen hast beim Schreiben. Du kannst einfach beliebig

Ingo: große Texte bauen, Dateien einbinden, das ist alles super.

Ingo: Und meistens ist bei diesen schönen Oberflächen, wo du gleich siehst,

Ingo: wie es aussieht, doch eine ganz schöne Bremse drin, wenn die Dokumente groß werden.

Ingo: Aber es ist natürlich trotzdem so, dass wenn heute diese Installationen auch

Ingo: Bibliografie mitkönnen und auch Formeln eingeben können und so etwas,

Ingo: dann ist natürlich der Druck auch hin zu diesen freieren Systemen,

Ingo: zu den anderen Spezialsystemen geringer.

Ingo: Also es gibt heute viel, viel mehr Menschen, die eben nicht mehr den Weg über

Ingo: die Latich-Schiene gehen wollen, wenn sie Mathematik, Informatik oder so etwas

Ingo: dann publizieren, was mich immer wieder wundert.

Volker: Ja, aber dann haben wir ja tatsächlich eigentlich einen wichtigen Aspekt pro Plattform,

Volker: also gehen wir jetzt erstmal weg von irgendwelchen Login-Effekten,

Volker: sondern zentralisierte Systeme, das ist tatsächlich die Kollaboration,

Volker: der Austausch von Informationen.

Ingo: Ja, auch Nutzungsmöglichkeit, wenn ich nochmal einmal da anschließen darf.

Ingo: Wir haben eigentlich zwei verschiedene Punkte, die interessant sind.

Ingo: Microsoft ist ja gestartet als kleines System für PCs, die es ja damals noch

Ingo: gar nicht so richtig gab.

Ingo: Wenn man das ein bisschen überhöhen möchte,

Ingo: das war eine Art von Demokratisierung der Betriebssystemwelt,

Ingo: weil es vorher das Unix gab, was unendlich teuer war und es dann auf einmal

Ingo: eine relativ günstige Alternative gab, mit der man eine gemeinsame Plattform

Ingo: schafft, also Betriebssystem,

Ingo: auf denen dann Programme laufen können, die gleichartig sind.

Ingo: Obwohl die Hardware darunter möglicherweise unterschiedlich ist.

Ingo: Also hat Microsoft eigentlich uns erlaubt, in der Hardware zu mischen und nicht

Ingo: mehr nur IBM oder Tandem oder was immer damals aktuell war, kaufen zu können.

Ingo: Und das ist eigentlich eine ganz interessante Form.

Ingo: Windows 95 als Betriebssystem war relativ einzigartig. Man hat ja damals in der Werbung gesagt,

Ingo: dass in Windows 95 ungefähr die gleiche Anzahl von Designern und Experten für

Ingo: Benutzung oder Interfaces teilgenommen haben wie Programmierer für das Hauptsystem.

Ingo: Und es war ein System, was sich unheimlich stark daran orientiert hat,

Ingo: wie man Menschen das System besser benutzen lässt.

Ingo: Also hat auch da diese bildliche Benutzung geschaffen. Also insofern haben diese

Ingo: sehr stark heutzutage verpönten Systeme in der Anfangszeit eine wahnsinnig wichtige Rolle gespielt.

Ingo: Google das gleiche, wir hatten früher Kataloge zum Durchblättern der Internetsuche

Ingo: und dann hatten wir auf einmal ein einfaches Suchfenster und da stand einfach

Ingo: nur, gib einem was du willst und wir suchen was dazu.

Ingo: Es war eine vollkommen andere Art der Nutzung des Internets auch,

Ingo: was auch an der Stelle wieder die Seiten eigentlich demokratisiert hat.

Ingo: Also wir konnten unterschiedliche Seiten besser aufnehmen.

Ingo: Sie mussten nicht erst in einem Katalog bei alter Wiste oder so aufgenommen werden.

Ingo: Also halt am Anfang haben oft diese großen Monopolisten, die wir heute haben,

Ingo: eine sehr stark in die Breite wirkende Rolle gespielt.

Volker: Jetzt wäre für mich allerdings noch mal die Überlegung, also wir haben jetzt

Volker: so Kollaboration, vielleicht sogar Demokratisierung von solchen großen Plattformen,

Volker: weil das ist auch eine echt philosophische Frage, denn eine Demokratie,

Volker: das funktioniert ja eigentlich auch nur innerhalb der Demokratie.

Volker: Das heißt, wenn du dich diesen demokratischen Regeln unterwirfst, wenn nicht und du sagst,

Volker: wir stellen uns eine Demokratie ganz anders vor, dann kann es sein,

Volker: dass du an die demokratischen Grenzen stößt und eine Demokratie keine Demokratie

Volker: mehr ist. möglicherweise, also vielleicht ein bisschen zu philosophisch.

Volker: Das bedeutet, ist ein demokratisiertes System nicht eigentlich immer irgendwie ein Log-In-Effekt?

Volker: Und wäre das andere mit der Souveränität von digitalen Informationen,

Volker: ist das nicht eher eine Anarchie?

Volker: Ich möchte mich gar keinen Regeln unterwerfen.

Ingo: Das ist ein sehr spannender Punkt. Ich finde immer, wenn ich über Informatiker

Ingo: nachdenke, eigentlich sind Informatiker von sich aus eher Anarchisten.

Ingo: Die wollen gar keine Regeln, keine Auflagen, keine Regulierung.

Ingo: Sie wollen selber entscheiden, was sie können und was sie nicht können.

Ingo: Und das ist genau das, was natürlich Microsoft damals nicht wollte und Google

Ingo: auch nicht wollte, weil die natürlich eine gewisse Art von Nutzung zusammenführen wollten.

Ingo: Also es ist ein Log-In-Effekt, aber er hat sich am Anfang noch ganz gut angefühlt

Ingo: und es gab ja dann Alternativen, die alternative Nutzungskonzepte dargestellt haben.

Ingo: Und also was wie, wie hieß das von IBM noch, das US? OS.

Volker: OS 2 oder OS halbe.

Ingo: OS 2. Ja, genau. Und das war ja auch ein System, was eigentlich ganz toll aussah

Ingo: und da ganz toll funktioniert hat, aber es gab gar keine Anwendungen,

Ingo: die darauf gut gelaufen sind oder viel zu wenig.

Ingo: Und du brauchst also, um richtig mitspielen zu können, brauchst du beim Betriebssystem

Ingo: natürlich eine, auch bei Internetbetriebssystemen, wie es dann Google ist,

Ingo: wenn man es mal ein bisschen einfach sagen möchte,

Ingo: Da braucht man natürlich schon irgendwie einen Weg, dass ich,

Ingo: wenn ich als Anbieter etwas entwickle,

Ingo: dass ich gefunden oder genutzt werden kann.

Ingo: Und da ist es natürlich gar nicht schlecht, wenn ich zu viele verschiedene Plattformen habe.

Ingo: Also wenn es dann Windows gibt und macOS ist es noch einigermaßen okay oder

Ingo: iOS und Android, aber Microsoft hat ja selber gesagt, Windows Phone daneben

Ingo: bringt nichts mehr, weil es keinen dritten gibt. Es gibt nur zwei.

Ingo: Wenn nicht einer der beiden Dominanten ist, dann muss man raus.

Volker: Ja, und dann wieder zurück zur digitalen Souveränität.

Volker: Eigentlich, also ich sag mal, Plattform und digitale Souveränität sind oftmals

Volker: in der Diskussion miteinander kombiniert.

Volker: Aber muss ja nicht zwingend sein. Also wenn man sich zum Beispiel eine Plattform

Volker: wie jetzt angenommen Nextcloud vornimmt und es gibt vielleicht nicht die Definition

Volker: von digitaler Souveränität,

Volker: aber wenn wir mal von der Definitionenseite kommen, dann würden wir sagen,

Volker: könnten wir sagen, digitale Souveränität besteht darin, dass ich selbst entscheide,

Volker: in welchem System ich meine Daten zur Verfügung stelle und nutze.

Volker: Und wenn ich Lust habe, zu migrieren auf ein anderes System,

Volker: dann sollte, vielleicht nicht vollumfassend, aber es sollte die Möglichkeit

Volker: bestehen, eine solche Migration durchzuführen.

Volker: Vielleicht ein bisschen funktional, ein Verlust, aber ich sage mal nicht substanziell.

Volker: Also ich sollte jetzt nicht von Word auf den Texteditor umsteigen müssen,

Volker: nur weil ich meine Souveränität ausleben möchte.

Volker: Aber selbst soweit sind wir ja, dass wir, sagen wir mal, Texte in digitaler

Volker: Souveränität erfassen.

Volker: Da sind wir dann sowas bei Markdown oder so.

Volker: Also ich weiß nicht mal, ob wir dann hier bei diesem OSF, bei diesem Open Office

Volker: oder wie das heißt, OOF-Format sind, ob das digital souverän ist.

Ingo: Also Markdown, nur für die, die Sie es nicht kennen, ist ein Format,

Ingo: in dem man in einem Texteditor Texte schreiben kann und Formatierungsbefehle einfügen kann.

Ingo: Ein bisschen ähnlich wie HTML oder wie Lattisch im Prinzip, aber auf einer sehr

Ingo: viel einfacheren und sehr intuitiven Art und Weise.

Ingo: Und das wird gerne genutzt von Computer-Nerds, aber auch von diesen Plattformen,

Ingo: die eben sich nicht an die großen Textverarbeitungen anschließen wollen.

Volker: Ja, sehr intuitiv. Also zum Beispiel so eine Bullet-Point-Liste mache ich halt

Volker: mit Minus davor und wenn ich eine Ebene da drunter haben will,

Volker: dann mache ich halt Tabulator,

Volker: also Einrücken und Minus oder Überschriften unterstreichen mit Schreiben Text

Volker: und mache darunter eine Zeile mit Gleichheitszeichen und dann hast du eine Überschrift unterstrichen.

Ingo: Also es ist schon ein tolles System. Ich mache seit, ich glaube,

Ingo: zehn Jahren nur einen Markdown in meinen Notizen, weil ich das so schön finde

Ingo: zum Mitschreiben. Ich liebe das.

Volker: Ja, aber heißt digitale Souveränität nicht so ein bisschen, jetzt negativ gesagt,

Volker: so zurück in die Steinzeit?

Volker: Also lass uns mal alle Komfortfunktionen der digitalen Login-Plattform unterdrücken

Volker: und wieder zurück zu Keilschrift und Meißel und Steinplatten.

Ingo: Ich glaube, es ist noch ein Schritt dazwischen. Und zwar der Schritt dazwischen

Ingo: ist der Wechsel von der Betriebssystemebene zur Anwendungsebene bei Microsoft

Ingo: beispielsweise oder eben auch bei Google weg von der Suche hin zu einem allumfassenden

Ingo: Betriebssystem, was voll web-web-basiert ist.

Ingo: Und wenn du dir das anguckst, also es gab einen ganz interessanten Vortrag damals von Microsoft,

Ingo: die 2014 im Frühjahr in der ersten öffentlichen Rede von dem Nachfolger von

Ingo: Burma, dem Nadella, damals gesagt hat, wir wollen nicht mehr das Betriebssystem der Welt sein,

Ingo: sondern wir wollen, dass unser System überall läuft.

Ingo: Man hat also damals den Wechsel gemacht, dass das Office nicht mehr schlechter

Ingo: war auf anderen Plattformen.

Ingo: Also das Mac-Office war jahrzehntelang deutlich schlechter.

Ingo: Auch bewusst, weil man ja Windows propagieren wollte.

Volker: Aber ist es doch noch. Also ich will jetzt nicht Office.

Ingo: Ja, aber nicht mehr im gleichen Maße. Es ist auch nicht mehr ganz so gewünscht,

Ingo: weil du jetzt ja viel im Web machen kannst.

Volker: Ja, aber da hatten wir jetzt gerade so eine Diskussion. Also beispielsweise

Volker: Outlook zeigt dir, kannst du jetzt wunderbar hinterlegen, wann du deine Homeoffice-Tage

Volker: in der Woche machen willst und wann deine Arbeitszeiten sind.

Volker: Und das Ganze kannst du in, also entweder kannst du es im Active Directory so

Volker: als Organisationsform mit einstellen,

Volker: du kannst es aber auch manuell mit einstellen in Office für Windows,

Volker: in Office für Mac gibt es diese Funktion nicht, da musst du über Teams Places

Volker: gehen und das da einstellen, wenn du das in der Mac findest.

Volker: Also, mh, mh.

Ingo: Outlook ist das schlechteste Beispiel aus dieser Welt, weil Outlook wirklich

Ingo: eine Software ist, die sich vollständig anders entwickelt hat,

Ingo: vollständig anders aufgenommen war und ein fundamental anderes Betriebssystem-Konzept darin liegen hat.

Volker: Da habe ich auch eine Treffer-Code von 100%, oder?

Ingo: Genau, also Outlook ist auf der einen Seite genau richtig, was du sagst.

Ingo: Also richtigen Nutzen entfaltet Outlook eigentlich nur auf dem Windows-Rechner.

Ingo: Es gibt es auch im Web und so, aber da sind die Funktionen deutlich eingeschränkt oder auch auf dem Mac.

Ingo: Aber das liegt eben aus der Vergangenheit daran, dass es eben zwei völlig unabhängige

Ingo: Softwareplattformen waren, die mittelfristig zusammengeführt werden sollen.

Ingo: Aber das Interessante ist eigentlich nicht Outlook als Extremfall,

Ingo: sondern dass die Abhängigkeit von Office für den Windows-Computer gestoppt wurde.

Ingo: Und dass man eben gesagt hat, wir gehen wirklich in diese iPad-Welt hinein und

Ingo: stellen dort ein System zur Verfügung, was auch sehr gut nutzbar ist.

Ingo: Und wir wissen ja, dass 80 Prozent oder vielleicht sogar 90 Prozent der Nutzer

Ingo: nur 20 Prozent der Funktionen von Word oder von den Office-Funktionen verwendet.

Ingo: Und damit hat man schon einen relativ großen Einschnitt in der Kundenlandschaft,

Ingo: dass nämlich die, die nicht Hardcore-User sind,

Ingo: mit dem normalen, im Prinzip Office für iPad oder sowas, auch klarkommen können,

Ingo: wenn sie wollen oder Office für Android.

Ingo: Und das war schon ein Schritt, den die bewusst gewählt haben,

Ingo: weil es war klar, wenn sie auf der mobilen Plattform nicht sind,

Ingo: dann spielen sie später keine Rolle mehr.

Ingo: Also haben sie versucht, aus dem Word und Excel, PowerPoint ein Login-System

Ingo: zu machen, dass man das überall benutzen kann,

Ingo: damit keiner auf die Idee kommt, was ihr gemacht habt, ein Ausweichsystem zu

Ingo: bauen, mit dem ich Folien aus verschiedenen Systemen zusammenführen kann.

Volker: Verschiedene Systeme, aber du meinst jetzt nur Plattformen, also Betriebssysteme.

Volker: Also ich kann ja in PowerPoint jetzt keine Google, keine Ahnung wie das da heißt,

Volker: Presenter-Folien einfügen.

Ingo: Nee, weil wenn sie das machen würden, würden sie dich ja nicht Login machen.

Volker: Genau.

Ingo: Dann würden sie dich ja vernünftig miteinander kooperieren lassen.

Ingo: Und Microsoft hat ja offene Dateiformate entwickelt mit dem DocX und PPTX-Formaten,

Ingo: die aber so spezifiziert sind, dass sie außer Microsoft eigentlich keiner rendern kann.

Volker: Genau.

Ingo: Keiner richtig darstellen kann.

Volker: Den Spaß hatte ich mir mal gemacht. Also ich wollte es nicht rendern,

Volker: aber ich wollte eine, ich glaube, das war mal eine Schriftumstellung oder sowas,

Volker: wollte ich automatisieren, weil mir das einfach zu lästig war und dann, das ist ja dahinter XML,

Volker: hinter diesem DocX Format oder PPTX und ich wollte tatsächlich automatisiert die Schrift ändern.

Volker: Ich hatte keine ernsthafte Muße mehr, nach drei Stunden durcharbeiten,

Volker: zu gucken, wo jetzt die Schriftart spezifiziert ist, in dem X für XML.

Ingo: Das Verrückte ist, wir gönnen es uns gerade, dass wir eigentlich die Formate,

Ingo: die wir viel benutzen, gar nicht richtig automatisiert in vielen unterschiedlichen

Ingo: Systemen verwenden können. Ein schönes Beispiel ist PDF-Date.

Ingo: Wir haben letztens versucht, PDF-Dateien für ein lokales Sprachmodell aufzubereiten,

Ingo: also den Text aus dem PDF-Datei herauszuziehen.

Ingo: Das ist gar nicht so einfach, weil eine PDF ist ja eine anzeigerelevante Darstellungsform.

Ingo: Also da wird gesagt, wo welcher Buchstabe sitzt, aber es wird nicht unbedingt

Ingo: gesagt, welches Wort, also welche Buchstaben ein Wort bilden.

Ingo: Und die meisten PDF-Programme, die wir nutzen, die machen das als Funktion auf

Ingo: der Oberfläche. Die gucken quasi, analysieren das Bild, wie nah stehen Buchstaben

Ingo: aneinander. Ist es ein Wort oder wird es wahrscheinlich ein Wort sein oder nicht?

Ingo: Und dann gibt es auch teilweise noch Umbruchprobleme, dass bestimmte Umbrüche

Ingo: mit einem Bindestrich oder sowas in der PDF anders dargestellt sind.

Ingo: Und das heißt also, wenn man in einem PDF-Dokument etwas sucht,

Ingo: heißt es nun lange nicht, dass es auch wirklich da drin, also wenn man es nicht

Ingo: findet, dass es nicht da drin ist, sondern es kann sein, dass es anders dargestellt

Ingo: wurde, als man es erwartet hat, als der Preview das dargestellt hat.

Volker: Aber lass es doch noch mal.

Ingo: Als ich das gesehen habe, habe ich noch gedacht, das ist auch verrückt.

Ingo: Also wir haben eigentlich keine guten Austauschformate, außer den echten Informatikformaten,

Ingo: also HTML oder diesen im Prinzip den Markdown oder Techformaten oder so.

Volker: Ja, das sind ja diese im Wesentlichen eigentlich diese XML-basierten Formate,

Volker: wo du eine Formatierungsspezifikation hast und dazu irgendwie eine textuelle

Volker: Spezifikation, was die Formatierungsspezifikation braucht. Du brauchst also

Volker: eigentlich immer zwei Sachen.

Volker: Du brauchst einmal auf Informatik-semantischer Ebene einen Katalog,

Volker: das ist dann XML, und du brauchst auf menschlich-logisch-sprach-semantischer Ebene einen Katalog.

Volker: Das heißt, was bedeutet das eigentlich für mich?

Volker: Und da finde ich, also jetzt mal wieder mehr zum Thema digitale Souveränität,

Volker: das sind eigentlich meine Anforderungen an Systeme, die mich in der digitalen

Volker: Souveränität unterstützen wollen.

Volker: Das ist also jetzt nicht, dass...

Volker: Dass Microsoft Word auch ein OSF-Format lesen kann und deswegen ist meine digitale

Volker: Souveränität durch OSF gewährleistet und durch Microsoft Word,

Volker: sondern ich möchte eigentlich haben,

Volker: dass das OSF-Format einerseits informationstechnisch sauber beschrieben ist

Volker: und dass es sprachlich, also menschlich logisch sauber beschrieben ist und zur

Volker: Not ich mir mein eigenes Word soweit schreiben kann,

Volker: Textverarbeitungsprogramm, wenn ich denn da Lust drauf hätte.

Volker: Das wäre für mich digitale Souveränität.

Ingo: Genau, digitale Souveränität, dass wir nicht in Dateiformaten speichern,

Ingo: die wir später nicht benutzen können.

Ingo: Das ist natürlich einfach, weil man ja auch sagen kann, man speichert es halt alles als PDF.

Ingo: Da muss ich nur PDF später benutzen können. Aber dass wir eben im Prinzip unabhängig

Ingo: von dem Programm sind, mit dem es erstellt wurde.

Ingo: Ja, das Programm, mit dem wir es erstellt haben, uns nicht zwingt, das weiter zu benutzen.

Ingo: Und das Gemeinde dabei ist, wir wissen ja auch gar nicht, wie es in 20 Jahren

Ingo: aussieht, welche Programme es noch gibt.

Ingo: Also wäre es ja auch schön, wenn wir Formate nutzen würden, die nicht programmspezifisch sind.

Ingo: Das Spannende ist, wir haben im Prinzip da aber Rückschritte auch gehabt.

Ingo: Wir eigentlich schon mal weiter waren. Also ich fand zum Beispiel,

Ingo: als das iPhone relativ jung war, also in den ersten fünf Jahren oder sowas,

Ingo: fand ich das super spannend,

Ingo: dadurch, dass sie den Datenaustausch auf dem Gerät verboten haben.

Ingo: Also du darfst nicht in das Verzeihnis von einem anderen Programm reinlesen.

Ingo: Das war Sandboxing damals.

Ingo: Dadurch musste man irgendwelche Austauschformate schaffen und es gab damals

Ingo: die Einführung des sogenannten Share-Sheets.

Ingo: Also des Teilbildschirms, mit dem man eben einen bestimmten Informationsfragment

Ingo: aus dem einen Programm in das andere Programm rüberschicken kann.

Ingo: Und das hat zu einer unheimlich großen Vielfalt von Programmen geführt,

Ingo: die genau darauf passieren und darauf aufbauen.

Ingo: Und das war sehr nett. Also ich habe das auf der anderen Seite noch gehabt,

Ingo: da ich ja diesen zentralen Speicher nicht so gut gab.

Ingo: Es gab ganz viele Programme und auch iOS selber. Da konntest du in WebDAV-Formate reinschreiben.

Ingo: Das heißt, du konntest irgendeine Cloud betreiben, irgendeinen Datenspeicher

Ingo: betreiben, der mit WebDAV ausgerüstet war und konntest einfach dann damit quasi arbeiten.

Ingo: Das war, finde ich, die maximale Flexibilität. Ich habe alle meine Programme

Ingo: damals ausgewählt, genau auf diesem Kriterium, dass sie genau das können.

Ingo: Und dann gab es auf einmal, mit iOS 10 hat es angefangen, die Umstrukturierung,

Ingo: dass man diese Schnittstelle abgeschaltet hat.

Ingo: Also dass erst Apple in sein Programm abgeschaltet hat und auf einmal war man

Ingo: dann gezwungen, wenn ich austauschen will über die Apple-eigenen Office-Systeme,

Ingo: brauche ich die iCloud. Wenn ich Microsoft habe, brauche ich OneDrive.

Volker: Da ist doch aber die Frage mittlerweile für mich,

Volker: also wir möchten ja eigentlich unseren Zuhörerinnen und Zuhörern immer Lösungen

Volker: bieten, also wir als Podcast und im Moment machen wir das fast eigentlich immer

Volker: weiter auf und haben angefangen damit,

Volker: naja so weltfremd und schlecht sind ja die Login-Plattformen alle gar nicht.

Volker: Und das, was wir wollen und gerne hätten, erfüllen sie eigentlich besser als

Volker: souveräne Datensysteme.

Volker: Also so sind wir jetzt erstmal gestartet, weil diesen Transfer wir ja in der

Volker: Regel gar nicht hinbekommen.

Volker: Also wir haben dann eben irgendwie ein offenes Datenformat, pseudo-offen,

Volker: sind dann aber wieder gezwungen, bestimmte Programme zu nutzen,

Volker: die auch verstehen, wie man mit diesem Format umgeht.

Volker: Das war jetzt so ein bisschen meine nicht geäußerte Aussage,

Volker: weil die sehr oft sehr schlecht dokumentiert sind.

Volker: Also das gilt ja nicht nur für die Microsoft-Formate, das gilt auch für diese Open-Office-Formate.

Volker: Die sind so spezifiziert, wie die Leute Bock drauf hatten, sie zu spezifizieren.

Volker: Und jetzt habe ich gerade nochmal nachgeschlagen, weil bis vor nicht vielen

Volker: Jahren galt eigentlich,

Volker: dass unser Bundesarchiv, unser digitales, für die Ewigkeit bestehendes Bundesarchiv

Volker: in atomsicheren Bunkern und so weiter.

Volker: Keine Digitalisierung zulässt, weil also Digitalisierung im Sinne von PDF zum

Volker: Beispiel, wo man ja sagen kann, ach, das würden wir in 700 Jahren noch lesen können.

Volker: Nee, das Problem ist, man weiß gar nicht, was man an Datenträgern überhaupt

Volker: in 700 Jahren noch lesen kann, außer Steinplatten.

Volker: Und auf Digitalformate lässt man sich schon gar nicht ein. Und ich habe mal nachgeguckt.

Volker: Hast du spontan, wenn du raten darfst, wie wird digitalisiert im Bundesarchiv?

Volker: Welche Art von Format werden Zeitungen, Zeitschriften, Bücher,

Volker: wenn überhaupt digital erfasst?

Ingo: Mikrofilm und nicht digital.

Volker: Ja, genau. Und wenn digital, dann, ich zitiere, das Bundesarchiv digitalisiert

Volker: Unterlagenprime mit einer Auflösung von 400 ppi in Bezug auf die Originalgröße.

Volker: Bei Großformaten größer, die nach Null sind es 300 ppi.

Volker: Das heißt, abfotografieren. Einfach abfotografieren. Du reichst deine Masterarbeit

Volker: ein als Word-Format und die wollen es eigentlich gerne als Papier.

Volker: Und wenn sie es digitalisieren, wird es abfotografiert.

Volker: Und boah, wieder? Ist doch nicht Back to the Future, das ist doch Back to the Stone Age, oder?

Ingo: Ja, das ist ja auch eine der Grand Challenges der GI gewesen.

Ingo: Also die Frage, wie man eigentlich das digitale Erbe aufrechterhalten kann, auch das Kulturerbe.

Ingo: Also auch die Frage, wie verwahre ich C64-Spiele für die Enkelkinder oder für

Ingo: die nächsten zehn Generationen, das ist wirklich ein Riesenproblem.

Ingo: Und ich denke, der Dreh- und Angelpunkt, und deswegen haben wir auch so lange

Ingo: jetzt darüber gesprochen, sind Dateiformate an der Stelle.

Ingo: Wir brauchen Austauschformate, die vernünftig sind, bei denen wir auch eine

Ingo: gewisse Beharrlichkeit über die Zeit dann haben.

Ingo: Also wenn du jetzt Tech anguckst, das ist ein Format, das besteht seit 40 Jahren

Ingo: und ist im Prinzip kaum verändert.

Ingo: Das sind ja Makros, die darauf aufgebaut werden, aber es ist ja nicht so,

Ingo: dass das Format an sich sich ändert.

Ingo: Und trotzdem brauchen wir natürlich dafür dann die entsprechenden Bibliotheken,

Ingo: um das auch dann in richtige Form übersetzen zu können.

Volker: Auch da, ich falle gleich ins Wort, da widerspreche ich dir,

Volker: weil grundsätzlich gebe ich dir recht. Das ist das Ziel und so ist Tech auch aufgebaut.

Volker: Ich habe aber tatsächlich mal alte Dokumente rausgeholt und nichts außer einen

Volker: Reigen von Fehlermeldungen gekriegt, weil manche Bibliotheken nicht mehr existieren,

Volker: manche aktualisiert wurden und manche inkompatibel zueinander wurden.

Volker: Und damit war dann super toll, also auf Editor-Ebene war Tech natürlich noch

Volker: voll lesbar und auf Kompilatebene ist es über, also tausende von Fehlern,

Volker: wobei man dazu immer sagen muss,

Volker: dass bei Tech manchmal ein Fehler gleich Dutzende andere mit sich zieht.

Volker: Ja, jetzt kommst du wieder. Mit Pech funktioniert es seit 40 Jahren gleich.

Ingo: Lass uns mal in Richtung digitale Souveränität weiterdenken.

Ingo: Also nicht die Frage nur nach der Dauerhaftigkeit, sondern die Frage stellen,

Ingo: warum ist es denn nicht gut, dass wir Windows und Google und sowas als große Monopolisten haben.

Ingo: Und ich glaube, das sind verschiedene Gründe.

Ingo: Also warum beschäftigen wir uns mit digitaler Souveränität? Das ist ja nicht die Frage.

Volker: Ja, ja.

Ingo: Und den Lock-Effekt haben wir. Wir haben es einfach bequem und einfach,

Ingo: wenn wir einen der Großen nehmen.

Ingo: Man kann schnell miteinander arbeiten, man hat schnell einen Austausch,

Ingo: jeder hat einen Account überall.

Ingo: Das ist relativ schnell gemacht. Also es ist einfach komfortabel.

Ingo: Komfort schlägt wieder alles.

Volker: Da tatsächlich wieder mein Lieblingssatz bringt, den ich jetzt heute schon mehrfach

Volker: gebracht habe, ist das nicht zurück in die Steinzeit.

Volker: Und da sage ich jetzt mal ganz bewusst und nicht nur provokativ,

Volker: Eigentlich auch ein bisschen selbst überzeugt an der Stelle, ja doch ist es.

Volker: Weil diesen Konfort, den uns die Login-Konzerne nicht nur vorgaukeln,

Volker: sondern in vielen Teilen noch geben, den lassen sich entweder gut bezahlen von uns.

Volker: Also siehe dann zum Beispiel hier Broadcom mit, war nicht VirtualBox, sondern Vmware, genau,

Volker: dass dann irgendwann, also wir geben unser Schicksal in deren Hände und hoffen,

Volker: dass sie uns gut behandeln, was man bei kapitalorientierten Konzernen eher nicht lange erwarten soll.

Volker: Das verlieren wir durch diesen Scheinkomfort. Wir sind also in so einer Art

Volker: goldenen Käfig gehalten.

Volker: Und da ist dann die Frage, ob ich nicht lieber drei,

Volker: vier Schritte zurückgehe und sage, dass ich auf die gekringelte Unterstreichung

Volker: von siebenfach eingerückten Überschriften mit geldblinkendem Rand vielleicht

Volker: verzichte und zum Beispiel wieder zum Markdown zurückgehe und für mich sage,

Volker: hey, das ist doch gar nicht so viel Steinzeit.

Volker: Sondern ich bin jetzt Herr über meine eigenen Daten und tatsächlich,

Volker: das ist das Schöne von Markdown gegenüber Latex, kann ich das Ding im Großen

Volker: und Ganzen sogar im Editor noch so lesen.

Volker: Es sieht dann nicht mehr so schön aus, aber ich kann es immer noch verstehen, das Dokument.

Volker: Das ist für mich digitale Souveränität. Ich bin Herr über meine Daten und verzichte

Volker: dafür gerne auf Komfort, habe dafür Freiheit.

Ingo: Ja, und wir sind eben nicht erpressbar. Ich meine, wir haben das jetzt ja in

Ingo: anderen kritischen Infrastrukturen gesehen.

Ingo: Was passiert, wenn uns bei Energie oder so etwas belastet wird?

Ingo: Wir sind abhängig von US-amerikanischen Unternehmen, die in US-amerikanischem Recht agieren.

Ingo: Wenn dort ein Präsident oder eine staatliche Institution anweist,

Ingo: dass ein bestimmter Mensch in Europa, weil er aus amerikanischer Sicht nicht

Ingo: mehr rechtmäßig agiert, keinen Zugriff auf Microsoft bekommen soll,

Ingo: funktioniert aber ganz, ganz viele Dinge nicht mehr oder überhaupt amerikanische Dienste.

Volker: War ja sogar so mit diesen Richtern, die wegen völkerrechtlichen Verbrechen

Volker: eigentlich nur nicht mal angeklagt, ich weiß gar nicht mal auf schuldig gesprochen,

Volker: angeklagt oder sowas haben, die sofort auf eine Bannliste gesetzt wurden und

Volker: kein Geldtransfer, keine E-Mails.

Volker: Und da bin ich, also wenn ich immer dieses Nutzenschaden zueinander sehe,

Volker: also mein Nutzen von einem Login-Effekt, mein persönlicher Nutzen ist natürlich erstmal immens,

Volker: weil mir für wenig Geld viel geschenkt wird und mir damit Freiheit,

Volker: also Gedankenfreiheit vorgegaukelt wird.

Volker: Wenn ich mich dafür aber immer konform und brav verhalten muss,

Volker: weil ich sonst sanktioniert werde, weiß ich nicht, Robin Hood hat auch im Wald

Volker: gelebt und hat sich ganz wohl gefühlt und ist auch über die Runden gekommen.

Ingo: Ja, das ist richtig. War natürlich ein bisschen anstrengender,

Ingo: so mit den Strumpfhosen und den Bogen und sowas.

Ingo: Aber das Dilemma ist eben genau an dieser Stelle, wir wissen nicht,

Ingo: ob es uns abgestellt wird.

Ingo: Und auch wenn wir Dinge auf On-Premise, also bei uns selber betreiben,

Ingo: wissen wir nicht, ob nicht ein fehlender Lizenz-Gee dazu führt,

Ingo: dass wir an unsere linear-codierten Datenpools nicht mehr rankommen.

Ingo: Also auch, selbst wenn das Programm abgeschaltet wird, kann es sein,

Ingo: dass die Daten gleichzeitig mit abgeschaltet sind. Und das ist ein Problem.

Ingo: Aber ich schreibe es jetzt nochmal ein bisschen weiter für die letzten Minuten,

Ingo: würde ich sagen, bevor wir dann irgendwann ein Wrap-up versuchen sollten und

Ingo: dann versuchen sollten, uns auf Monina vorzubereiten, mit der wir das dann weiter

Ingo: diskutieren vielleicht bei einem der nächsten Versuche.

Ingo: Ich denke, das Problem von digitaler Souveränität ist nicht nur der amerikanische

Ingo: Zugriff auf unsere Daten, der ja durch den Cloud-Act im Prinzip beliebig möglich ist.

Ingo: Also egal, wo die Daten in der Welt liegen, amerikanische Konzerne müssen amerikanischen

Ingo: Sicherheitsbehörden Zugriff darauf geben.

Ingo: Das ist ein riesiges Problem. Aber ich glaube, das Problem, warum wir uns damit

Ingo: beschäftigen müssen, ist das KI-Problem hier.

Ingo: Und zwar ist hier KI nicht nur, wie ich früher sagte, Brandbeschleuniger,

Ingo: sondern es ist im Prinzip die größte Gefahr, die man sich überhaupt vorstellen kann.

Ingo: Es ist ja nicht auf der Ebene, was wir so in der Öffentlichkeit gerne diskutieren,

Ingo: die KI hat jetzt, also ein Roboter hat einen anderen Roboter programmiert.

Ingo: Darüber lache ich. Das, was wir als Problem haben, ist,

Ingo: Wir haben auf drei Ebenen gleichzeitigen Veränderungen durch die KI.

Ingo: Das Wissen fließt in die KI hinein, Domainwissen unseres Mittelstands wird als

Ingo: Trainingsdaten dort in proprietären Modellen verwendet.

Ingo: Erfahrung fließt ab. Dadurch, dass wir alle, unsere Mittelständler,

Ingo: wie auch immer, mit den Systemen umgehen, liefern wir den Unternehmen Closed

Ingo: Nutzungsdaten und auch nicht nur Nutzungsdaten, sondern Prozessdaten,

Ingo: inhaltliche Daten von unserer Arbeit in Deutschland, die wieder in die Verbesserung

Ingo: von KI-Modellen fließt.

Ingo: Und wir haben diesen sogenannten Fähigkeitsverlust, wie man es ganz gerne so

Ingo: in sicherheitsrelevanten Bereichen sagt, oder den Kompetenzerosion,

Ingo: wie man es im normalen Bereich vielleicht sagen könnte.

Ingo: Wir verlieren durch KI bestimmte Fertigkeiten, weil wir Dinge nicht mehr machen.

Ingo: Genauso wie die heutige Jugend, die jetzt einen Führerschein macht,

Ingo: kaum noch eine Karte lesen kann, gerade keinen Falkplan.

Ingo: Ich glaube, da werden die meisten wirklich mit überfordert mit diesen verschiedenen

Ingo: Falkmöglichkeiten eines Falkplans.

Ingo: Aber das ist ein Problem. Das haben wir in der KI natürlich genauso.

Ingo: Und jetzt haben wir also diese drei Ebenen. Und jetzt wissen wir,

Ingo: KI entstehen wo aktuell?

Ingo: Sie entstehen im Prinzip bei Microsoft, sie entstehen bei Google,

Ingo: sie entstehen bei Meta, sie entstehen bei Antroffic und sie entstehen in China

Ingo: bei einigen Unternehmen.

Ingo: Und dann haben wir noch ein oder zwei europäische Alternativen,

Ingo: Mistral und die Schweizer Systeme, habe ich gerade vergessen,

Ingo: wie es heißt, aber relativ wenig.

Ingo: Und wenn wir jetzt weiter in diesem Rahmen arbeiten, dann heißt es nämlich,

Ingo: wenn uns die amerikanischen Dienste aussperren oder der Amerikaner nicht gefällt,

Ingo: dass wir so viele Autos nach Amerika exportieren oder so etwas,

Ingo: dass die dann sagen können, okay,

Ingo: ihr bekommt jetzt einfach nur noch einen limitierten Token-Set im Bereich der KIs angeboten.

Ingo: Wir könnten nur noch die Hälfte oder ein Drittel von Informationen gleichzeitig verarbeiten.

Ingo: Damit können wir viel geringere, komplexe Aufgaben lösen oder zu schlechterer

Ingo: Qualität und verlieren dann am Markt natürlich innerlich mit dem,

Ingo: was wir haben und haben dieses ganze Wissen nicht mehr.

Ingo: Also ich glaube, das Souveränitätsthema ist eigentlich ein Zukunftsthema.

Ingo: Wenn wir jetzt nicht langsam anfangen darüber nachzudenken, wie wir selber etwas

Ingo: aufbauen, das wir selber verwalten, wie wir Daten, Wissen und Verarbeitungssysteme

Ingo: voneinander trennen, dann kommen wir in Teufels Küche.

Volker: Ja, ich sehe da tatsächlich auch weitere Aspekte.

Volker: Also ich habe im Hinterkopf jetzt eigentlich nur noch anekdotisch,

Volker: dass ja unsere Bundeswehr irgendwie auf so eine, ich weiß nicht, SAP,

Volker: AWS oder sowas, Cloud, sich eingestellt hat und auf kritische Nachfragen,

Volker: wie das dann mit der digitalen Souveränität wäre,

Volker: wurde dann irgendwie gesagt, das ist durch Verträge geregelt.

Volker: Jetzt überlege ich mir gerade, wie der Use Case an der Bundeswehr aussieht.

Volker: Und da habe ich sowas im Kopf, wie im Verteidigungsfall auf unserer Seite zu stehen.

Volker: Jetzt frage ich mich nur, wie die Durchsetzung von Verträgen im Verteidigungsfall

Volker: aussieht, wenn dann unsere Daten auf amerikanischen, also ich will jetzt nicht

Volker: sagen, wir müssen uns gegen die USA verteidigen, Aber egal, wo wir unsere Daten liegen haben,

Volker: es ist doch einfach schizophren, dann zu sagen, naja, dann nehmen wir mal Völkerrecht

Volker: mit dazu und dann darf man ja gar nicht auf unsere Daten gucken, weil es ja verboten ist.

Volker: Ich glaube im Zweifel, ich habe das so im Gefühl, interessiert das dann keinen.

Volker: Würdest du ihm auch zustimmen?

Ingo: Ich würde das sogar für den Friedensfall in Zweifel ziehen, ob es jemanden interessiert.

Ingo: Das sind ja multinationale Verträge, das sind Verträge, die nach deutschem,

Ingo: nach europäischem oder nach amerikanischem Recht geschlossen werden.

Ingo: Und die Frage ist, inwieweit sich ein amerikanisches Unternehmen ein europäisches

Ingo: Recht in der Durchsetzung halten muss.

Ingo: Also es muss sich halten formal, aber wie will man es durchsetzen?

Volker: Da bin ich dann wieder bei meinem ursprünglichen, jetzt schon siebenmal gesagten Satz.

Volker: Für mich persönlich im Zweifel zählt

Volker: meine persönliche Freiheit in großen Bereichen immer mehr als Komfort.

Volker: Also ich bin, oder man kann andersrum sagen, wie viel Freiheit ist es uns wert

Volker: zu verkaufen, dafür, dass wir mehr Komfort haben.

Volker: Also als Standardargument höre ich dann immer, dass man bestimmte,

Volker: dass man, wenn man Outlook nicht nutzt,

Volker: dass man zum Beispiel Probleme in der Kooperation hat mit Einladungen verschicken

Volker: und Termineinladungen und so weiter.

Volker: Naja, im Zweifel gibt es doch dieses

Volker: ICS-Format oder sowas, womit ich Terminkalender-Events exportieren kann.

Volker: Ich weiß nicht, ob es ein offenes Format ist, aber ich hatte noch nie ein Problem,

Volker: wenn ich eine solche Datei bekommen habe, dass ich es nicht in irgendein Kalender importieren konnte.

Volker: Ja, das ist dann nicht mit der grüne Haken, mit dem Accept da dran,

Volker: dass ich dann draufklicken kann.

Volker: Ja, es ist Komfortverlust, aber in weiten Bereichen ist es nicht mal Funktionsverlust.

Volker: Und das ist das, was mich so ärgerlich macht,

Volker: dass wir aus Faulheit und Bequemlichkeit so viel Freiheit aufgeben,

Volker: weil wir alles immer gerne als Segel-Klick-Solution haben wollen.

Volker: Und ja, für manche Sachen gibt es gar keine Lösung,

Volker: für manche Sachen ist es ein bisschen komplizierter und ich würde echt gerne

Volker: mal Beispiele haben für überlebensnotwendige Office-Funktionen,

Volker: die ich nicht durch offenere Programme hinbekomme.

Volker: Und da jetzt vielleicht von mir auch so abschließend, also nicht generell abschließend,

Volker: aber jetzt erstmal für diesen Bereich abschließend, das Plädoyer,

Volker: lass uns doch nachdenken, wie viel Funktionalität wir wirklich brauchen,

Volker: also gern auch mehr als überleben, das gibt ja da mehr als nur schwarz und weiß,

Volker: aber wie viele Dinge wir als notwendig ansehen, die wir eigentlich nicht zwingend

Volker: brauchen, dafür aber freier sind.

Ingo: Ich weiß gar nicht, ob ich diese Einschränkung so machen würde,

Ingo: sondern wenn wir auf die Trennung von den verschiedenen Funktionsbereichen mehr

Ingo: achten würden, können wir ja auch Software benutzen, die in einem Bereich besonders

Ingo: gut ist und viel Komfort hat.

Ingo: Wir müssen nur Daten, Wissen und Systemen trennen, dass wir das nicht gemeinsam

Ingo: haben, dass wir nicht alles in einen Topf werfen.

Ingo: Also dass nicht Co-Pilot unser Wissen hat, Microsoft OneDrive unsere Daten und

Ingo: Microsoft Office unsere Programme sind, weil dann kommen wir nicht mehr raus aus der Welt.

Ingo: Aber im Prinzip haben wir in der EU ja diesen Ansatz und das wäre vielleicht

Ingo: auch etwas, was sich für die KI-Assistenten noch entwickeln sollte,

Ingo: dass wir von einem zum anderen System die Daten mitnehmen können.

Ingo: Also es gibt ja diese WhatsApp-Drangsalierung von der EU, die eben dazu geführt

Ingo: hat, dass man jetzt auch zwischen Android und iOS WhatsApp-Chats mitnehmen kann,

Ingo: wenn man das Gerät wechselt.

Ingo: Und das sind ja ganz wesentliche Punkte, die brauchen wir im Prinzip auch bei den KI-Assistenten.

Ingo: Weil haben wir die bei den KI-Assistenten, kann ich auch mein Wissen,

Ingo: was ich bei Microsoft aufgebaut habe oder bei Introfic aufgebaut habe,

Ingo: mitnehmen zu einem lokalen System, was vielleicht in ein paar Jahren für meine

Ingo: Anforderungen dann schon reicht. Oder ich nehme es zum europäischen Modell mit.

Ingo: Oder ich gehe mit diesem Wissensprofil zu einem amerikanischen,

Ingo: zum anderen Anbieter oder zum chinesischen Anbieter, was auch immer.

Ingo: Aber wir müssen die Möglichkeit wieder haben, das zu wechseln.

Volker: Aber bei KI sehe ich da leider noch eine Einschränkung. Bei Dokumenten,

Volker: mal egal wie durchsetzbar oder nachprüfbar es ist, aber ich kann die Löschung

Volker: verlangen und wenn ich vertraue, kann ich auch sagen,

Volker: gib mir die Daten und bei dir sind sie nicht mehr, weil du sie gelöscht hast.

Volker: Das KI-Wissen kann man, glaube ich, nicht löschen, weil es kumuliert,

Volker: integriert, also integral und verteilt im gesamten System vorliegt.

Volker: Also wenn das System weiß, wer Volker ist, dann könnte ich dem System nicht

Volker: mehr sagen, vergiss Volker, weil niemand weiß, wo es das weiß.

Ingo: Das ist eine sehr komplexe Frage.

Volker: Okay, Ingo ist sprachlos.

Ingo: Im Grunde kann man natürlich auch in einem großen Zusammenhang ein Netzwerk Dinge herauslöschen.

Ingo: Das sind auch spannende Themen. Ich bin ja auch ein großer Freund von Vergessen.

Ingo: Also auch auf der wissenschaftlichen Ebene.

Volker: Also nicht nur persönlich jetzt, ja?

Ingo: Nein, auch auf der psychologisch-wissenschaftlich erforschenden,

Ingo: theoriebildenden Ebene.

Ingo: Es ist sehr spannend, sich mit Vergessen zu beschäftigen, wenn man ein technisches

Ingo: System baut, die lernen können.

Ingo: Weil dann irgendwann ist ja der Kopf voll. Da muss man ja auch Dinge wieder wegschieben.

Ingo: Aber das ist ein echtes Problem, an dem wir arbeiten. Aber es gibt natürlich

Ingo: jetzt zwei oder drei verschiedene Ebenen von diesem Problem.

Ingo: Das eine ist das trainierte Modell und du kannst ja bei den meisten Systemen

Ingo: einstellen, dass die die Interaktion mit dir nicht zum Training benutzen.

Ingo: Das heißt also, die haben zwar vielleicht Wissen über dich, das kriegst du nicht

Ingo: raus, weil es im Netz verfügbar ist,

Ingo: aber das, was du mit dem System selber bearbeitest, ist nicht Teil des neuen

Ingo: Systems und das, was relevant ist, aber für die Unabhängigkeit,

Ingo: dafür, dass wir weitergehen können, ist nicht nur die Frage,

Ingo: bleibt das dort bestehen oder nicht, sondern können wir das,

Ingo: was wir dort aufgebaut haben,

Ingo: also wenn ich jetzt mit einem System Vorträge arbeite und das gewöhnt sich an

Ingo: meinen Stil und unterstützt mich, Kann ich dieses Wissen, was das System über

Ingo: mich hat, wie ich gerne Vorträge strukturiere und so weiter habe,

Ingo: kann ich das mitnehmen zu einem anderen KI-Assistenten?

Ingo: Und das wird die interessante Frage, das gibt es in ganz kleinen Ansätzen, gibt es da schon.

Ingo: Und das führt nicht nur auf der Ebene von, ich will von Anthropic weg und möchte

Ingo: zu Gemini gehen oder so, sondern ist schon so, ich habe bei Anthropic mal mit

Ingo: dem Cloud ausprobiert, so einen kleinen persönlichen Account.

Ingo: Wenn ich jetzt einen Universitätsaccount machen möchte mit ein paar Kollegen

Ingo: zusammen oder mit Mitarbeitern, dann müsste ich migrieren und zwar auf ein neues

Ingo: Profil und dann bin ich erstmal wieder nackig in dem neuen Profil,

Ingo: weil du kannst nicht ein Konto bei dem verändern.

Ingo: Das kannst du bei den meisten nicht. Und das ist etwas, was Souveränität eigentlich für mich bedeutet.

Ingo: Also wenn du über das Digitale sprichst, du hast gesagt, dass wir irgendwelche

Ingo: Systeme selber verwalten können, Daten selber haben.

Ingo: Für mich ist es, dass ich die Auswahlmöglichkeit habe. Und zwar ohne,

Ingo: dass ich das, was ich in der Vergangenheit gemacht habe, verliere.

Ingo: Wenn ich früher Leitzordner genommen habe und meine Akten abgeheftet habe,

Ingo: konnte ich zu einer anderen Marke wechseln und konnte trotzdem Akten benutzen,

Ingo: kann aber die Leitzordner immer noch verwenden, weil die ja gleichartig sind.

Ingo: Also wir haben dafür Standards definiert früher.

Ingo: Und heute machen wir das an dieser Stelle nicht im gleichen Maße.

Ingo: Und ich glaube, das ist etwas, wo wir ran müssen als Europäer.

Ingo: Wir müssen daran, dass nicht nur die, die besonders viel schon gesammelt haben, Vorteile haben,

Ingo: sondern dass wir das, was wir dort an eigenem Wissen aufbauen,

Ingo: auch überführen können, zu Startups, zu kleineren mittelständischen Unternehmen

Ingo: in Deutschland oder in Europa und damit eben dann auch wieder bei uns die Struktur stärken.

Ingo: Und was fordert das Ganze? Jetzt kommt die große Rundbogen, also der Abschluss.

Ingo: Wir kommen wieder zurück, wo wir gestartet haben.

Ingo: Wir müssen uns mal über Preise unterhalten.

Ingo: Auch wenn wir Open Source verwenden, sollte es uns nicht nur um den Preis gehen,

Ingo: den wir dafür zahlen, sondern es sollte um die Funktionen gehen.

Ingo: Und heutzutage ist Software viel mehr als irgendeine Infrastruktur, die wir haben.

Ingo: Es ist eine Art und Weise, wie wir unser Business vorantreiben können.

Ingo: Und wenn wir vernünftig mit den Finanzmodellen bei der Software umgehen würden

Ingo: und nicht immer sagen, es muss alles wirklich billig sein,

Ingo: was dazu führt, dass wir in vielen Jahren die ganzen KI-Artefakt-Skills oder

Ingo: wie auch immer man sie nennen möchte, haben werden, die aber wieder nur in der

Ingo: speziellen KI funktionieren, sondern wir müssen dahin und sagen,

Ingo: wir können auch mehr Geld für das Software ausgeben.

Ingo: Sie muss so designt sein, dass sie gut benutzbar ist, sie muss getestet sein,

Ingo: dass sie funktioniert und dann natürlich müssen wir es irgendwo,

Ingo: auch übertragen von einem zu anderen System und jetzt kommt eigentlich ja.

Volker: Nehmach ja genau, mach noch zwei, drei Sätzchen, dann würde ich mich nämlich

Volker: trauen, das Ganze zusammenzufassen.

Ingo: Ich würde dir noch ganz gerne eine Sache zum Abschluss geben wir haben ja nicht

Ingo: nur diese Frage, was passiert eigentlich, wenn wir nur noch ein oder zwei Systeme

Ingo: verwenden, auf der Ebene der Souveränität durch externe Staaten,

Ingo: sondern was passiert denn, wenn diese eine Software gehackt wird?

Ingo: Da sind gleichzeitig alle Unternehmen offen.

Volker: Gab's ja schon, Microsoft hat ja schon irgendwie Schlüssel in China wiedergefunden, oder?

Ingo: Ja, so Universal-Schlüssel, das war nicht schön.

Ingo: Aber die schöne Frage, und da hast du ja auch in der Vorbesprechung mal drüber

Ingo: gesprochen, das Problem ist ja, was ist besser?

Ingo: Ein sehr gut gepflegtes Cloud-Programm von einem der Großen oder viele verschiedene

Ingo: in Open-Source-Communities gepflegt und weiterentwickelte Software?

Ingo: Was bietet mehr Sicherheit?

Volker: Ja, also da möchte ich halt bei digitaler Souveränität tatsächlich,

Volker: das ist für mich ein anderer Aspekt.

Volker: Ja, das eine ist so mehr Informationssicherheit, also wie sicher sind meine

Volker: Informationen für mich.

Volker: Das andere ist mehr der gesamte Systemschutz.

Volker: Und da muss ich ganz einfach sagen, ein Unternehmen, das Abteilungen damit beschäftigt,

Volker: Systeme sicher zu machen.

Volker: Okay, ist jetzt keine Aussage, wenn das gesamte System Bullshit ist,

Volker: muss ich Systeme, muss ich ganze Abteilungen beschäftigen, um diesen Bullshit

Volker: irgendwie auch nur grenzwertig stabil zu machen. Das hat jetzt nichts zu sagen.

Volker: Aber rein von dem Aspekt, eine Schar von, so wie ich gerade Bock habe,

Volker: Community-Entwicklern, die auf Millionen Zeilen von Open-Source-Code gucken

Volker: und zwar die Chance haben, alle Lücken zu finden,

Volker: aber es völlig random, unorganisiert und lustbasiert ist,

Volker: versus eines einzigen Unternehmens, das ja auch, sagen wir mal,

Volker: seine eigene Existenz an eine gewisse Produktreputation koppelt.

Volker: Ich wage es nicht aufzuwägen, was sinnvoller ist, aber ich kann zumindest...

Volker: Ich fühle da jetzt nichts Nachteiliges gegenüber diesen Login-Herstellern.

Volker: Ich kann das nicht abwägen. Also das Einzige, was ich jetzt für mich sagen kann,

Volker: ist, so richtig sind wir hier, auch in unserem Podcast, nicht zu einer Lösung gekommen.

Volker: Wie kommen wir denn zur digitalen Souveränität?

Volker: So richtig sind wir nicht zu

Volker: einer Lösung gekommen, wie schlecht sind denn Login-Effekte und Anbieter?

Volker: Und hat das alles nur Vorteile oder alles nur Nachteile?

Volker: Sondern wir haben eigentlich drumherum diskutiert und gesagt,

Volker: irgendwie hat alles was, wir müssen es halt für uns selbst entscheiden.

Volker: Und für mich steht meine persönliche Entscheidungsfreiheit Leistungsfreiheit

Volker: im Vordergrund und für wie viel Geld, in Klammern Funktion, Komfortgewinn,

Volker: lasse ich mir meine persönliche Freiheit abkaufen.

Volker: Und auch da muss ich sagen, natürlich habe ich meinen Preis,

Volker: der auch gar nicht so hoch ist, denn

Volker: ich benutze auch Betriebssysteme und programmiere sie mir nicht selbst.

Volker: Ich benutze auch Software, deren Code ich nicht zeilenweise analysiert habe.

Volker: Vielleicht nicht mal eine einzige Zeile des Codes, die ich analysiert habe.

Volker: Also von daher mache ich diese Abwägung, gehe wann immer ich kann auf Systeme,

Volker: die ich beliebig austauschen könnte.

Volker: Und bis ich an die Grenze komme, wo ich über Kooperation dazu gezwungen werde,

Volker: diese was auch immer vorgegebene Systeme zu nutzen, weil andere sonst mit mir nicht spielen würden.

Volker: Und da ist dann wiederum meine Freiheit zu entscheiden, möchte ich mit den anderen

Volker: spielen, dann muss ich auf die Systeme gehen oder möchte ich es nicht,

Volker: dann bin ich halt frei und selbstbestimmt, ja, ich glaube, das ist von mir jetzt

Volker: erstmal so ein Fazit unseres heutigen Tages und Ingo, gerne nochmal an dich.

Ingo: Ich finde deinen Einwurf von Anfang immer noch mit am besten heute.

Ingo: Du hast erzählt, ihr habt einfach nicht euch einigen können,

Ingo: auf welches Programm nutzen wir für die Folien.

Ingo: Und dann habt ihr das aufgemacht, einen eigenen Hub dafür gebaut,

Ingo: wie man es zusammenführen kann.

Ingo: Vielleicht wäre das eigentlich der Weg zu digitaler Souveränität,

Ingo: nicht so sehr darüber nachzudenken, ob ich die bessere Cloud bauen kann.

Ingo: Die wird ja entwickelt und die ist ja auch wirtschaftlich an vielen Stellen,

Ingo: sondern die Frage auch auf staatlicher Sicht, was sollte man voranschieben in Europa?

Ingo: Aber vielleicht genau diesen Aspekt, wie schaffe ich es eigentlich,

Ingo: dass es egal ist, welche Software ich benutze und ich trotzdem zusammenarbeiten

Ingo: kann, ich trotzdem Daten austauschen kann.

Ingo: Das wäre vielleicht der viel wichtiger und größere Schritt und ist ja auch etwas,

Ingo: was sich in vergangener europäischer Gesetzgebung zum Teil auch schon wiedergefunden hat, im Kleinen.

Volker: Ja, aber dann Austauschen unter Funktionsverlust, aber nicht Informationsverlust.

Volker: Das wäre für mich halt das Wichtige.

Ingo: Trennung von Daten und Programmen.

Volker: Genau.

Ingo: Du kannst von mir aus mit Markdown schreiben und ich möchte möglicherweise es

Ingo: in Word machen, obwohl ich an der Stelle ja sagte, ich mache keinen Markdown auch sehr.

Ingo: Aber wenn es eben dann ist, ist es halt so. Und wenn jemand anderes das Wordperfekt

Ingo: machen möchte oder in einem anderen System, wie auch immer, die alle heißen mögen, ist es halt so.

Ingo: Aber genau da müssen wir eigentlich hin, dass das egal ist.

Volker: Und das geht ja in Grenzen auch schon. Also ich weiß jetzt nicht,

Volker: ob Markdown nach Word, aber es gibt ja irgendwie von Markdown über Pandoc nach

Volker: RTF, von RTF nach Word und sowas.

Volker: Und das ist genau mein Punkt, dass ich sage, wenn du solche offenen Formate

Volker: nimmst, unter Komfortverlust kommst du irgendwie von A nach B.

Volker: Und da möchte ich auch schon Werbung für eine anstehende Sendung von uns machen.

Volker: Nachdem wir hier über allerlei Probleme geredet haben,

Volker: planen wir auch gerade und sind auch schon relativ weit fortgeschritten im Juni

Volker: eine Panel-Diskussion, wo wir genau sagen,

Volker: digitale Souveränität und Open-Source-Programme und Sicherheit für kleine und

Volker: mittelständische Unternehmen.

Volker: Geht das, in Klammern wie geht das wird so eine kleine Panel-Diskussion sein,

Volker: die wir haben werden und euch dann auch zeitnah zur Verfügung stehen,

Volker: also auch das ist heute wieder nur so ein kleiner Auftakt zwischen Ingo und mir für die,

Volker: nächsten Sendungen die wir in diesem Rahmen dann auch wieder zusammen mit Munina

Volker: und Christian aufnehmen Ja Ingo, ich lasse dir.

Ingo: Das letzte Wort Auch wenn wir es heute souverän geschafft haben oder?

Volker: Ach, ich weiß nicht. Mir fehlt da was mit den beiden oder ohne die beiden.

Ingo: Von der Softwareseite her waren wir souverän.

Volker: Ja, das stimmt.

Ingo: Wir haben unterschiedliche Systeme zum Aufnehmen genommen, auf unterschiedlichen

Ingo: Betriebsystemen, unterschiedlichen Computern.

Ingo: Das war doch so souverän und so unterschiedlich heterogen, wie wir selten sind.

Volker: Das stimmt. Also eigentlich haben wir von unserer Toolkette für die Podcastaufzeichnung

Volker: keinen Stein auf dem anderen gelassen.

Volker: Und ich lasse mich mal überraschen, ob es trotzdem funktioniert haben wird.

Ingo: Wir fragen Christian dann mal, ob es komfortabel war.

Volker: Genau.

Volker: Leider kann ich nicht so einen schönen Abspann wie Monina sprechen,

Volker: deswegen vielleicht wird er noch ausgeschnitten und Monina spricht noch nachträglich

Volker: unseren Abspann hier rein.

Volker: Aber ich danke allen Zuhörerinnen und Zuhörern dafür, dass ihr dieser Sicherheitslücke

Volker: wieder gefolgt seid und bedanke auch mich bei Ingo dafür, dass er so tolle Beiträge geleistet hat.

Volker: Ich hoffe, dass Monina bald wieder mit uns anwesend sein wird und danke auch

Volker: Christian für seine Arbeit,

Volker: unserer souveränen digitalen Technologie, die er jetzt zusammenschneiden darf.

Volker: Ja, für alle, die ihr uns weiterhören wollt, ihr könnt natürlich die Sicherheitslücke

Volker: überall da abonnieren, wo ihr auch sonst Podcasts findet, oder unter.

Volker: Sicherheitslücke.fn und dort findet ihr auch alle weiteren Informationen,

Volker: wie zum Beispiel, dass die Bilder und die Kapitelmarken, Kapitelbilder von Anne Vogt gemalt werden.

Volker: Und ansonsten wünschen wir euch noch einen schönen Tag.

Volker: Wir, das sind Ingo Timm und Volker Skwarek.

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